So profitieren Sie von einem steigenden Ölpreis

So profitieren Sie von einem steigenden Ölpreis

Der Ölpreis kratzt bereits wieder an der 50-Dollar-Marke und könnte schon bald deutlich höher stehen.

Laut Experten könnte der Ölpreis schon bis Jahresende auf 60 Dollar steigen. trend.at erklärt, welche Möglichkeiten sich Anlegern bieten, davon zu profitieren - von Zertifikaten mit Risikopuffer, Aktientipps, Aktienindex-Fonds auf Ölwerte bis zu Tipps zum Kauf einzelner Aktien.

Die Entwicklung des Ölpreises zählt derzeit zu den Investmentklassen mit dem stärksten Aufwärtstrend. In den vergangenen vier Wochen kletterte der Preis für ein Barrel Brent Oil um 11,6 Prozent und notiert aktuell bei 51,8 Dollar. Experten wie Jewgeni Ponomarev bei der britischen Bank HSBC glauben, dass Öl in diesem Jahr noch stärker steigen könnte. Ölkonzerne haben bereits einen Preis von 55 Dollar in ihre Berechnungen einkalkuliert.

Nach acht Jahren führt Opec Förderobergrenzen ein

Den Startschuss für die Ölpreis-Rallye legte die Opec. Die Organisation Erdölfördernder Länder hat angekündigt die Förderung zu begrenzen, nachdem sie in den vergangenen Jahren den Ölhahn kräftig aufgedreht hat, um im schwachen Umfeld ihre Marktanteile auszubauen. Doch nun hat sich die Organisation nach acht Jahren selbst eine Fördergrenze auferlegt, nachdem die Opec mittlerweile so viel Öl fördert wie seit Jahren nicht mehr. Auch Russland hat angekündigt seine Fördermenge zu drosseln. Das hat den Rohölpreis binnen weniger Tage auf 50 Dollar per Barrel auf einen Jahreshöchststand getrieben. Ist der Preisverfall beim Schwarzen Gold doch vor allem auf ein Überangebot zurückzuführen.

Selbst wenn Branchenkenner an der freiwilligen Begrenzung zweifeln, ist es doch auch ein starkes Signal dieser Staaten. Das sehen offenbar auch die Anleger so.

"Das wird eine große Sache"

Dass aktuelle Überangebot an Öl wird, laut Einschätzung der Internationale Energie-Agentur zwar noch bis 2017 anhalten. Der Ölpreis dürfte aber schon bis dahin kräftig steigen. Vor allem seit Russland mit von der Partie ist, sind die Ölanalysten geradezu euphorisch. Carl Larry von der Beratungsfirma Frost & Sullivan: „Für den Ölmarkt und den Preis ist es entscheidend, dass Russland dabei ist. Das wird eine richtig große Sache“, prophezeit er. Auch der saudische Energieminister Kahlid al Fahlih sagt eine deutliche Preissteigerung voraus. Al Fahlih hält sogar bereits bis Jahresende einen Ölpreis von 60 Dollar für möglich. Seine Begründung: „Wir sehen, dass sich Angebot und Nachfrage annähern."

Entscheidend für die Ölpreisentwicklung ist laut IEA wie schnell die Organisation erdölexportierender Länder ihre Ankündigung umsetzt, die Produktion zu drosseln. Seit Jahresbeginn ist das Brent Oil um rund 34 Prozent gestiegen, nachdem der Preis in den vergangenen drei Jahren pro Jahr im Schnitt um 23,8 Prozent zurückgegangen ist.

Seit Anfang 2016 ist der Ölpreis auf Erholungskurs.

Futures-Zertifikate für fortgeschrittene Investoren

Doch von diesem Kurspotential zu profitieren, ist für Anleger nicht so einfach. Physisch in Öl investieren kann man zwar nicht, vielmehr beziehen sich klassische Investments in Öl auf Öl-Futures. Für solche Futures sollte man jedoch schon zu den fortgeschrittenen Anlegern zählen. „Man sollte sich auch laufend für die Entwicklung des Ölpreises interessieren“, warnt Philipp Arnold, Zertifikate-Spezialist bei der Raiffeisen Centrobank. Denn Öl-Futures rollieren monatlich. Das bedeutet beim Zertifikat auf Öl wird jeden Monat vor Verfallstermin der aktuelle Future verkauft und der nächstfolgende Future gekauft. Ist der Preis des nächstfolgenden Futures höher als jener des aktuellen Futures sinkt das Bezugsverhältnis des Zertifikates und umgekehrt. „Obwohl bei den klassischen Partizipationszertifikaten im Gegensatz zu Hebelzertifikaten kein Hebeleffekt besteht, kann der monatliche Rollvorgang über einen längeren Zeitraum deutliche Auswirkungen auf die Entwicklung des Zertifikates im Vergleich zum Basiswert haben. Eine regelmäßige Beobachtung des Terminmarktes ist daher sehr wichtig “, rät Arnold. Fortgeschrittene Investoren finden unter anderem auf der RCB-Homepage eine breite Auswahl an Partizipations-Zertifikaten auf Brent Crude Oil. Weiteres Risiko solcher Futures auf Öl ist das Wechselkursrisiko. Arnold: „Das Zertifikat notiert in Euro, der Basiswert in Dollar.“ Ein Beispiel für ein rollierendes Futures-Zertifikat ist der

