Sind wir schon Mitten in einer großen Aktienkorrektur?

Sind wir schon Mitten in einer großen Aktienkorrektur?

Sind die Aktienmärkte bereits heiß gelaufen?

Die Anleger stoßen Aktien ab. Die Fluchtwährung Schweizer Franken schnellt auf ein 2-Jahreshoch. Schuld ist vor allem der Handelskrieg. Warum die Anleger gerade jetzt die Nerven verlieren, die Schweiz als sicheren Hafen für ihr Geld ansteuern, wie große Investoren wie Buffett & Co die Lage langfristig einschätzen und wie groß das Risiko einer Rezession eingestuft wird.

Politische Börsen haben kurze Beine - sagt man. Derzeit dominieren sie aber die Märkte. Die beruhigenden Worte von manchen Analysten verfehlen ihre Wirkung. Denn US-Präsident Donald Trump jagt derzeit den Anlegern so viel Angst ein wie schon lange nicht. Sie fürchten ein Kippen des Wirtschaftsklimas und im schlimmsten Fall sogar eine Rezession Das merkt man an zwei Faktoren: Die Anleger flüchten in den Schweizer Franken und die Börsen sind auf Talfahrt. Seit Anfang Mai sind die Investoren hochgradig nervös.

Lesen Sie warum die Anleger gerade jetzt die Nerven verlieren, wie die großen Börsen davon betroffen sind und wie internationale Börsenexperten die Lage einschätzen.

In den letzten Tag hat die Angst der Investoren noch einmal zugenommen. Zu Wochenbeginn setzte etwa der Schweizer Franken, der seit 5. Mai stark zulegte, zu einem neuerlichen Höhenflug an. Zum Euro legte die Schweizer Währung auf den höchsten Stand seit knapp zwei Jahren zu. Der Euro sackte im Gegenzug bis auf 1,117 Franken ab. Die Schweizer Währung wertete damit seither um 4,5 Prozent auf. "Wir sehen eine zunehmende Flucht in sichere Häfen", begründete Sven Schubert von Vontobel Asset Management den Anstieg.

Der große Absturz: Seit einem Monat geht es an den Börsen kräftig bergab
Nichts wie raus aus Aktien denken sich offenbar derzeit die Anleger. Zwar erholte sich der Dax in den vergangenen Tagen leicht und erreichte wieder die 11.700 Euro-Schwelle, davor war es allerdings ein Monat lang immer wieder mitunter heftig nach unten gegangen. Seit 27. Mai büßte das deutsche Börsenbarometer unterm Strich fünf Prozent ein. Laut dem sogenannten Dax-Sentiment, basierend auf einer wöchentlichen Umfrage deutscher Manager, sind die Anleger extrem negativ. Die aktuelle Stimmung der deutschen Anleger ist deutlich eingetrübt. Schlimmer geht es kaum noch. Viele Indikatoren sind vergleichbar schlecht wie während des Kurssturzes zu Jahresende 2018. Nur diesmal könnte die schlechte Stimmung länger anhalten.

ATX: Knapp zehn Prozent Verlust im Mai
Wenn es andere Börsen im Abwärtssog ordentlich erwischt, trifft es die Wiener Börse mit noch viel härter Wucht, scheint eine Börsenregel zu sein. Der Wiener Leitindex ATX büßte denn auch im letzten Monat gleich 9,8 Prozent ein.

Chinas Börsen im Abwärtssog
Der Druck den US-Präsident Trump auf China ausübt, hinterlässt natürlich auch an den Börsen im Land der Mitte Spuren. Der Shanghai B Indexetwa gab in den vergangenen vier Wochen um 7,6 Prozent nach.


US-Leitbörse: 6,5 Prozent Kursverlust im letzten Monat
Seit Anfang Mai ist es auch in den USA mit Kursanstiegen vorbei. Der S&P 500 dreht nach einem bis dahin exzellenten Börsenjahr merklich ins Minus. Beim S&P 500 summieren sich die Kursrückgänge seit Anfang Mai auf 6,5 Prozent. Die Techbörse Nasdaq brach fast so stark wie die Wiener Börse ein. Das Minus: 8,4 Prozent.

