Starker Schweizer Franken: SNB-Chef sieht "keine Gefahr einer Deflation"

Starker Schweizer Franken: SNB-Chef sieht "keine Gefahr einer Deflation"

Wegen des starken Schweizer Franken und des niedrigen Ölpreises wird die Teuerung in der Schweiz heuer bei minus 0,5 Prozent liegen. Die Gefahr einer Deflation auf breiter Front sieht SNB-Chef Thomas Jordan trotzdem nicht.

Der niedrige Ölpreis und der starke Schweizer Franken haben in der Schweiz zu einem regelrechten Preisverfall geführt: Für das laufende Jahr rechnet die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit einer Teuerung von minus 0,5 Prozent, 2017 dürfte die Inflation nach der jüngsten Einschätzung der Notenbank mit einem Plus von 0,3 Prozent wieder in den positiven Bereich zurückkehren.

Die Entwicklung des Wechselkurses EUR/CHF über die vergangenen zehn Jahre.

Kritiker befürchten angesichts dieser Entwicklung eine Deflation - also eine Abwärtsspirale aus fallenden Preisen, sinkenden Löhnen und rückläufigen Investitionen, die in schlimmen Fällen eine Volkswirtschaft lähmen kann. Diese Sorgen versucht SNB-Chef Thomas Jordan zu beruhigen: "Ich sehe im Moment kein wirkliches Deflationsrisiko", sagte er jüngst in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehsender SRF: Die Gefahr für einen Preisverfall auf breiter Front sehe er nicht, die Gründe für die negative Inflation lägen viel mehr in dem niedrigen Ölpreis und in den sinkenden Preisen für Exportgüter auf Grund des starken Schweizer Franken.

Solche Einflussfaktoren könne die Notenbank mit ihren geldpolitischen Maßnahmen nicht kurzfristig ausgleichen. "Es braucht über die Zeit dann eine Korrektur, so dass die Inflation wieder in den positiven Bereich zurückkehrt", sagte Jordan.

Auch externe Experten aus internationalen Banken sehen im Gespräch mit trend.at keine Gefahr einer Deflation: Die gefallenen Preise für importierte Produkte sind gut für die Konsumenten, die nun mehr für ihr Geld bekommen. Und der niedrige Ölpreis wirkt wie ein kleines Stimulusprogramm - so wie es auch in anderen ölimportierenden Ländern, etwa Österreich, der Fall ist.

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