Siemens Medizintechnik-Sparte Healthineers am Weg zur Börse

Siemens Healthineers

Startschuss für den Börsengang der Siemens-Medizintechnik-Sparte Healthineers.

Der erwartete Börsengang der Siemens-Medizintechnik Healthineers kommt in die Gänge. Der IPO könnte noch vor Ostern durchgezogen werden. Siemens könnte daraus bis zu sieben Milliarden Euro erzielen.

Der von Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser eingeschlagene Weg zur Umgestaltung des Technologiekonzerns geht weiter. Nach der im September vollzogenen Fusion der Zugsparte mit Alstom folgt nun der erwartete Börsengang der hauseigene Medizintechniksparte „Healthineers“. Der IPO soll, wie bereits angekündigt, in der ersten Jahreshälfte erfolgen. Da von der offiziellen Absichtserklärung - dem nun veröffentlichten "Intention to float" bis zur Erstnotiz normalerweise aber nur vier Wochen vergehen könnte das noch vor Ostern der Fall sein. "Siemens Healthineers ist jetzt bereit für sein Börsendebüt", sagte Siemens-Vorstand und Healthineers-Aufsichtsratschef Michael Sen.

In etwa zwei Wochen wird der offizielle Börsenprospekt veröffentlicht werden, dann können die Aktien gezeichnet werden. Organisiert wird der Börsengang von der Deutschen Bank, Goldman Sachs und JPMorgan. Elf weitere Banken sollen helfen, die Healthineers-Aktien zu verkaufen.

Der Börsengang der Siemens Medizintechnik-Tochter wird seit längerem mit Spannung erwartet. Er könnte der größte Deutschlands seit mehr als 20 Jahren werden, der Verkauf der Verkauf Anteile je nach Schätzung und nachdem wie viele Anteile zum Verkauf kommen zwischen sechs und zehn Milliarden Euro einbringen - Geld, das zur Gänze an den Mutterkonzern gehen soll. Allgemein wird damit gerechnet, dass etwa 15 bis 20 Prozent von Healthineers an die Börse kommen und Siemens die Kontrolle langfristig behalten will.

In der größten Sparte Imaging, die Röntgengeräte, Magnetresonanztomografen (MRT) und Computertomographen umfasst, ist Healthineers Weltmarktführer. in der Labordiagnostik ist Siemens die Nummer zwei hinter Roche. Die dritte Säule des Geschäfts sind Operations-Roboter und andere Geräte, die Healthineers unter dem Begriff "Advanced Therapies" zusammenfasst. "Durch den Börsengang erhalten wir die zusätzliche Freiheit, die wir brauchen, um unsere globale Führungsrolle weiter auszubauen", sagte Healthineers-Chef Bernd Montag. "Wir sind in einer starken Position, um die Zukunft des Gesundheitswesens zu gestalten."

Gewinnträchtiges Geschäft

Healthineers ist der Diamant unter den Siemens-Sparten. Bei einem Umsatz von 13,8 Milliarden Euro konnte im Geschäftsjahr 2017 ein Gewinn von 2,5 Milliarden Euro erzielt werden, die Gewinnmarge liegt somit bei 18 Prozent.

Noch offen ist, ob Siemens einen großen Ankerinvestor - etwa einen Staatsfonds - ins Boot holt. Mit einer Milliarden-Order ließe sich der Erfolg der Emission zwar bei wackligen Börsen absichern, doch wären dann weniger Aktien handelbar. "Siemens geht es nicht um eine Milliarde mehr oder weniger", erklärte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Daher werde sich der Konzern auch von Schwankungen an den Börsen nicht stören lassen.

Siemens-Aktie (ISIN DE0007236101); 5-Jahres-Entwicklung. Stand vom 19.2.2018: 111 €. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Siemens-Aktie (ISIN DE0007236101); 5-Jahres-Entwicklung. Stand vom 19.2.2018: 111 €. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Die Aktie des Mutterkonzerns Siemens (ISIN DE0007236101) selbst hat den Start ins neue Jahr etwas verpasst und seit Jahresbeginn gut vier Prozent verloren. Aktuell notiert das Papier des im Umbau befindlichen Konzerns bei rund 111 Euro. Die Ankündigung des bevorstehenden IPO hat den Siemens-Aktien leichten Auftrieb gegeben. Analysten rechnen damit, dass die Siemens-Aktien durch den IPO der Medizintechnik-Tochter nachhaltig gestützt werden. Der Zeitpunkt für einen Einstieg könnte daher gerade nach der jüngsten Kursbereinigung günstig sein.

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