Das haben Fonds nach 20 Jahren gebracht

Das haben Fonds nach 20 Jahren gebracht

Globale Aktienfonds brachten in den vergangenen 20 Jahren zwischen 40 und 250 Prozent.

Der deutsche Fondsverband BVI hat für 1.800 Fonds die Rendite in den vergangenen 20 Jahren ermittelt. Vielfach mit enttäuschendem Langfrist-Ergebnis. Welche Aktienkategorien am wenigsten Ertrag brachten und wie Anleihen- und Mischfonds dazu im Vergleich abgeschnitten haben. Experten geben ihre Einschätzungen und Empfehlungen für 2019 wieder.

Der deutsche Fondsverband BVI hat die Wertentwicklung hunderter Investmentfonds über einen Zeitraum von 20 Jahren ausgewertet. Die Ergebnisse sind ernüchternd, zeigen diese doch, dass man trotz langfristiger Veranlagung Aktienfonds nicht, wie vielfach von der Fondsindustrie propagiert wird, in jedem Fall auszahlt. Besonders enttäuschend entwickelten sich im Schnitt europäische und weltweit veranlagte Aktienfonds. Wenn es auch viele Fonds noch keine 20 Jahre gibt.

Zwei Prozent Rendite pro Jahr für europäische Aktienfonds
Traurig aber wahr: Die Anlagekategorie „Aktienfonds Europa“ warf in den vergangenen 20 Jahren (Bemessungszeitraum endete am 31. Dezember 2018) im Schnitt jährlich nur zwei Prozent Rendite. Im Vergleich dazu erzielten biedere Euro Geldmarktfonds 1,5 Prozent per anno - das ohne Nervenkitzel und große Kursschwankungen.

Globale Aktienfonds: 3,7 Prozent pro Jahr
Nicht viel höhere Gewinne warfen Aktienfonds ab, die ihr Vermögen global streuen. Ihr Ertrag im Schnitt über 20 Jahre: 3,7 Prozent pro Jahr. Im Verhältnis zum eingegangen Risiko schnitten da noch Immobilienfonds besser ab, die 3,5 Prozent abwarfen.

Emerging-Markets-Fonds als klare Sieger
Die von Fondsspezialisten gerne als Langfrist-Rendite für Aktienfonds in Aussicht gestellte sieben Prozent Ertrag pro Jahr schafften jedoch im Schnitt nur Aktienfonds, die das Fondsvermögen in Emerging Markets veranlagten. Aber zum Preis eines deutlich höheren Risikos als beispielsweise Investments in europäische Aktien.

Anleihen-Fonds als die großen Gewinner der vergangenen 20 Jahre
Die großen Gewinner waren, zieht man nach 20 Jahren Bilanz, Anleihenfonds. Am besten haben zwar auch hier mit 6,4 Prozent Ertrag pro Jahr solche aus Schwellenländern abgeschnitten, aber schon an zweiter Stelle findet sich die Kategorie europäische Rentenfonds mit langlaufenden Papieren. Diese brachten im Schnitt 3,7 Prozent jährlich.


Mischfonds: Hoher Aktienanteil wurde nicht belohnt
Erstaunlicherweise haben Mischfonds, unabhängig davon, ob mit hohem oder geringem Aktienanteil, ähnlich hohe Renditen gebracht. 3,1 Prozent (Mischfonds ausgewogen) beziehungsweise 3,2 Prozent (Euro-Mischfonds aktienbetont und Mischfonds rentenbetont global) Rendite erzielt. Wenn das auch vielfach darauf zurückzuführen ist, dass Anleihen in den vergangenen Jahren eine gigantische Rallye hingelegt haben.

Große Performance-Unterschiede innerhalb der Anlageklassen - Wachstumsfonds waren top
Die Studie zeigt aber auch wie wichtig die Fondsauswahl ist. Denn die Performance-Unterschiede innerhalb der einzelnen Fondskategorien sind riesig. So hat der beste globale Aktienfonds über 10 Jahre rund 250 Prozent gemacht, der schlechteste unter den 1.800 untersuchten Fonds sechs Prozent.
So vermehrte der Allianz Strategiefonds Wachstum Plus (DE0009797316) das Vermögen der Anleger um 204 Prozent. Der Deutsche Smart Industrial Technolgie Fonds der DWS (DE000512482) erzielte gar 248 Prozent, der DWS Top Dividend (DE0009848119) fuhr in zehn Jahren einen Ertrag von 167 Prozent ein. Besonderes Pech hatten Anleger dagegen, die auf den RSI International der Universal-Investment vertrauten. Dieser schaffte es in zehn Jahren das Vermögen insgesamt (und nicht jährlich) gerade einmal um sechs Prozent zu steigern.

