So versichern Sie Ihr Fahrrad am besten

Gutes Schloss, gute Versicherung. Beides kann verhindern, wenn sich Diebe ans Werk machen, dass es hinterher teuer wird.

Gutes Schloss, gute Versicherung. Beides kann verhindern, wenn sich Diebe ans Werk machen, dass es hinterher teuer wird.

Fahrradwege in Städten werden jedes Jahr ausgebaut. Mit ihnen steigen auch die Zahl der Fahrräder und der Diebstähle. Wie Sie Gaunern ein Schnippchen schlagen, wie Sie Ihren Drahtesel am besten versichern, warum Sie vielleicht gar keine Fahrradversicherung brauchen und worauf Sie achten sollten, damit sich im Fall der Fälle die Versicherung nicht um die Leistung drücken kann. Plus: Neuer Trend Fahrradboxen.

Rund 30.000 Fahrräder werden im Schnitt pro Jahr gestohlen. Nur wenige Diebstähle werden aufgeklärt. Der Schaden, den Diebe anrichten, liegt bei rund zehn Millionen Euro pro Jahr. Wer es den Dieben nicht so einfach machen möchte, benützt ein Fahrradschloss. Doch hier gibt es große Unterschiede: Noch immer verwenden viele Fahrradfahrer kostengünstige Schlösser, mit wenig sicheren Nummern-, Spiral-, oder Kabelschlössern. Doch ein gewöhnliches Fahrradschloss reicht längst nicht mehr aus. „Diebe können diese in nur 15 Sekunden knacken“, weiß Hartwig Löger, Vorstandvorsitzender Uniqa Österreich. Viele Fahrradversicherungen verlangen daher ein Panzer-, Bügel-, oder Kettenschloss.

Haushaltsversicherung kann Schäden decken

Doch nicht immer ist eine eigene Fahrradversicherung nötig. Was viele vergessen: Fahrräder sind oft in bestehenden Haushaltsversicherungen mitversichert. Diese inkludiert in der Regel aber nur den Kostenersatz, wenn das Fahrrad von zu Hause, also aus dem Keller, Garten oder Abstellraum, gestohlen wird. Wer viel mit dem Rad unterwegs ist und anderswo absperrt, sollte daher auf eine spezielle Fahrradversicherung zurückgreifen. Entweder separat von der Haushaltsversicherung oder als Zusatzbaustein deiner solchen.

Versicherung greift außerhalb des eigenen Grundstücks, Hauses oder Gemeinschaftskeller

Im Rahmen von Fahrrad-Diebstahlversicherung sind die, in der Polizze bezeichneten Fahrräder und deren Bestandteile, inkludiert. Fahrräder sind damit auch dann gegen Schäden durch Diebstahl versichert, wenn sie sich außerhalb des eigenen Grundstücks, Kellers oder Hauses befinden. Der Versicherungsschutz gilt entweder nur innerhalb Österreichs und je nach Versicherung- und Versicherungsschutz auch in angrenzenden Staaten oder europaweit.

Extra-Zubehör versichern

Alles Zubehör, das beim Kaufpreis des Fahrrades nicht schon inkludiert war, kann mitversichert werden, sofern es fest montiert ist und es eine Rechnung davon gibt, etwa für das Fahrradschloss, Spiegel oder etwa Lichtanlagen, Gepäckträger, Kotflügel, sofern dafür extra bezahlt werden musste. Bedingung für die Versicherung: Eine Rechnungskopie. Vielfach nicht versicherbar: Packtaschen, Kindersitze, Körbe, Flaschen und Tachometer.

Versicherungskosten variieren beträchtlich

Grundsätzlich kann man alte als auch gebrauchte Fahrräder versichern. Die Versicherungssumme von gebrauchten Rädern wird nach dem Zeitwert ermittelt, der von einem Fahrradhändler geschätzt und bestätigt werden muss. Das Fahrrad wird zu diesem Wert mit den üblichen Bedingungen versichert. Ein Vergleich des Onlineportals Durchblicker.at ergibt, bei einem neuen Fahrrad um 500 Euro, eine jährliche Prämie zwischen 45 und 80 Euro. Die günstigste Versicherung, diese wird von der Grazer Wechselseitigen angeboten, hat einen Selbstbehalt von 20 Prozent. Der VCÖ verlangt 80 Euro im Jahr, und verlangt das Fahrrad entweder mit Bügel-, Falt- oder Kettenschloss abzusperren. Meist kann man jedoch bei teureren Versicherungen einen Selbstbehalt wählen und so die jährliche Prämie senken.

