Social Investment: "Wir schneiden besser ab“

Social Investment: "Wir schneiden besser ab“

Andreas Kern, Gründer von Wikifolio

Andreas Kern, Gründer der Finanzplattform Wikifolio, über die Vorteile von Social Trading gegenüber konventionellen Investmentfonds.

trend: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Wikifolio zu gründen?
Andreas Kern: Meine persönliche Erfahrung mit der Hausbank hat mich dazu inspiriert. Der Kundenbetreuer wollte mir ein Produkt verkaufen, das am Papier super ausgesehen hat. Tolles Potenzial nach oben. Beschränkungen nach unten. Ich hab mir das dann genauer angesehen und mit Daten simuliert. Das Ergebnis war, dass das Produkt seit 1953 kein einziges Mal eine entsprechende Performance gemacht hätte. Das hat mich zuerst verärgert.

trend: Eine Erfahrung, die wahrscheinlich schon viele gemacht haben.
Kern: Ich habe dann nachgedacht und kam zu dem Schluss, dass da ein riesen Potenzial da sein müsste, wenn man einerseits faire Finanzprodukte macht und gleichzeitig dafür sorgt, dass der Vertrieb von solchen Produkten intelligent ist.

trend: Was heißt intelligent?
Kern: Dass es keine Provisionen für Vertriebsmitarbeiter gibt. Denn die führen dazu, dass diese Produkte verkauft werden, die die höchsten Fees, aber nicht die höchsten Gewinne für Anleger bringen. Außerdem werden die Anlageprodukte dadurch teurer. Denn die Provisionen für die Vertriebsmitarbeiter werden ja beim Verkauf draufgeschlagen. Das führt zu überteuerten und intransparenten Produkten für die Anleger.

trend: Wieso intransparent? Jeder Fondskäufer kann sich ja über seine Veranlagung informieren.
Kern: Der typische Fondsanbieter ist ja froh, wenn ein Kunde das Produkt kauft und es für 30 Jahre vergisst. Es wird ja immer gepredigt, dass man Fonds mindestens fünf Jahre halten soll.

trend: Und wie machen das Wikifolio-Anleger?
Kern: Die meisten fiebern richtig mit. Die kennen jede Position. Sie informieren sich täglich oder sogar öfters über die neuesten Entwicklungen. Natürlich gibt es auch die, die sagen: Ich folge mit dem Wikifolio einer breiten und sicheren Anlagestrategie. Die schauen nicht so oft ins Portfolio.

trend: Gibt es Zahlen, wie die Performance von Wikofolios im Vergleich zu konventionellen Fonds aussieht?
Kern: Es gibt eine Studie der Helmut Schmidt Universität, die alle Wikifolios mit einem längeren Track Record untersucht hat. Diese wurden mit allen Aktienfonds mit bis zu 30 Millionen Euro Volumen verglichen. Diese Grenze wurde gewählt, weil große Flaggschiffe da einen Nachteil hätten. Sie sind zu träge. Aber kleine, flexible Fonds entsprechen den Wikifolios. Das Ergebnis: Bei allen Kennzahlen schneiden wir besser ab. Und es wurde auch nachgewiesen, dass diese Ergebnisse nachhaltig sind. Also dass es sich nicht um Zufallstreffer handelt.

trend: Und warum ist das so?
Kern: Dem wollen wir in einer nächsten Untersuchung auf dem Grund gehen. Ich habe dazu zwei Thesen: Die große Transparenz auf dieser Plattform ist natürlich ein großer Filter. Jemand, der nicht von vornherein von seinen Fähigkeiten als Investor überzeugt ist, der macht auf unserer Plattform nicht mit. Wer über seine Anlageentscheidungen unsicher ist, der bleibt fern. Natürlich gibt es immer welche, die sich selbst überschätzen. Aber die sollten vielleicht in einer Bank arbeiten. Bei uns werden sie es nicht schaffen.

trend: Und der zweite Grund?
Kern: Die zweite Ursache sind die Gebühren. Beim Traden im Wikifolio fallen keinerlei Handelsgebühren an. Mir ist keine Plattform bekannt, bei der man aktive Handelsstrategien so günstig wie bei uns kaufen kann. Weil es keine Gebühren gibt, können die Trader sehr kurzfristig reagieren, ohne sich bei jeder Transaktion Gedanken darüber zu machen, ob sich das bei den Spesen auch auszahlt. Aber wer rasch auf geänderte Marktsituationen reagiert, erzielt eine bessere Performance.

trend: Mittlerweile folgen aber auch langfristig orientierte Vermögensverwalter ihren Wikifolios.
Kern: Das Portfolio ohne große Kosten anpassen zu können, ist ein großer Vorteil, den mittlerweile auch Vermögensverwalter schätzen. Sie können dadurch ein kostenloses Rebalancing durchführen. Wenn sie die Aktienquote verringern und die Anleihenquote erhöhen wollen, fallen über Wikifolios keine Gebühren an.

trend: Wie steht es um die Sicherheit? Sie arbeiten ja nur mit einer Depotbank zusammen?
Kern: Wir würden niemandem empfehlen, sein ganzes Vermögen über Wikofolio zu veranlagen. Wir sind eine perfekte Beimischung. Aber unser Partner Lang & Schwarz als Depotbank ist ein sehr stabiles Unternehmen. Es hat noch jede Finanzkrise unbeschadet überstanden.


Zur Person. Andreas Kern studierte Mathematik und Computerwissenschaften und ist ausgebildeter Börsenhändler. Vor der Gründung von Wikifolio war er in der Finanz- und Payment-Branche tätig. Er sanierte paybox Austria und war Mitbegründer der payolution GmbH.

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