Beste Ergebnis: 200 Prozent in 20 Jahren
Auf 20-Jahre der beste Fonds in der Kategorie globale Aktienfonds unter den 1.800 untersuchten Fonds des deutschen Fondsverbandes war der UniGlobal (DE0008401051) der Union Investment mit insgesamt 200 Prozent Performance. Beim DWS Accumula (DE0008474024) erzielte unterm Strich 192 Prozent Rendite. Beim Deka Aktienfonds RheinEdition Global betrug die Ausbeute nach 20 Jahren nur Plus 41 Prozent.


Die Details zur großen BVI-Performance-Untersuchung finden Sie hier. Doch Achtung, nicht alle Fonds, die in Deutschland zugelassen sind, sind es auch in Österreich.


Zum ersten Mal seit der großen Finanzkrise sind Renditen auf US-Staatspapiere höher als die Inflationsrate.

Die Anleihen-Rallye hat sich mittlerweile jedoch deutlich abgeschwächt. Auf 1-Jahressicht sind Rentenfonds im Mittel mit 0,70 Prozent unter Wasser. Die Chancen, dass sich diese Erfolgsstory in diesem Ausmaß wiederholt sind jedoch gering. Wenn Anleihen auch nach wie vor ein wichtiger Baustein für jedes Depot sein sollten. Vor allem wenn die Zinsen steigen, sind Anleihen eine Option, auch in Europa. In den USA ist es bereits so weit. SYZ in einem aktuellen Kommentar. "Zum ersten Mal seit der großen Finanzkrise sind Renditen auf US-Staatspapiere höher als die Inflationsrate." Anleger in den USA müssten deshalb nicht länger zusätzliche Risiken am Aktienmarkt eingehen, um die Kaufkraft ihrer Ersparnisse zu erhalten.

Welche Anleihenkategorien Experten empfehlen
SYZ Asset Management empfiehlt derzeit etwa Dollar-Anleihen mit kurzer Laufzeit, außerdem Anleihen auf Euro, Schweizer Franken, da allerdings mit Laufzeiten zwischen sieben und zehn Jahren und bester Bonität, als versehen mit einem AAA- oder AA-Rating. Tendenziell bevorzugt SYZ Staatsanleihen gegenüber Unternehmensanleihen. Schwellenländer-Bonds hätten, wie in der Vergangenheit, nach wie vor das größte Ertragspotential.

Defensive Qualitätsaktien bevorzugt
Bei Investments in Aktien ist ebenfalls größte Vorsicht geboten. Für SYZ stehen 2019 defensiv Qualitätsaktien großer Unternehmen im Fokus.
Ihre weiteren Empfehlungen:

Bei US-Tech-Aktien 2019 nicht viel zu holen
Stark verschuldete Unternehmen sollte dagegen gemieden werden. Vor allem die Kombination aus geringerem Wachstum und höheren Fremdkapitalkosten könnte in kritischen Börsenphasen diese zu sogenannten „Fallen Angels” machen und das Geld der Anleger im größeren Stil vernichten. Kurschancen könnte es auch bei ausgewählten Schwellenländer-Aktien aus China und Russland und bei europäischen Aktien geben. Kaum Kurschancen sehen Investmentprofis bei Aktien von US-Tech-Konzernen und stufen diese auf neutral ein. Diese böten zwar hohe Liquiditätsüberschüsse, dennoch müsse man weiterhin mit hohen Kursschwankungen rechnen.

Zentralbanken kommt 2019 eine entscheidende Rolle zu
Als Grund für den scharfen Kurseinbruch an den Märkten Ende 2018 macht Rothschild Asset Management die Zentralbanken verantwortlich, „die dem Markt deutlich weniger Liquidität zuführen.“ Rückblickend hätten Anleger diese Entwicklung klar unterschätzt. Die ultralockere Geldpolitik hat zu exzessiven Bewertungen beigetragen. Dies bedeutet, dass den Zentralbanken in diesem Jahr eine entscheidende Rolle zukommt.“


Eine Rezession schließen wir derzeit aus und ziehen uns nicht vom Markt zurück

Der Experte ist jedoch überzeugt, dass die Zentralbanken den größten Teil ihrer Liquiditätskürzungen bereits 2018 abgeschlossen haben, weitere Kürzungen in diesem Jahr sollten daher deutlich kleiner ausfallen. Der Konjunkturausblick ist nach Einschätzung von Rothschild Asset Management noch immer positiv und das wirtschaftliche Umfeld sieht wieder etwas rosiger aus. Melman: „Eine Rezession schließen wir daher aus und ziehen uns nicht vom Markt zurück. Aktien haben dabei Vorrang vor Unternehmensanleihen.“

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