Fahrradschlosshersteller bieten Versicherungen selbst an

Fahrradschloss-Hersteller bieten oft selbst gleich eine Versicherung an. So etwa Argus. Die Sicherheitsschloss-Spezialisten verlangen für eine Fahrradversicherung 47,30 im Jahr, fordern aber Schlösser der Marken Abus- oder Kryptonite. Die Versicherung bietet als Standardleistung einen europaweiten Schutz, und ist ohne Selbstbehalt, Teildiebstahl sind ab 20 Euro gedeckt, fest montierte Extra-Ausstattung ist mitversicherbar. Versicherung gegen Vandalismusschäden gibt es gegen Aufpreis. Wer will kann die Prämie durch einen Selbstbehalt verringern. Eine Transportversicherung ist ebenfalls standardmäßig inkludiert. Diese gilt, wenn das Fahrrad diebstahlversichert ist und beim Transport mit Verkehrsträgern (z.B. Bahn, Bus, Fluggesellschaft) beschädigt wird oder abhanden kommt, und die jeweilige Gesellschaft den Schaden nicht ersetzt.

Wann Versicherungen aussteigen

Doch die beste Versicherung hilft nichts, wenn das Fahrrad zwar abgesperrt war, aber nicht an einen festen und fixen Gegenstand abgeschlossen wurde. Oder das Fahrrad etwa in Stiegenhäusern oder Höfen gestanden ist, aber nicht versperrt war. Kellerabteile oder Abstellräume müssen versperrt gewesen sein, sonst gibt es im Fall eines Diebstahls ebenfalls kein Geld von der Versicherung. Das Fahrrad muss zudem eine Rahmennummer haben. Wenn diese fehlt, sollte man eine solche beim Fahrradhändler einstanzen lassen. Achten Sie darauf, wenn Versicherungen bestimmte Schlösser verlangen, dass auch die Sicherheitsstufe passt. Wird etwa Versicherungsstufe zehn oder elf verlangt und das gekaufte Schloss verfügt auch nur über eine darunter, hat die Versicherung wieder einen Grund mehr Ihnen einen möglichen Schaden nicht zu ersetzen. Ein Trend um sein Fahrrad möglichst sicher abzuschließen sind sogenannte Bike-Boxen und "Bike-Safes."

Was ersetzt wird

Versicherung bietet meist Kostenersatz bei Schäden durch Verlust, Diebstahl, Einbruchdiebstahl, Raub, Unterschlagung, Verwechslung und unbefugte Benützung sowie die dadurch entstandene Beschädigung oder Zerstörung des Fahrrades oder auch nur einzelner Bestand- u. Zubehörteile. Vandalismusschäden sind bei letzterem häufig nicht versichert.

Ersetzt wird im Schadensfall der Zeitwert. Teilschäden werden meist dann voll ersetzt, wenn die Reparatur- bzw. Wiederbeschaffungskosten 25 Prozent der Versicherungssumme nicht übersteigen. Ist das jedoch der Fall, wird der Zeitwert ausbezahlt. Bei Bestehen einer Haushaltsversicherung gilt das Subsidiärprinzip. Das bedeutet: Zuerst wird geprüft, in wie weit diese Versicherung überhaupt zahlen muss. Erst wenn der Schaden nicht durch die Haushaltsversicherung gedeckt ist, und anderen Gründen vorliegen, warum die Versicherung nicht zahlen muss, wie etwa unversperrt im Innenhof gestanden, erklärt sich die Fahrradversicherung für zuständig.

Der Wert des Fahrrades schmilzt dahin und damit auch die Versicherungsleistung

Der Zeitwert, der nach einem Schadensfall ersetzt wird, errechnet sich im Schnitt wie folgt:
100 % im ersten Jahr ab Kaufdatum
90 % im zweiten Jahr ab Kaufdatum
80 % im dritten Jahr ab Kaufdatum
70 % im vierten Jahr ab Kaufdatum
60 % im fünften Jahr ab Kaufdatum
50 % danach

Was im Schadensfall zu tun ist

- Innerhalb weniger Stunden eine Anzeige bei der nächsten Polizei machen und eine Bestätigung verlangen.
- Unverzügliche Mitteilung an die Versicherung, inklusive ausgefülltes Schadensformular
- Sobald man nach einem Diebstahl ein neue Fahrrad bzw. Teil (als Ersatz für das alte) gekauft hat, schicken Sie eine Kopie der Rechnung an die Versicherung. Nur dann ist Kostenersatz möglich.
Mit der Leistung der Entschädigung gehen das in Verlust geratene Fahrrad bzw. die Teile in das Eigentum des Versicherers über. Der Versicherungsnehmer hat dem Versicherer unverzüglich mitzuteilen, falls er das in Verlust geratene Fahrrad bzw. Teile davon wiedererlangt. Andernfalls ist das Versicherungsbetrug.

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