Börsejahr 2017: Die Top-Austro-Stocks

Börsejahr 2017: Die Top-Austro-Stocks

Der österreichische Leitindex ATX hat sich im Jahr 2016 besser geschlagen als der deutsche DAX. Die Wiener Börse ist damit für Anleger so interessant wie lange nicht mehr. Experten geben ihre Kauf-Empfehlungen für heimische Prime-Aktien im Jahr 2017.

Die oft belächelte Wiener Börse hat in der zweiten Hälfte des Jahres 2016 viele zum Staunen gebracht. Vom 27. Juni 2016 bis zum 31. Dezember 2016 ist der Wiener Aktienindex ATX (AT0000999982) von 1.980 Punkten auf 2.631 Punkte gestiegen. Das ist ein Plus von knapp 33 Prozent. Über das ganze Jahr betrachtet bringt es der ATX immer noch auf knapp zehn Prozent (+9,9 %).

Der absolute Top-Wert im ATX ist der des Faserherstellers Lenzing. Das Papier hat im Jahresverlauf 2016 um knapp 65 Prozent zugelegt (siehe Tabelle).

Aktienindex ATX; Stand vom 2.1.2017: 2.631 Punkte. Performance 2016: +9,9%. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Aktienindex ATX; Stand vom 2.1.2017: 2.631 Punkte. Performance 2016: +9,9%. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Der ATX übertrifft damit übertrifft sogar den deutschen Aktienindex DAX (DE0008469008), der im Verlauf des Jahres 2016 um 7,78 Prozent zulegen konnte.

Aktienindex DAX; Stand vom 2.1.2017: 11.577 Punkte. Performance 2016: +7,78%. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Aktienindex DAX; Stand vom 2.1.2017: 11.577 Punkte. Performance 2016: +7,78%. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Und der US-Index Dow Jones (US2605661048) hat sein Plus von 13,42 Prozent im Jahr 2016 Jahr auch nur durch den Trump-Effekt nach den Wahlen geschafft.

Aktienindex DAX; Stand vom 2.1.2017: 11.577 Punkte. Performance 2016: +7,78%. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Aktienindex DAX; Stand vom 2.1.2017: 11.577 Punkte. Performance 2016: +7,78%. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Aber wie wird es im Jahr 2017 - von dem alle Analysten meinen, dass es ein höchst schwieriges für Aktien vor allem in Europa werden wird -an der Wiener Börse weitergehen? Der trend hat fünf Experten für österreichische Aktien zu Ihrer Einschätzung befragt. Die Analysten und Fondsmanager, die sich auf den österreichischen Markt konzentrieren, sind vorsichtig optimistisch. Der Konsensus der Experten reicht von einem Plus von fünf bis zu acht Prozent für den Endstand des ATX am 31. Dezember 2017.

Alois Wögerbauer, der mit dem "3 Banken Österreich-Fonds (AT0000662275)" einen der besten heimischen Aktienfonds managt, sagt: "Wien hat den europäischen Markt heuer outperformt. Ich traue dem ATX das auch im nächsten Jahr zu."

Wolfgang Matejka, Geschäftsführer der Matejka & Partner Asset Management Gesellschaft, meint: "Den ATX erwarte ich nach einem turbulenten Jahresbeginn zum Jahresende bei 2.800 Punkten. Getragen werden sollte diese Entwicklung von Banken, Bauaktien und zyklischen Werten."

Prognosen: ATX Prime-Aktien 2017

trend hat die Experten auch um ihre Top-Picks für das nächste Jahr gebeten. Neben Wögerbauer und Matjeka gaben auch Erste-Bank-Chefanalyst Friedrich Mostböck, Roland Neuwirth von der Salus Alpha Group und Roland Zauner, Manager des Österreich Aktienfonds der Kepler Fondsgesellschaft, ihre Tipps ab.

Die 40 Aktien des ATX Prime wurden dabei nach dem Schulnotensystem bewertet. Eine Eins bedeutet dabei einen klaren Kauf, eine Fünf einen klaren Verkauf. Die folgende Tabelle zeigt in der Spalte "Note 2017" den Durchschnitt aller Bewertungen der Analysten und Fondsmanager. Der Tabelle können Sie außerdem den Startwert am ersten Handelstag des Jahres 2017 und die Performance des Jahres 2016 entnehmen. Für aktuelle Kursinformationen der einzelnen Werte klicken Sie bitte auf die jeweilige Börsekennzahl (ISIN).


