Steuer-CD: Österreicher bunkern vier Milliarden in der Schweiz

Steuer-CD: Österreicher bunkern vier Milliarden in der Schweiz

Mehr Daten als bei den "Panama Papers": Die deutschen Fahnder haben über 4 Terabyte Daten ausgeweitet.

Deutsche Steuerfahnder geben aus den aufgekauften Steuer-CDs nun die Daten an die Fahnder aller EU-Länder weiter. Für andere EU-Staaten könnten infolge der Infos die klammen Staatskassen kräftig befüllt werden.

Das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) hat den anderen EU-Staaten Informationen über Konten ihrer Bürger in einigen Schweizer Banken zur Verfügung gestellt. Basis sind Daten auf CDs, die den Banken entwendet und von NRW angekauft worden waren.

Mit Stichtag 1. Juli 2006, dem Datum der Daten, hatten die Bankguthaben insgesamt einen Wert von 101 Milliarden Schweizer Franken. Österreichischen Besitzern sind demnach 4,3 Milliarden Franken zuzuordnen.

Im Jahr 2008 waren laut Liste die Konten der EU-Bürger nur mehr knapp 82 Milliarden Franken wert, die der Österreicher nur mehr 2,9 Milliarden Euro. Wohl weniger, weil das Geld aus den Banken abgezogen worden wäre, sondern weil die Finanzkrise den Wert der Depots schrumpfen lassen hatte. Laut dem NRW-Finanzamt handle es sich um Guthaben von Firmen und Personen, "bei denen nun zu prüfen wäre, ob die Erträge ordnungsgemäß versteuert wurden oder nicht".

Mehr Daten als bei "Panama Papers"

Das Land NRW sitzt auf einem riesigen Datenschatz. Nach eigenen Angaben hat es 17,9 Millionen Euro ausgegeben, um elf Steuer-CDs anzukaufen. Gut vier Terabyte an Daten seien im Anschluss ausgewertet worden. Zum Vergleich: Die kürzlich von Medien veröffentlichten Daten der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama umfassen dagegen "nur" 2,6 Terabyte.

Das Ministerium hat nicht bekanntgegeben, wie hoch die Guthaben betroffener deutscher Staatsbürger waren. Aus den anderen EU-Staaten waren vor allem Italiener (32,7 Milliarden Franken), Franzosen (16,8 Milliarden Franken), Briten (10,8 Milliarden Franken) und Spanier (9,5 Milliarden Franken) dabei.

Daten an Italien, Frankreich und Griechenland wurden bereits 2015 übermittelt, nun sind die anderen EU-Staaten, und damit auch Österreich an der Reihe. Wobei NRW die Informationen an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) weitergeleitet hat, von dort geht es an die Finanzministerien weiter. Minister Schelling wird seine Finanzexperten entsprechend prüfen lassen.

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