Sorgen um Zukunft der Banken drücken Aktienmärkte

Die Deutsche Börse in Frankfurt

Die Deutsche Börse in Frankfurt

Die Deutsche Bank und die Credit Suisse fliegen nach schlechten Ergebnissen aus dem Stoxx50-Index, die deutsche Commerzbank rutscht auf ein Rekordtief.

Ein neuer Schwächeanfall der Finanzwerte hat den europäischen Börsen am Dienstag zu schaffen gemacht. Der Dax (DE0008469008) fiel um 1,8 Prozent auf 10.144,34 Punkte, der EuroStoxx50 (EU0009658145) verlor zwei Prozent auf 2906,98 Punkte. Die Wiener Börse hat erneut mit Kursverlusten geschlossen. Der ATX (AT0000999982) fiel um 1,27 Prozent auf 2.181 Punkte. "Offensichtlich realisiert der Markt, dass es um den gesamten europäischen Bankensektor sehr schlecht bestellt sein muss", sagte Marktanalyst Jens Klatt von JFD Brokers. Angesichts der Niedrigzinspolitik werde sich daran vorerst auch nichts ändern. Besonders unter Druck waren nach einer Prognosesenkung die Aktien der Commerzbank, die um gut neun Prozent auf ein Rekordtief von 5,24 Euro abstürzten.

In den ersten sechs Monaten war der Gewinn der Commerzbank (DE000CBK1001) um 58 Prozent eingebrochen. Für das Gesamtjahr verabschiedete sich Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus nach der Deutschen Bank (DE0005140008) von dem Ziel, auf einen Milliardengewinn zu kommen. Obwohl sich Finanzvorstand Stephan Engels nach eigenen Worten keine Sorgen um die Stabilität der Bank macht, flohen die Aktionäre in Scharen. Die in der Finanzkrise mit gut 18 Milliarden Euro gerettete und teilverstaatlichte Bank ist an der Börse gerade noch etwa 6,6 Milliarden Euro wert.

Schweizer Bankenaktien auf Talfahrt

Bei dem europaweiten Bankenstresstest war die Commerzbank zusammen mit der Deutschen Bank unter den zehn Häusern, die am schlechtesten abgeschnitten hatten . Das Thema Kapitalquote und schlechte Ertragslage wegen des Niedrigzins-Umfeldes betrifft aber auch andere Banken. Somit gerieten viele Finanzwerte aus der Euro-Zone mit Kursverlusten von fast fünf Prozent unter die Räder. Deutsche Bank fielen um 4,8 Prozent auf ein Rekordtief von 11,24 Euro. Die Titel der Bank-Austria-Mutter UniCredit (IT0004781412) rutschten in Mailand um 7,2 Prozent ab.

Aber auch die Aktien der Schweizer Häuser UBS (CH0244767585) und Credit Suisse (CH0012138530) verloren je rund sechs Prozent. Auf den Titeln der Deutschen Bank und der Credit Suisse lastete zudem der Rausschmiss aus dem Stoxx50-Index für die größten börsennotierten europäischen Unternehmen.

Belastend auf die europäischen Börsen wirkte sich auch der anziehende Euro aus. Er stieg um über einen halben US-Cent auf 1,1225 Dollar (EUR/USD). Ein stärkerer Euro verteuert auf dem Weltmarkt die europäische Exporte.

Wall Street leicht im Minus

An der Wall Street war die Stimmung ebenfalls verhalten: Der Dow-Jones (US2605661048) - und der S&P500 (US78378X1072) -Index notierten zum europäischen Handelsschluss 0,6 und 0,8 Prozent niedriger. Auf der Stimmung lasteten dort die Sorgen vor einem neuen Ölpreisrutsch mit seinen möglichen Folgen für die dort gelisteten Ölfirmen.

Zwar erholten sich die Notierungen für Nordseeöl (BRNT XC0007240267) und US-Leichtöl zeitweise um je mehr als zwei Prozent. Doch notierten beide Sorten am Abend schon wieder über ein Prozent im Minus bei 41,57 und 39,41 Dollar je Fass (159 Liter). Einige Börsianer fühlten an die vergangenen Jahre erinnert, als die Preise vor allem im zweiten Halbjahr unter Druck gekommen waren. Noch im Januar hatten diese Turbulenzen auch die Aktienmärkte durcheinandergewirbelt. "Sollte sich der Preis nicht schnell wieder erholen, wird es für die Börsen schwer, ihre Erholung nach dem Brexit-Votum fortzusetzen", sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Onlinebroker CMC Markets. Im Juli hatte der Dax fast sieben Prozent gewonnen.

Bei den Einzelwerten in New York standen Procter & Gamble (US7427181091) und Pfizer (US7170811035) im Rampenlicht. Der Pampers-Hersteller P&G setzte von April bis Juni zwar wegen des starken Dollar weniger um. Börsianer machten trotzdem Fortschritte beim Konzernumbau und den Einsparungen aus, was die Aktien um 0,6 Prozent in die Höhe trieb. Beim Viagra-Konzern überwog dagegen die Enttäuschung darüber, dass Pfizer seine Jahresziele nicht hochschraubte, obwohl der Umsatz im abgelaufenen Quartal dank des Erfolgs neuer Medikamente um elf Prozent und damit stärker als von Analysten erwartet gestiegen war. Die Aktie verlor 2,4 Prozent.

Advertorial
Eric Bramoullé, CEO Amundi Austria

Geldanlage

Wie Profis veranlagen – Amundis Sicht auf die Märkte

Das große Geld macht einen großen Bogen um Bitcoins

Geld

Das große Geld macht einen großen Bogen um Bitcoins

Geld

Österreichisches Pensionssystem weltweit als schlechtes Beispiel