ATX-Prime-Aktien 2017: Bewertungen der Analysten
Aktie ISIN Wert 2.1.2017 (€) Performance 2016 Note 2017
Strabag AT000000STR1 34,00 +44,22% 1,25
Palfinger AT0000758305 28,60 +8,13% 1,4
Erste Group AT0000652011 27,90 -3,49% 1,75
CA Immobilien AT0000641352 17,62 +4,69% 1,8
Mayr-Melnhof Karton AT0000938204 101,55 -11,31% 1,8
RBI AT0000606306 17,70 +30,14 1,8
Telekom Austria AT0000720008 5,65 +12,02 1,8
Andritz AT0000730007 47,94 +6,43% 2,0
Porr AT0000609607 38,30 +37,05% 2,0
Uniqa AT0000821103 7,28 -3,18% 2,0
Valneva FR0004056851 3,15 -17,11% 2,0
AT&S AT0000969985 9,69 -33,45% 2,2
Polytec Group AT0000A00XX9 10,40 +35,77% 2,2
Agrana AT0000603709 113,95 +26,19% 2,3
s Immobilien AT0000652250 9,97 +21,62% 2,4
Vienna Insurance Group AT0000908504 21,40 -15,38% 2,4
Flughafen Wien AT0000911805 100,03 +15,35% 2,4
Kapsch TrafficCom AT000KAPSCH9 36,88 -1,38% 2,6
UBM Development AT0000815402 31,30 -14,22% 2,6
AMAG AT00000AMAG3 33,25 +3,92% 2,8
Lenzing AT0000644505 114,65 +64,85% 2,8
Österreichische Post AT0000APOST4 32,05 -4,68% 2,8
Verbund AT0000746409 15,22 +28,33% 2,8
Buwog AT00BUWOG001 22,25 +11,25% 3,0
EVN AT0000741053 11,26 +7,24% 3,0
Rosenbauer AT0000922554 53,69 -19,38% 3,0
Semperit AT0000785555 25,56 -17,80% 3,0
Voestalpine AT0000937503 37,67 +32,92% 3,0
Warimpex AT0000827209 0,77 +16,39% 3,0
Wienerberger AT0000827209 16,79 -1,76% 3,0
Immofinanz AT0000809058 1,89 -10,04% 3,2
FACC AT00000FACC2 5,17 -27,89% 3,3
RHI AT0000676903 24,06 +33,58% 3,3
Conwert AT0000697750 16,40 +16,81% 3,4
Do & Co AT0000818802 62,34 -37,66% 3,4
KTM AT0000645403 139,00 +9,6% 3,5
Zumtobel AT0000837307 139,00 -27,00% 3,5
Schoeller-Bleckmann AT0000946652 77,71 +54,16% 3,6
OMV AT0000743059 33,62 +28,68% 3,8
Wolford AT0000834007 20,80 -16,37% 4,0
Quelle: trend

ATX-Prime-Aktien: Stand 2.1.2017 und Jahresentwicklung 2016. Für aktuelle Kursinformationen der einzelnen Werte klicken Sie bitte auf die jeweilige Börsekennzahl (ISIN). Die Benotung entspricht dem Durchschnitt der Bewertungen der befragen Aktien-Manager. 1 = Kaufempfehlung; 5 = Verkauf


Begründungen für die Benotungen

Der Baukonzern Strabag (AT000000STR1) ist bei fast allen Austro-Stock-Experten ein klarer Kauf. Auch die Porr-Aktie (AT0000609607) zeigt eine attraktive Bewertung. Fondsmanager Wögerbauer begründet: "Investments in Infrastruktur werden auch in Europa ein Thema werden. Gerade Deutschland kann es sich leisten. Und daher sind die Kurschancen für Strabag und Porr im kommenden Jahr gut." So hat die deutsche Strabag-Tochter Züblin erst vergangene Woche einen Auftrag im unteren dreistelligen Millionen Bereich zum Bau eines Autotunnels in Karlsruhe erhalten. Die RCB hob daraufhin das Kursziel der Aktie auf 39 Euro an.

Kepler-Fondsmanager Zauner sieht wie seine Kollegen 2017 Chancen für Zykliker, die von einer zunehmend besseren Wirtschaftslage profitieren: Aus dem Bereich stechen auf der Favoriten-Liste der Österreich-Experten besonders Palfinger (AT0000758305) und Mayr-Melnhof Karton (AT0000938204) hervor -zwei höchst unterschiedliche Unternehmen. Der weltweit agierende Hersteller von Faltschachteln profitiert vom Boom im Onlinehandel. Wann immer Waren über Amazon (US0231351067) oder Zalando (DE000ZAL1111) verschickt werden, kommt der steirische Kartonhersteller meist zum Zug. Die Aktie verzeichnet deshalb solides, aber gemäßigtes Wachstum.

Anders bei Palfinger. Der Salzburger Kranhersteller ist massiv auf Expansionskurs. Der Marine-Sektor, der sich auf hydraulische Hebevorrichtungen für Schiffe, Häfen, Werften oder Offshore Ölplattformen spezialisiert, soll durch Zukäufe weltweit wachsen. Dementsprechend dynamisch entwickelt sich der Kurs der Palfinger-Aktie.

Im Finanzbereich geben die Aktien-Experten den Papieren der Erste Group (AT0000652011) und der Raiffeisenbank International (RBI, AT0000606306) für 2017 gute Chancen. Nach der Zusammenführung von RZB und RBI ist das Finanzinstitut wieder auf Kurs. Das honorieren auch die Märkte. Die Aktie stieg seit Bekanntwerden der Lösung wieder an. Und die Erste Bank wird heuer ihren Gewinn um mehr als die Hälfte steigern.

Am Ende der Liste stehen die OMV (AT0000743059) und der Strumpferzeuger Wolford (AT0000834007). Der heimische Mineralölkonzern hat laut Wögerbauer "kein überzeugendes Geschäftsmodell". Und bei Wolford klafft ein riesiges Loch in der Bilanz, das auch 2017 nicht so leicht zu stopfen sein wird.

Bahram Sadighian, BlackRock, und Christoph Boschan, CEO Wiener Börse, bei der Präsentation des neuen ETF-Segments der Wiener Börse.

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