Schweizer Franken im Sog des US-Dollars

Schweizer Franken im Sog des US-Dollars

Wie der japanische Yen läuft momentan auch der Schweizer Franken Gefahr, zu einem neuerlichen Höhenflug anzusetzen. Deshalb, so wird vermutet, habe die Schweizerische Nationalbank (SNB) diese Woche auf dem Devisenmarkt interveniert.

Hintergrund für die markante Aufwertung des japanischen Yen in der vergangenen Woche war die Schwäche des Dollars. Von dieser Bewegung aus dem Dollar waren auch der Euro und der Franken betroffen, weshalb sich auch Euro und Franken gegenüber dem Dollar aufwerteten, jedoch wesentlich weniger stark als die japanische Währung. Hinzu kam die schwarze Woche an den Börsen, die Abkehr der Investoren von Aktien.

Weil Investoren im Voraus den Banktiteln nicht mehr trauten, tauchten diese Woche die Börsen. Und weil die Zinserwartungen gegenüber dem Dollar tief sind, wertete die US-amerikanische Währung gegenüber dem Yen und dem Franken ab.

Mit realwirtschaftlichen Verhältnissen haben diese Bewegungen wenig zu tun. Denn die Investoren flüchteten in den Yen trotz der Tatsache, dass die japanische Notenbank vor rund zehn Tagen Negativzinsen eingeführt hatte, trotz der Tatsache, dass Japan unter rekordhohen Schulden und einem ebensolchen Haushaltsdefizit ächzt. Innert kurzer Zeit hat sich der Yen gegenüber dem Dollar um rund 9 Prozent aufgewertet.

Auch der Schweizer Franken legte am Donnerstag im Verhältnis zum Dollar auf den höchsten Wert seit vier Monaten zu. "Auf wöchentlicher Basis hat die SNB wahrscheinlich am Devisenmarkt interveniert und den Kurs gedrückt", sagte Luca Bindelli, Währungsspezialist bei der Credit Suisse gegenüber der schweizer Nachrichtenagentur sda.

Doch die Bewegungen der letzten Woche hält Bindelli nicht für dauerhaft. Die Risikoaversion gegenüber Aktien, also die Furcht vor Verlusten mit Aktien, sei übertrieben, und die tiefen Zinserwartungen gegenüber dem Dollar werden wieder steigen, prognostiziert er. Auch wenn im März keine Aussichten auf eine weitere Erhöhung der Zinsen in den USA bestehe, werde sich der Dollar aber "in den nächsten zwei bis sechs Monaten wieder etwas erholen", so Bindelli. Dann werde der Dollar dem Aufwertungsdruck gegenüber dem Yen und dem Franken wieder entgegenwirken.

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Christian Keuschnigg

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