Gute Gewinnchancen, hoher Sicherheitspuffer

Eine gute Anlagemöglichkeit für weniger risikoaffine Anleger stellen Bonuszertifikate dar, die einen gewissen Schutz vor Kursverlusten bieten. Dazu zählt das Bonus-Zertifikat der Raiffeisen Centrobank Öl Bonus 30 (AT0000A1LE13). Solange der Ölpreis nicht unter 35,42 Dollar per Barrel fällt, erhalten Anleger am Laufzeitende – das ist bereits der 30. Juni 2017 – eine Bonusrendite von aktuell 6,4 Prozent. Ausgehend vom derzeitigen Ölpreis bei knapp 52 Dollar beträgt der Sicherheitspuffer also über 32 Prozent. Erst wenn die Barriere berührt wird, rutscht der Anleger in die Verlustzone und die Rückzahlung des Zertifikates. In der Folge richtet sich die Höhe der Auszahlung nach der tatsächlichen Entwicklung des Ölpreises. Arnold: „Das Zertifikat hat den Vorteil, dass auch bei einer Seitwärtsbewegung eine Rendite möglich ist. Darüber hinaus ist es währungsgesichert.“

Aktien von Erdölkonzernen als Profiteure eines steigenden Ölpreises

Für all jene, die lieber in eine klassische Aktie investieren möchten, sind Papiere einzelner Ölkonzerne empfehlenswert. Im Zuge weiter anziehenden Ölpreise ziehen auch die Kurse der Öl-Konzerne an. So sind die Analysten der DZ Bank für die Branche zuversichtlich: „Das Gewinnerwartung in der Öl- und Gasbranche hat sich verbessert. Das ist vor allem auf den gestiegenen Ölpreis zurückzuführen.“ Die DZ-Analysten erwarten daher in den nächsten Quartalen bei Unternehmen dieser Branche steigende Gewinne. Insgesamt rechnet die DZ Bank im S&P 500 nach der Gewinnwachstumsflaute (0,6 Prozent im heurigen Jahr) mit einem kräftigen Anstieg des Gewinnwachstums von 13,3 Prozent. Mit dem Preisanstieg hellen sich damit die Perspektiven der Ölfirmen allmählich auf. Sie haben in den vergangenen Jahren kräftig auf die Kosten- und Investitionsbremse gedrückt.

Aktien wie die OMV (AT0000743059) oder ExxonMobil (US30231G1022) haben bereits positiv auf die Nachricht der Opec-Länder die Fördermenge zu limitieren, reagiert. Die Analysen der RCB sind jedoch für die OMV weiterhin nicht sonderlich euphorisch, wenn sie ihre Aktien-Empfehlung auch von „verringern“ auf „halten“ gestellt haben.

Die Aktien großer Ölmultis reagieren zudem bei Korrekturen im Schnitt moderater aus der Ölpreis selbst. So verlor die französische Total in der Spitze seit dem Ölpreiseinbruch fast 30 Prozent und konnte sich anschließend auch stärker erholen als der Ölpreis. Der Ölpreis fiel dagegen in den vergangenen drei Jahren um mehr als 50 Prozent.

Exxon: Mit dem Ölpreis Richtung Allzeithoch?

Zu den besten Unternehmen im Ölbusiness zählt seit Jahren ExxonMobil. Das texanische Unternehmen versucht ständig die Kosten zu senken und möglichst viel aus dem investierten Kapital herauszuholen. So wurde kürzlich die Entdeckung eines Ölvorkommens gemeldet und die Übernahme des Konkurrenten InterOil, was insgesamt Fördermöglichkeiten von 2,5 Milliarden Barrel ergibt. Dazu kommen nach massiven Einsparungen erstklassige Bilanzen, hohe Renditen und dem niedrigsten Buchwert seit 20 Jahren - was Exxon zu einem der interessanten Investments in diesem Bereich macht.

