Soros setzt eine Milliarde Dollar auf den Crash

George Soros rechnet bei einer großen Börse mit dem Schlimmsten.

George Soros rechnet bei einer großen Börse mit dem Schlimmsten.

Starinvestor George Soros sitzt wieder im Sattel. Diesmal hat er die US-Börsen im Auge, die seiner Meinung nach vor einem massiven Kursverfall stehen.

Man muss schon relativ negativ gegenüber einem Markt eingestellt sein, wenn man eine Milliarde Dollar auf dessen Kursverfall setzt - selbst wenn man über den enormen Reichtum eines George Soros verfügt. Der Mann hat nämlich soeben diese Summe auf einen Wall-Street-Crash gesetzt. So hält seit kurzem Verkaufsoptionen auf einen börsengehandelten Fonds (ETF), der den breiten US-Aktien-Index S&P abbildet.

Kommt es allerdings anders, wird es den Hedgefonds-Guru auch nicht ruinieren. Eine Milliarde Dollar, das sind nur vier Prozent des Vermögens seines berühmten Quantum Hedgefonds, den er seit 26 Jahren managt. Zwischen 1969 und dem Jahr 2000 erzielte der Fonds pro Jahr im Schnitt eine Performance von 32 Prozent. Soros' Spezialität: Ökonomische Ungleichgewichte im Weltfinanzsystem aufspüren und mit Wetten darauf ein Vermögen machen. Laut dem Finanzdienst Bloomberg verfügt Soros selbst über ein Vermögen von knapp 25 Milliarden Dollar.

Soros' Wette auf die Entwicklung des US-Aktienmarkts ist jedenfalls durchaus berechtigt. Im Durchschnitt sind die Unternehmen im S&P 500 derzeit das 25-fache ihrer Gewinne wert. Nur selten lag diese Zahl höher - etwa beim Aktienboom während der Internetblase vor der Jahrtausendwende. In den vergangenen zehn Jahren ist der Kurs des S&P 500 um fast 70 Prozent gestiegen.

China reduziert, Ölaktien ebenfalls

Verheimlichen kann Soros, zumindest was in seinem Hedgefonds passiert, nichts. Er muss wie alle anderen Hedgefonds, die mehr als 100 Millionen Dollar verwalten, jedes Quartal seine Investments offenlegen. Eine wichtige Informationsquelle auch für kleine Anleger, zeigt es doch wie die große Hedgefonds ticken.

Der der Investor hat demnach im letzten Quartal auch andere markante Rochaden in Soros-Depot durchgeführt. So hat er damit begonnen, Investments in China zu reduzieren. Besteht doch bei diesem Land die Gefahr im Zentrum des nächsten Sturms an den Finanzmärkten zu stehen. Auch von so manchem Rohstofftitel hat sich Soros getrennt oder Positionen reduziert. Die Werte von Schlumberger (ISIN AN8068571086), dem gemessen am Marktwert weltweit größten Ölfelddienstleister, hat Soros etwa rigoros aus dem Depot verbannt.

Aktien des weltweit größten Goldproduzenten verkauft

Außerdem hat Soros mehrere Goldposition nach dem starken Anstieg reduziert und etwa große Teil seines Barrick-Gold-Aktienpakets verkaufte. Barrick Gold gilt als der weltweit größte Goldproduzent. Doch der Hedgefondsprofi hat auch Gold-Anteile aufgestockt, wie den SPDR Gold Trust ETF (ISIN: US78463V1070). Anlageziel des ETF ist es die Wertentwicklung des Goldes widerzuspiegeln. Dazu investiert der Fonds in physisches Gold. Der Fonds wird nicht aktiv gemanagt.

Facebook aus dem Depot eliminiert

An der Aktie von Facebook (ISIN US30303M1027) hat Soros sein Interesse jedoch gänzlich verloren und das Papier abgestoßen. Ebenfalls mit dem Titel "Sold out" versehen ist die Aktie des Luxussportwagenherstellers Ferrari (NL0011585146), dessen Anteile er zur Gänze verkauft hat. Ebay-Anteile dagegen hat er nur reduziert.

Kürzlich gekaufte Papiere:

Das Zeichen für "Kaufen" hat der Hedgefonds-Manager für das Karriereportal LinkedIn (ISIN US53578A1088) gegeben, für die Filmproduktion Time Warner (ISIN US8873173038), die Budweiser-Brauer Anheuser-Busch (ISIN US03524A10889 und Walt Disney (ISIN US25468710609). Die Aktie des Entertainment-Konzern verlor in den vergangenen zwölf Monaten rund zehn Prozent und wird nun von Analysten wieder zum Kauf empfohlen. Ebenfalls neu im Soros-Depot: Der Autovermieter Avis Budget (ISIN US0537741052).

Auch die Branchengewichtung gibt interessante Einblicke in die aktuelle Investmentstrategie von Soros:
Kommunikationsdienstleister 18.7%
Zyklische Konsumgüter 10.4%
Defensive Konsumgüter 5.6%
Finanzdienstleister 3.9%
Immobilien 2.9%
Basic Materials 1.2%
Technology 0.7%
Energie 0.2%
Versorger 0.1%
Industrie 0%

Bahram Sadighian, BlackRock, und Christoph Boschan, CEO Wiener Börse, bei der Präsentation des neuen ETF-Segments der Wiener Börse.

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