So gefährlich sind Bitcoins & Co

So gefährlich sind Bitcoins & Co

Keine Aufsicht, kein Rechtsschutz, keine Sicherheit. Bitcoins sind hochriskant.

Von der österreichischen Post bis hin zu kleinen Gewerbebetrieben - immer mehr Unternehmen verkaufen Kryptowährungen wie Bitcoins. Doch diese Währungen sind aus mehreren Gründen höchst riskant.

Dagegen wirken Aktienspekulationen wie Omas Sparbuch. Der Wert der Kryptowährung Bitcoin hat auf Eurobasis im vergangenen Jahr um rund 574 Prozent zugelegt. Angesichts solcher Zuwächse dürfte da wohl selbst der eine oder andere unzufriedene Sparbuch-Anleger ins Schwanken geraden. Wenn noch dazu die altehrwürdige Post und viele kleine Betriebe wie die Schuhboutique von nebenan Bitcoins verkauft, was soll daran gefährlich sein?

Doch auch wenn die neuen Vertriebswege noch so harmlos erscheinen, die neue Spekulationswährung ist brandheiß. Zu den obersten Warnern zählt die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA). Sie rät Verbraucher eindringlich vor dieser virtuellen Währung ab. Die Gründe für diese Warnung:

Es ist die Währung der Kriminellen
Vom Drogendealer über den Cyberkriminellen bis hin zum Waffenhändler wird diese Währung gerne genutzt. Der Grund für die Beliebtheit unter Kriminellen: Die Währung ist völlig anonym, Geldflüsse nicht nachzuvollziehen.

Handel unterliegt keiner Aufsicht
Die für den Handel mit Bitcoins notwendige Software unterliegt keinen gesetzlich vorgeschriebenen IT-Standards oder Sicherheitsvorschriften, weiß Manuela Ponesch-Urbanek von der Steuerberatungs- und Wirtschaftsberatergruppe TPA. Das birgt zahlreiche Risiken, wie etwa Schäden durch Hacker-Angriffe, durch Softwarefehler und durch Datenverlust.

Guthaben kann jederzeit verschwinden
Plattformen auf denen Bitconis gehandelt werden, können jederzeit geschlossen werden. Das war in der Vergangenheit auch bereits mehrmals der Fall. So hat das amerikanische FBI bereits virtuelle Marktplätze geschlossen. Die Folge: Die Guthaben verschwinden einfach. Ponesch-Urbanek von der TPA: „Es gibt keinen Rechtsschutz, keinen Schutz der Einlagen und auch keinen Anlegerschutz.“ Wird eine Handelsplattform geschlossen, zum Beispiel wegen Insolvenz oder weil in einem Staat der Handel mit Bitcoins plötzlich verboten wird, ist das Geld weg. Die chinesische Zentralbank etwa hat die digitalen Münzen als Zahlungsmittel komplett verboten. Auch andere Notenbanken und auch Politiker stellen die Legalität der Währung in Frage. Wird eine Handelsplattform geschlossen, leidet die gesamte Währung. So gab der Kurs nach der Schließung einer Plattform durch das FBI im Jahr 2013 um ein Viertel nach.

Kurs von Bitcoins unterliegt starken Schwankungen
Bitcoins werden nicht von einer staatlichen Notenbank herausgegeben. Kaufkraft und Preisstabilität der virtuellen Währung sind daher ungesichert und unterliegen alleine deshalb starken Schwankungen. Die hohen Kursschwankungen machen Bitcoins hochspekulativ und können zum Totalverlust führen.

Digitale Geldbörsen können gehackt und geleert werden
Digitale Geldbörsen werden auf Computern, Laptops oder Smartphones gespeichert und sind damit Angriffen von Hackern ausgesetzt. Informationen werden nicht zentral gespeichert. Wer den Schlüssel für die eigene digitale Geldbörse verliert, hat Pech gehabt. TPA-Expertin Ponesch-Urbanek: „Es gib keine Möglichkeit mehr, auf diese zuzugreifen.“ Es gibt keinen Ansprechpartner für Beschwerden, Anfragen oder wo man Hilfe erwarten kann.

Kein Rechtsschutz bei Transaktionen
Nicht genehmigte oder falsche Transaktionen können nicht rückgängig gemacht werden. Hinzu kommt, es steht keineswegs fest, ob Bitcoins auch in Zukunft als Zahlungsmittel akzeptiert werden. „Das liegt im freien Ermessen des Vertragspartners“, stellt Ponesch-Urbanek klar. Es gibt auch derzeit keinen Anspruch, der jemanden dazu verpflichtet das Zahlungsmittel zu akzeptieren oder in reale Währungen umzutauschen. Ein dauerhafter Bestand von Bitcoins als digitales Tausch- und Zahlungsmittel ist daher nicht gewährleistet.

Handeln Banken bald mit Bitcoins?

Doch die Krypotwährungen könnten zumindest vor einem wichtigen Schritt in die etablierte Finanzwelt stehen. So prüft laut einer US-Zeitung derzeit mit Goldman Sachs, die erste große Wall-Street-Firma, den Einstieg in den direkten Handel mit Bitcoins und anderen digitalen Währungen. Hochriskant bleibt ein solches Investment dennoch. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist jederzeit möglich.

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