Trotz Kurssturz: Fondsmanager sehen keine Alternative zu Aktien

Trotz Kurssturz: Fondsmanager sehen keine Alternative zu Aktien

Trotz der Kurseinbrüche der vergangenen Wochen sehen Österreichs Vermögensmanager keine Alternative zu Aktien. Dies untermauern sie mit einer Studie, in der Anlagealternativen über die vergangenen zehn Jahre verglichen werden.

Die "japanischen Verhältnisse", also Niedrigzinsen, haben Anleger in Österreich wieder risikofreudiger gemacht. Auch wenn Investoren wie gerade jetzt aus den Aktienmärkten fliehen, bleiben die Raiffeisen KAG und die Vermögensmanager von Raiffeisen Wien dabei, Aktien positiv zu beurteilen. "Im derzeitigen Zinsumfeld sind Investitionen in Aktien nahezu alternativlos", sagen Raiffeisen-Fondsexperten.

Raiffeisen jedenfalls sei weder bei den Kursrückgängen der letzten Wochen noch während des gestrigen Kurssturzes von Kundenärger überhäuft worden, hieß es heute. "Die Kunden haben gelernt, mit solchen Marktverwerfungen zu leben", meint Gaston Giefing, Chef des Raiffeisen Private Banking in Wien. Nach acht Jahren des Kursaufschwungs sei es normal, dass es auch wieder Korrekturen gibt. Bei Aktienfonds habe es in den letzten Wochen sogar Zuflüsse gegeben, berichtete Rainer Schnabl, Geschäftsführer der Raiffeisen KAG, vor Journalisten.

Das Plus von 2015 ist dahin

Die ersten sechs Wochen hatten es jedenfalls in sich. Im Jahr 2015 hatten österreichische Aktien zweistellige Zuwachsraten auf die Waage gebracht, die abstürzenden Kurse der letzten Wochen machten dieses Plus schon wieder zunichte.

Raiffeisen hat Rechnungen angestellt, was aus 1.000 Euro geworden ist, wenn darum vor einem Jahr bzw. vor zehn Jahren Aktien, Anleihen oder Gold gekauft oder Sparbücher angelegt wurden.

Zwischen 1. Jänner und 31. Dezember 2015 hatten österreichische Aktien im Schnitt demnach ein Kursplus von 13 Prozent, internationale bzw. Osteuropa-Aktien stiegen im Kurs um 11 Prozent. Bei Bundesanleihen waren es letztes Jahr nur magere 0,74 Prozent Ertrag, bei US-Staatsanleihen 13 Prozent Kursplus. Am Sparbuch waren nur 0,17 Prozent mehr drauf. Und wer für 1.000 Euro Gold gekauft hat, verlor 0,25 Prozent.

Gold macht wieder Gewinne

Die Markteinbrüche der letzten Wochen haben allerdings einiges an Erträgen des vorigen Jahres aufgefressen. Zum Stichtag 8. Februar 2016 hatten Investoren, die am 1. Jänner letzten Jahres österreichische Aktien gekauft haben, 4,3 Prozent weniger Geld in ihren Depots, internationale Papiere verloren kumuliert 2,3 Prozent an Wert. Nur Ostaktien performten besser.

Am Sparbuch änderte sich nichts an der schlechten Ausbeute. Aus den vorjährigen Gold-Kursverlusten sind heuer zu Jahresbeginn binnen weniger Wochen Gewinne von knapp 10 Prozent geworden.

Für 2016 sei das Um und Auf die breite Streuung. Bei Aktien-Investitionen könnte sich, so die Raiffeisen KAG, ein Blick auf etwaige Dividenden lohnen, und man sollte langfristige Anlageinvestitionen nicht von den ersten sechs Wochen im Jahr abhängig machen.

In zehn Jahren 136 Prozent Kursgewinn

Ein Blick zurück: Wer am 1. Jänner 2005 österreichische Aktien gekauft und behalten hat, konnte bis Ende 2015 im Schnitt 31 Prozent Kursgewinn verbuchen - trotz der dramatischen Kursverluste während der Finanzkrise 2008, von der Österreich ganz besonders war. Um 136 Prozent zugelegt hätten in der Zeit internationale Aktien. Gold hat es trotz mehrjähriger Kursrückgänge auf eine Kurs-Verdreifachung gebracht, Anleiheinvestoren mit Papieren aus Österreich und USA kamen auf hoch zweistellige Kursgewinne. Auf einem Sparbuch, auf dem Anfang 2005 tausend Euro eingelegt wurden, lagen Ende letzten Jahres 1.222 Euro. Am schlechtesten lief es für Kunden, die in Cash veranlagt wurden, so die Raiffeisen-Manager.

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