USA will nun noch mal an der Zollschraube drehen
Die Gründe für all die Angst liegen alle in den USA. Für zunehmende Besorgnis sorgt die Eskalation des Handelskonflikt der USA mit China. So dreht sich die Eskalationsspirale zwischen China und den USA weiter nach oben. So hat US-Präsident Donald Trump Zölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar von zehn Prozent auf 25 Prozent erhöht. Washington hat nun aber begonnen zu prüfen, ob 300 Milliarden Dollar anderer chinesischer Importe zollpflichtig sein werden.
Analysten der US-Bank Goldman Sachs erwarten eine 60 prozentige Chance, dass die USA Zölle in Höhe von zehn Prozent auf die chinesische Importe von 300 Milliarden Dollar einheben wird.

Handelsstreit könnte globale Wirtschaft im zweiten Halbjahr bremsen
Der Handelsstreit drückt die Stimmung bei Unternehmen und Investoren. "Kommt es nicht zu einer raschen Einigung im Handelsstreit, dürfte das globale Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr nicht steigen, sondern abbremsen", warnt die Investmentgesellschaft Swisscanto in einer aktuellen Analyse.

China betont indess, sich dem US-Druck im Handelsstreit nicht beugen zu wollen. Peking kündigte zudem Ermittlungen gegen FedEx an, weil der US-Paketdienst Lieferungen des chinesischen Netzwerk-Ausrüsters Huawei umgeleitet haben soll.


Anleger fürchten, dass eine Eskalation des Handelsstreits eine Rezession auslöst


Neue Eskalationsspirale erwartet: Negative Auswirkungen auf US-Wachstum befürchtet
Was einer weiteren Eskalation im Konflikt zwischen den beiden Supermächten gleich käme. Auch auf das US-Wachstum dürfte sich dies negativ auswirken. Aufgrund dieser Abwärtsrisiken hat die Investment-Bank ihre Wahrscheinlichkeiten für Zinssenkungen durch die Federal Reserve „stark angehoben“, aber nicht als sicher eingestuft.

"Anleger fürchten, dass eine Eskalation des Handelsstreits eine Rezession auslöst", erklärt Analyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader die jüngste Fluchtbewegung der Anleger. "Zudem besteht für Anleger in Europa das Risiko, dass sich der US-Präsident demnächst auch wieder der Europäischen Union widmet und hier mit neuen Strafzöllen droht."

Namhafte Börsengrößen wie Warren Buffett, Mark Mobius oder US-Milliardär Ray Dalio stellen sich bereits auf einen langen ideologischen Handelskrieg. "Dieser wird unsere Karriere überdauern", so Andy Tohman, Ex-US-Diplomat in Peking.

Börsen: Vier Billionen Dollar in einem Monat futsch
Eine Flucht in den Schweizer Franken geht meist auch mit einer Flucht aus den Kapitalmärkten einher. Im Mai haben Investoren denn auch an den Kapitalmärkten vier Billionen Dollar verloren.

So sehr dürfte der Handelsstreit den US-Börsen bereits belastet haben
Schätzung von Deutsche Bank-Chefstratege Binky Chadha zufolge, verursacht der Handelsstreit alleine am US-Aktienmarkt in den vergangenen 17 Monaten einen Verlust von fünf Billionen Dollar. Dies sei die Geldmenge, die dem US-Aktienmarkt seit Beginn des Handelsstreits entgangen sei.


Börsenrückgang von bis zu zehn Prozent in einem Monat "ganz normal"
Dass sich hier nun ein Börsencrash oder ein Bärenmarkt ankündigt, glaubt Rolf Weigel von der Alpenbank nicht. "Der Rückgang nach dem langen Kursanstieg seit Jahresbeginn ist ganz normal." Auch die immer noch gute Verfassung der Unternehmen würde seiner Einschätzung nach die Aktienmärkte stützen. "Das Risiko einer großen Aktienkorrektur stufen wir daher als relativ gering ein", so Weigel. Schränkt aber ein: "Allerdings muss dazu die Politik auch Vernunft walten lassen." Das ließe sich aber nicht prognostizieren. Derzeit sieht es jedenfalls was Trump anbelangt, nicht so aus.