Total: Gewinnwachstum soll auf knapp 80 Prozent steigen

Zu den besten Unternehmen in der Branche zählt auch Total (WKN:850727). Die Aktienanalysten von BNP Paribas haben die Aktie auf "outperformance" hochgestuft. Kursziel ist 47,50 Euro. Der seit Mitte 2014 deutlich gefallene Ölpreis hat zwar auch Total heftig zugesetzt und den ehemals als Gewinnmaschinen bekannten Konzernen schmerzhafte Umsatz- und Gewinnrückgänge beschert. Doch dank früh eingeleiteter Einspar- und Restrukturierungsmaßnahmen und einem starken Raffineriegeschäftes zeigt sich der Konzern jedoch robuster als die meisten Wettbewerber. Der französische Ölkonzern hat zudem viel investiert und ist in der Lage auch in einem Umfeld niedrige Preise profitabel zu sein. Zudem bietet die Aktie, die derzeit zu einem KGV von 14,8 für 2016 gehandelt wird, eine Dividendenrendite von 5,8 Prozent. Goldman Sachs hat für die Aktie ein Kursziel von 50 Dollar ausgegeben. Aktueller Kurs: 42,3 Euro. Das Gewinnwachstum wird nach minus 30 Prozent in diesem Jahr auf rund 29 Prozent für 2017 geschätzt. 2018 soll das Gewinnplus gar bei knapp 80 Prozent liegen.

Hohe Dividenden

Zudem überzeugen beide Aktien mit guten Dividendenrenditen. So liegt jene für BP bei 6,5 Prozent und jene von Total bei 5,8 Prozent und Exxon bei 3,4 Prozent per anno. So strebt Total an, dass 2017 ein Ölpreis für die Nordseesorte Brent von 55 Dollar ausreicht, damit der Cash Flow die Investitionen und die Ausschüttungen an die Aktionäre finanziert. Der englische Wettbewerber BP peilt einen Wert von 50 bis 55 Dollar an. In dem Umfeld dürften die Kurse anziehen und die Dividenden sich gut entwickeln.

Ölzulieferer mit noch größerem Gewinnhebel?

Noch stärker als Aktien von Ölkonzernen könnten laut Einschätzung der Energieagentur IEA Ölmultis von einem steigenden Ölpreis profitieren. Sie haben in der Vergangenheit auch besonders stark gelitten. So haben die Multis im laufenden Jahr ihre Investitionen um 24 Prozent auf 450 Milliarden Dollar zurückgefahren, im Jahr davor waren die Investitionen um 25 Prozent zurückgegangen. "Das ist das erste Mal seit 40 Jahren, dass die Branche die Investitionen zwei Jahre in Folge reduziert hat", schreibt die Energieagentur in einer Analyse. Steigt der Ölpreis weiter sollten demnach Aktien wie jene des US-Ölzulieferer Halliburton überdurchschnittlich an Wert zulegen. Der Konzern hat im zweiten Quartal nach vorangegangenen Stellenkürzungen weitere 5.000 Mitarbeiter abgebaut. Das Management erwartet, dass sich vor allem das wichtige Geschäft in Nordamerika, das knapp die Hälfte der Konzernerlöse beisteuert, im zweiten Halbjahr allmählich beleben wird. Diese und andere Einsparungen sollen bis Ende 2017 eine Reduktion der Ausgaben von 830 Millionen Euro bringen.

Index-Fonds auf Ölaktien

Wer dagegen sein Engagement etwas breiter aufstellen will, kann in bestimmte Öl-ETFs investieren. Eine Möglichkeit ist über Sektor-ETFs auf die europäische Ölbranche, den Stoxx 600 Oil & Gas. Die Kosten machen 0,30 Prozent im Jahr aus. Eine Alternative sind zwei Branchenzertifikate, einerseits auf die Aktien von globalen Ölproduzenten und andererseits auf die Titel von weltweit aktiven Öl-Dienstleistern. In die Baskets werden die Dividenden anteilig angerechnet, und die Kosten bestehen aus der An- und Verkaufsspanne von rund einem Prozent. Eine weitere Möglichkeit bietet der Lyxor UCITS ETF STOXX Europe 600 Oil & Gas (EUR). Das Zertifikat hat seit Jahresbeginn bereits mehr als 17 Prozent Ertrag erzielt.

Bis zu 20 Prozent Ertragschance

Die UniCredit bietet ein Express Zertifikat auf Europas Ölaktien an. Dieses bietet einen Schutz vor Kursverlusten bis bis zu 35 Prozent. Das Express Plus Zertifikat (DE000HVB17Y8) liegt die Entwicklung des Stoxx Europe 600 Oil & Gas-Index zugrunde und verbindet die Chance auf einen jährlichen Zinskupon von fünf Prozent. Es besteht jedoch für die Bank auch die Möglichkeit das Papier vorzeitig zu tilgen. Die maximale Rückzahlung beträgt nach vier Jahren 20 Prozent. Vorzeitig getilgt werden kann das Wertpapiere, wenn der Schlusskurs des Stoxx Europe 600 Oil & Gas-Index an einem der jährlichen Bewertungstage auf oder über dem Auszahlungslevel notiert, also dem Index-Schlusskurs des ersten Bewertungstag.

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