Social Network Facebook scheffelt weiter Milliarden

Trotz Datenskandal, Imageverlust und Rekordstrafe in Milliardenhöhe macht Facebook immer noch Milliardengewinne. Im zweiten Quartal 2019 blieben gut 2,6 Milliarden Dollar in der Kassa. Tendenz weiter steigend.

Social Network Facebook scheffelt weiter Milliarden

Auch eine Rekordstrafe wegen Verstoß gegen die Datenschutz-Richtlinien kann den Höhenflug von Facebook nicht beeinträchtigen. Das Social Network hat die in den USA verhängte Strafe mit Leichtigkeit verdaut und machte im zweiten Quartal immer noch einen Gewinn von gut 2,6 Milliarden Dollar - etwa halb so viel wie ein Jahr zuvor. Dabei hatte Facebook weitere zwei Milliarden Dollar als Belastung aus den Datenschutz-Ermittlungen der US-Behörde FTC verbucht.

Facebook hatte sich bereit erklärt, 5 Milliarden Dollar zu zahlen, damit die FTC ihre Ermittlungen einstellt. drei Milliarden Dollar hatte Facebook bereits im ersten Quartal zurückgelegt. Im zweiten Quartal stellte der Konzern zudem 1,1 Milliarden Dollar für möglicherweise höhere Steuerzahlungen als Folge eines anderen Rechtsstreits zurück.

Zugleich gab Facebook mit den Quartalszahlen bekannt, dass die FTC das Online-Netzwerk auch in einer Wettbewerbsuntersuchung unter die Lupe nimmt. Das US-Justizministerium hatte am Vortag ebenfalls eine Kartelluntersuchung großer Online-Plattformen öffentlich gemacht, dabei allerdings Facebook nicht ausdrücklich erwähnt.

Aktie steigt weiter

Der Umsatz ist im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 16,6 Milliarden Dollar gestiegen - wohl auch deswegen lässt der Druck der US-Behörden die Anleger kalt. Die Facebook-Aktie (ISIN US30303M1027) legte im vorbörslichen Handel zeitweise um rund zwei Prozent zu, schon im regulären Handel am Vortag hatte sie mehr als ein Prozent dazugewonnen.

Dazu dürfte beigetragen haben, dass das Geschäft von Facebook keine Schwächen zeigt. Die Zahl monatlich bei Facebook aktiver Nutzer wuchs binnen drei Monaten von 2,38 auf 2,41 Milliarden. Täglich griffen davon 1,59 Milliarden auf Facebook zu - nach 1,56 Milliarden im ersten Quartal. Dieses Wachstum kam vor allem aus Ländern wie Indien, Indonesien und den Philippinen, wie Facebook-Finanzchef David Wehner sagte. Zugleich gab es auch in den für Facebook bereits starken Märkten Nordamerika und Europa deutliche Umsatzzuwächse.

Die Zahlen zeigten, dass Facebook gleichzeitig sein Geschäft ausbauen und in Sicherheit und Datenschutz investieren könne, sagte die für das operative Geschäft zuständige Top-Managerin Sheryl Sandberg. Auf mindestens einen Facebook-Dienst - zum Konzern gehören auch die Foto-Plattform Instagram und die Chat-Apps WhatsApp und Messenger - greifen 2,7 Milliarden Nutzer im Monat und 2,1 Milliarden täglich zu.

Weitere Auflagen der FTC

Die FTC hatte neben der Milliardenstrafe noch weitere Auflagen wie Datenschutz-Kontrollen bei Facebook über die nächsten 20 Jahre durchgesetzt. Als eine der Maßnahmen soll im Verwaltungsrat des Online-Netzwerks ein zusätzliches Gremium zur Datenschutz-Aufsicht eingerichtet werden. Dies solle Gründer und Chef Mark Zuckerberg die bisherige "uneingeschränkte" Machtfülle bei Datenschutz-Entscheidungen nehmen, erklärte die FTC.

Außerdem soll Facebook den Datenschutz bei Apps anderer Anbieter auf der Plattform stärker überwachen und bei Verstößen konsequenter gegen sie vorgehen. Dem Online-Netzwerk wurde darüber hinaus auch untersagt, für Sicherheitsfunktionen gesammelte Telefonnummern zur Personalisierung von Werbung zu verwenden. Zuckerberg sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, die Einigung mit der FTC gebe dem Unternehmen Klarheit für die Zukunft. Er sprach sich erneut für einen Ausbau der Regulierung von Online-Diensten aus - ansonsten sei die Gefahr groß, dass die Frustration über die Branche wachsen werde.

Auf die Frage nach einem Termin für die schon seit längerem erwartete Einführung von Werbeanzeigen im sogenannten "Status"-Bericht der Chat-App WhatsApp gab es weiterhin keine konkrete Antwort. Zugleich sagte Zuckerberg, dass Facebook an einer Bezahlfunktion für WhatsApp arbeite, der nach Tests in Indien noch von fehlenden regulatorischen Freigaben gebremst werde. Generell seien Zahlfunktionen mit klassischen Währungen für Facebook ein interessantes Feld - auch für den Fall, dass die Einführung der vom Online-Netzwerk erfundenen Digitalwährung Libra sich hinziehen sollte. Facebook will Libra im kommenden Jahr verfügbar machen, die Idee stößt aber bei Politikern und Zentralbanken auf Widerstand.

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