Slack chattet ohne Investmentbanker an die Börse

Slack chattet ohne Investmentbanker an die Börse

Der Chatdienst Slack will mit Groupware-Diensten die etablierten Software-Companys Microsoft, Google und Facebook angreifen.

Der Chat-Dienst Slack folgt dem Beispiel von Spotify, um ohne Investmentbanken per Direktplatzierung der Aktien an der Börse durchzustarten. Das Börsendebüt wird auch bei Microsoft, Google sowie Facebook für Aufmerksamkeit sorgen.

New York. Der Büro-Kommunikationsdienst Slack, gegründet im Jahr 2013, macht sich auf den Weg an die Börse. Dem Beispiel des Musikdienst Spotify folgend will Slack dabei Gebühren der Investmentbanken umgehen und seine Aktien direkt an der New Yorker Börse platzieren.

Die Chancen auf ein erfolgreiches Börsendebüt dürften dabei nicht schlecht sein. Bei der vorläufig letzten Finanzierungsrunde im August 2018 wurde Slack mit gut sieben Milliarden Dollar bewertet. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg sollte die Bewertung bei einem Börsengang über dieser Marke liegen. Bis zu 13 Milliarden Dollar werden dem erst sechs Jahre alten Unternehmen zugetraut.

Das Vertrauen kommt nicht von ungefähr. Slack gilt mit seinem Kommunikationsdienst als Herausforderer von keinem geringeren als vor allem Microsoft mit dessen Kommunikationswerkzeugen sowie Googles und Facebooks Mail bzw. App-Kommunikation. Slack hat sich vor allem Unternehmenskunden für seine Groupware vorgenommen.

Das in Vancouver in Kanada gegründete Unternehmen hat in der Zwischenzeit seinen Firmensitz nach San Francisco verlegt. Im Ende Jänner abgeschlossenen vergangenen Geschäftsjahr wurde laut gerade veröffentlichtem Börseprospekt der Umsatz um 82 Prozent auf gut 400 Millionen Dollar gesteigert. Unterm Strich hat das Unternehmen einen Verlust von knapp 139 Millionen Dollar eingefahren. 140 Millionen Dollar Minus gab es bereits im Vorjahresergebnis.

Slack wurde nach jüngsten Angaben täglich von mehr als zehn Millionen Mitarbeitern verschiedener Firmen benutzt. Mehr als 85.000 Unternehmen sind zahlende Kunden - allerdings begnügen sich mehr als 500.000 Firmen mit der kostenlosen Version von Slack. Die 575 zahlenden Kunden mit mehr als 100.000 Dollar Jahresumsatz bringen rund 40 Prozent der Gesamterlöse ein.

Wie bei vielen anderen Tech-Unternehmen soll es zwei Arten von Anteilscheinen geben, die ein unterschiedliches Mitspracherecht beim Unternehmen vorsehen. Die A-Aktien sollen über jeweils eine Stimme verfügen, die B-Aktien über zehn Stimmen.

Seit der Gründung im Jahr 2013 hat sich Slack laut Medienberichten rund eine Milliarde Dollar bei Investoren besorgt. Mehrere Start-up-Finanzierer sind die größten Slack-Anteilseigner. Die Firma Accel kommt auf einen Anteil von 24 Prozent, Andreessen Horowitz auf 13,3 Prozent und Social Capital auf 10,2 Prozent. Kein geringerer als der japanische Konzern Softbank, der im großen Stil in Tech-Unternehmen investiert, hat 7,3 Prozent der Anteile.

Der 45-jährige Mitgründer und Chef Stewart Butterfield hält einen Anteil von 8,6 Prozent an Slack. Sie alle haben B-Aktien mit mehr Stimmrechten.

Aktien gegen Cash

Die direkte Platzierung der Anteile an der Börse ermöglicht es den Altaktionären, ihre Aktien sofort zu verkaufen. Für sie gilt dabei keine Haltefrist. Außerdem werden ihre Anteile nicht dadurch verwässert, dass Slack neue Aktien an der Börse ausgibt.

Allerdings ist eine Direktplatzierung auch mit Risiken verbunden. Bei klassischen IPOs (Initial Public Offerings) treten Banken als Zwischenhändler auf. Sie sind schon vor der Erstnotiz an der Börse für das emittierende Unternehmen und seinen Eigentümern Garant für die fixe Abnahme und somit eines Preises, der im Vorfeld mit einer Preisspanne festgelegt und abgetestet wird. Investmentbanker wirken dabei als Kursstabilisator.

Für das Unternehmen als Emittenten der Aktie hat die Direktplatzierung an der Börse den Vorteil, hohe Gebühren zu sparen.

Geld

Währungsrechner- Der Euro und die Weltwährungen

Geld

In diesen Städten lebt und arbeitet es sich am besten

Kommentar
Christian Keuschnigg

Geld

Währungen und der richtige Wechselkurs

Börsewissen #IC19

Fundamentalanalyse: Aktien unter der Lupe #IC19