Starker Schweizer Franken: SNB greift wieder ein

Starker Schweizer Franken: SNB greift wieder ein

Die Schweizerische Nationalbank setzt offenbar wieder Schritte um den zuletzt stark gestiegenen Franken-Wechselkurs zu drücken. Der Schweizer Franken hat sich in der Folge wieder leicht gegenüber dem Euro abgeschwächt.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte wieder am Devisenmarkt intervenieren, um den Schweizer Franken abzuschwächen. Wie die SNB mitteilte ist der Durchschnitt der Franken-Sichtguthaben bei der SNB in der vergangenen Woche um 1,7 auf 581,2 Milliarden Franken gestiegen.

Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als guter Indikator für Interventionen der SNB zur Frankenschwächung. Sie kauft dann zum Beispiel Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut. Der Anstieg in der letzten Woche des Juli 2019 ist der größte seit Mai 2017. "Die SNB dürfte Ende der vorletzten Woche oder Anfang der letzten Woche versucht haben, den Aufwärtstrend des Frankens zu bremsen. Der Anstieg der Sichtguthaben ist eine starke Indikation dafür", sagte etwa UBS-Marktstratege Alessandro Bee gegenüber der Nachrichtenagentur AWP.

Währungsökonom Maxime Botteron geht aufgrund des starken Anstiegs bei den Girokonten ebenfalls davon aus, dass die SNB interveniert hat. Ein Anstieg der Giroguthaben um mindestens eine Milliarde Franken innerhalb Wochenfrist ist seiner Einschätzung nach als konkreter Hinweis auf Fremdwährungskäufe zu deuten. Die SNB selbst wollte zu den Ursachen für die Veränderung bei den Franken-Sichtguthaben auf Anfrage keine Stellung nehmen.

Franken auf Zwei-Jahreshoch

Der Franken war zuletzt gegenüber dem Euro auf ein Zwei-Jahreshoch gestiegenen. Der Euro-Franken-Wechselkurs war letzte Woche erstmals wieder unter die Marke von 1,10 gefallen, notiert aktuell aber mit zuletzt 1,1030 Franken pro Euro wieder darüber.

Die Signale der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine baldige Zinssenkung hatten den Euro letzte Woche geschwächt. Als die EZB anlässlich ihrer Sitzung am Donnerstagnachmittag dann allerdings noch keine konkreten Schritte bekannt gab, erholte sich der Euro wieder auf über 1,10.


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