Social Trading: Fondsmanager vom Wohnzimmer aus

Social Trading: Fondsmanager vom Wohnzimmer aus

Wer mit seinem eigenen Depot Geschick im Aktienhandel bewiesen hat, der kann nun auch auf der Social-Trading-Plattform wikifolio als TRADER zum Fondsmanager werden

Es ist der Traum vieler, die mit ihren Aktienkäufen Geld verdient haben. Gemeint ist nicht, sich jetzt einen Porsche zu kaufen, sondern das Traden zum Beruf zu machen. Heutzutage scheint das ja sehr einfach. Durch das Internet kommt jeder an Informationen über Aktien heran, für die man früher einen teuren Anschluss der Agentur Reuters benötigte. Jetzt gibt man einfach den Namen einer Aktie in eine Suchmaschine ein und erhält sofort alle börsenrelevanten Informationen - mögliche Insidertipps inklusive. Also könnte man doch selber einmal in die Rolle eines Fondsmanagers schlüpfen.

All das ist auf der Social-Trading-Plattform wikifolio möglich. Hier braucht niemand eine einschlägige Ausbildung als Wertpapierhändler, Zertifikate oder Diplome, die bescheinigen, dass jemand weiß, was ein Spread ist, ein Death Cross oder ein KGV. wikifolio-Gründer Andreas Kern: "Bei uns ist es ganz einfach, ein Trader zu werden. Man muss nur zeigen, was man als Anleger kann, und zehn Leute finden, die es unterstützen, um das eigene Portfolio handelbar zu machen."

Private Trader

Einer, der diesen Weg geschafft hat, ist der Österreicher Richard Dobetsberger. Er hat Molekularbiologie und Politikwissenschaft studiert. Vor knapp vier Jahren publizierte er dann unter dem Namen "Ritschy" sein erstes wikifolio. Sein "Trading Room" bestand damals aus zwei Notebooks, einer Tischlampe von Ikea und einer Bastmatte vor dem Fenster. Doch das reichte aus, um aus "Ritschy" einen der erfolgreichsten Trader auf der Handelsplattform zu machen. Er hat seither sieben wikifolios publiziert. Sein erfolgreichstes - "FuTec-US" - besteht aus amerikanischen Hightech-Werten wie Tesla Motors, iRobot Corp. oder First Solar. Ein Plus von 282 Prozent hat er jenen Anlegern gebracht, die mit insgesamt 436.000 Euro seiner Investmentstrategie gefolgt sind. Mit seinen alten Jobs in der Pharmabranche hat "Ritschy" heute nichts mehr am Hut. Er studiert in den USA Finance und schreibt an seiner Master-Thesis: natürlich über Social-Trading-Plattformen.

Einem potenziellen Trader muss allerdings klar sein, dass nur wenige so wie Dobetsberger durch die Veröffentlichung von wikifolios mehr verdienen können als in ihrem Brotberuf. Denn die Gebühren, die man erhält, sind von der erzielten Performance abhängig. Noch dazu fallen diese nach dem High-Watermark-Prinzip an. Das heißt, der Trader erhält nur dann seine prozentuelle Fee, wenn er Zuwächse über dem Höchststand seines wikifolios erzielt.

Wer davon Leben möchte, muss es natürlich auch schaffen, dass das in das wikifolio investierte Kapital ein entsprechendes Volumen erreicht. Top-Trader verwalten Anlegergelder von rund zehn Millionen Euro. Bei der Mehrzahl ist der Betrag natürlich geringer. Doch dafür ist auch bei 60 Prozent der 4.000 derzeit publizierten wikifolios tatsächlich Kapital investiert. wikifolio-Gründer Kern: "Bei den meisten renommierten Banken ist der Prozentsatz an Anlageprodukten, in denen wirklich Geld steckt, deutlich geringer."

Profi-Trader

Mittlerweile tummeln sich auf der Social-Trading-Plattform nicht nur ambitionierte private Akteure, sondern auch ausgesprochene Profis. Große deutsche Privatbanken wie Albrech & Cie oder die Bayerische Vermögen stellen ebenfalls ihre Depots auf wikifolio für Follower bereit. Der große Vorteil für Anleger dabei ist: Man kann quasi zum Diskonttarif der gleichen Anlagestrategie folgen wie ein Kunde, der bei der Privatbank hohe Gebühren bezahlt. Und für die Privatbank ergibt sich die Vergrößerung ihres Kundenkreises.

Auch kleinere Anlageberater, wie Ingo Reeps stellen ihre Strategien auf wikifolio online. Unternehmer Kern: "So etwas verbreitert natürlich die Chancen für unsere Follower extrem. Es trägt aber vor allem dazu bei, dass Veranlagung für alle transparenter und leistbarer wird."

Social Trading

Über wikifolio kann man als Trader von zu Hause aus seinen eigenen Fonds erstellen und - wenn er erfolgreich ist - dafür Performance-Gebühren kassieren.

Der Profi-Trader Ingo Reeps hat mit seinem wikifolio "Special Investments 1" in knapp zwei Jahren eine Performance von 90 Prozent erzielt. WIKIFOLIO. Sein Nickname als Trader lautet "Checkitout" - und ist Programm für die Investmentstrategie von Ingo Reeps. Er analysiert minutiös das Risiko der Unternehmen in seinem Depot.

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