Die beliebtesten Spar- und Anlageformen der Österreicher

Die beliebtesten Spar- und Anlageformen der Österreicher

Die allgemeine wirtschaftliche Verunsicherung hinterlässt auch weiterhin ihre Spuren, klassische Anlageformen sind auf dem Abstellgleis. Wie wollen Österreicher ihr Geld anlegen? Das aktuelle GfK-Stimmungsbarometer verschafft einen Überblick.

Die niedrigen Zinsen und die allgemeine wirtschaftliche Verunsicherung zeigen weiterhin ihre Wirkung bei der präferierten Anlageformen der Österreicher - das ist deutlich ersichtlich im Stimmungsbarometer, das vom Marktforscher GfK einmal pro Jahr veröffentlicht wird. Es zeigt das aktuelle Interesse der Österreicher an verschiedenen Spar- und Anlageformen, nicht aber die tatsächliche Nutzung.

Deutlich wird in der Studie, dass Betongold bei den Österreichern hoch im Kurs steht: Im ersten Quartal hatte das Wohnungseigentum den Bausparvertrag vom ersten Platz der beliebtesten Anlageformen verdrängt, und auch im zweiten Quartal sehen 40 Prozent der Österreicher die eigenen vier Wände als die beste Form der Geldanlage - um drei Prozentpunkte mehr als noch im ersten Quartal. An zweiter Stelle des Rankings liegt der Grundstückskauf mit 33 Prozent.

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Die Beliebtheit des Bausparvertrags hat sich den Studienautoren zufolge vorübergehend wieder gefestigt - mit plus zwei Prozentpunkten und nun 32 Prozentpunkten rangiert die konservative Anlageform auf Platz 3. Auf Platz 4 liegt mit 29 Prozent Gold als Anlageform, gefolgt mit größeren Abstand vom altbekannten Sparbuch. Immerhin konnte das Sparbuch, das in den letzten Jahren deutlich an Beliebtheit eingebüßt hat, seine Talfahrt stoppen: "Insgesamt scheinen die Österreicher wieder zunehmend Interesse an Bankprodukten zu gewinnen, die Werte bleiben allgemein zumindest auf stabilem Niveau oder verzeichnen sogar einen leichten Zuwachs", heißt es von den Studienautoren.

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Ein ähnliches Bild wie beim Sparbuch zeichnet sich bei staatlich geförderten und privaten Pensionen, sowie bei Lebensversicherungen ab: „Die turbulenten Diskussionen rund um Niedrig- und Nullzinsen im Winter und im Frühjahr haben die Werte vieler Anlageformen im ersten Quartal recht deutlich sinken lassen, während sich die Situation in den vergangenen Monaten wieder etwas normalisiert hat“, sagt Sebastian Huchler, Finanzmarktforscher bei GfK Austria: "So zeigt das zweite Quartal einen leichten Aufwärtstrend bei den Produkten der klassischen Altersvorsorge." Erleben traditionelle Sparprodukte also wieder eine Renaissance?

Sparstrumpf und Aktien als Alternativen

Mitnichten: Die Skepsis der Österreicher ist nach wie vor groß, heißt es von den Studienautoren. Erstens steigt auch die Attraktivität von mit höherem Risiko verbundenen Aktien auf 14 Prozent (+3 Punkte), zweitens setzt sich der positive Trend des zuhause Sparens fort (16 Prozent, +2 Punkte): Der Sparstrumpf ist sogar beliebter als die Lebensversicherung.

Überdurchschnittlich zulegen konnten Aktien in der Beliebtheit bei Personen mit niedrigem bis mittlerem Haushaltseinkommen, wenn auch das Interesse an Aktien bei Personen mit mittlerem bis höherem Einkommen generell etwas höher ist.

Eine Frage der Chancen

„Die Entscheidung, welche Spar- und Anlageformen interessant sind, hängt stark von den persönlichen finanziellen Mitteln ab. Dort, wo das dafür in aller Regel notwendige Eigenkapital verfügbar ist, zeigt sich auch ein verstärktes Interesse am Grundstücks- oder Hauskauf, während dies für Haushalte mit niedrigerem Einkommen deutlich seltener eine ernsthafte Option darstellt“, so Huchler: „Personen mit geringerem Einkommen zeigen auch weiterhin wachsendes Interesse am zuhause Sparen, was ein Indiz für eine weiterhin vorherrschende Verunsicherung ist.“ Nachdem sich die klassischen Sparformen aber in diesem Quartal wieder etwas erholt haben, besteht für die Banken die Hoffnung, dass das Ende der Talfahrt nun erreicht ist.

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