Bereits im zweiten Halbjahr könnten wichtige Konjunkturindikatoren nach oben drehen. Harter Brexit als größtes Risiko in Europa

Europa: Nur Wachstumsdelle, keine Rezession
In der Eurozone geht das Wachstum zwar leicht zurück und soll heuer nur noch 1,9 Prozent betragen. "Damit befindet sich die Eurozone in keiner Rezession. Es handelt sich nur um eine Wachstumsdelle", so der AlpenBank-Experte. Italien bewegt sich allerdings bereits am Rande einer Rezession. Die Binnenkonjunktur in der Eurozone ist nach wie vor sehr robust. Weigel: "Vor allem die Bauindustrie zeigt noch Wachstumspotential."
Bereits im zweiten Halbjahr könnten wichtige Konjunkturindikatoren nach oben drehen, meint der Experte weiter. Was auch den europäischen Aktienmärkten helfen würde. Das größte Risiko stellt aber der wieder wahrscheinlicher gewordene harte Brexit dar.

Der Sommer könnte heftig werden
Ein Sommergewitter droht an den Börsen dennoch. Der deutsche und der italienische Aktienmarkt könnten besonders betroffen sein. "Deutschland galt in der Vergangenheit als politischer und wirtschaftlicher Stabilitätsanker in Europa", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Dieser Status könnte mit einer Koalitionskrise in Frage gestellt werden." - und die Anleger verunsichern.
In Italien sorgt Ministerpräsident Giuseppe Conte für Unruhe unter Anlegern. Er droht mit Rücktritt, was Investoren mit dem Verkauf von Anleihen des Landes quittierten.


Eine derart ausgeprägte Kursschwäche ist äußerst ungewöhnlich

Gewinnaussichten für Schwellenländer leiden
Die Konjunktur der Schwellenländer reagiert besonders empfindlich auf Veränderungen des Welthandelsvolumens, denn die Schwellenländer liefern vor allem Vor- und Zwischenprodukte für das verarbeitende Gewerbe in der restlichen Welt. Die globale Konjunktur wird derzeit jedoch vor allem von den Binnenkonjunkturen und dort vom Dienstleistungssektor getragen. Dies macht sich auch in der Entwicklung des internationalen Handels bemerkbar, dessen Wachstumsrate nicht nur rückläufig, sondern mittlerweile sogar negativ ist. Darunter leiden die Gewinnaussichten für die Schwellenländer. Entsprechend haben die Kurse der Schwellenländeraktien im vergangenen Monat übermäßig eingebüßt. Ihre Bewertung, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis, hat sich dadurch im Vergleich zu den anderen Regionen deutlich reduziert. "Eine derart ausgeprägte Kursschwäche ist äußerst ungewöhnlich und lässt zumindest eine vorübergehende Erholung erwarten", analysiert Swisscanto. Deshalb halten die Experten der Gesellschaft die Schwellenländer, obwohl sich ihr fundamentales Umfeld jüngst verschlechtert hat, noch für attraktiv.


Dollar-Stärke bremst Goldpreis
Die Verschärfung des Handelskonflikts hat die Nachfrage der Investoren nach so genannten Safe-Haven-Anlagen wieder angekurbelt. Zu diesen sicheren Häfen zählt eigentlich auch Gold. Aktuell richtet sich die Nachfrage der Investoren aber eher auf den US-Dollar, so dass Gold verhältnismäßig wenig profitiert. Gewinnt der US-Dollar an Stärke, dann verteuert sich das in US-Dollar gehandelte Gold in den wichtigsten Nachfrageländern wie China und Indien. Somit dürfte auch die Nachfrage nach Schmuck, Barren und Münzen unter dieser Entwicklung leiden. Wir sehen jedoch Chancen, dass sich der US-Dollar bei einer Aufhellung der globalen Konjunkturaussichten durch eine Lösung im Handelskonflikt abschwächt. Swisscanto dazu: "In Kombination mit einer lockeren Geldpolitik der US-Notenbank könnte dies den Edelmetallen wieder Auftrieb verleihen."


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