Schweizer Franken setzt Roche stark zu - Aktie sackt ab

Schweizer Franken setzt Roche stark zu - Aktie sackt ab

Wegen des starken Schweizer Franken machte der schweizerische Pharmakonzern Roche 2015 um fünf Prozent weniger Gewinn als im Vorjahr. Die Aktie sackte am Morgen rund drei Prozent ab.

Die Stärke des Franken und Kosten für den Umbau der Produktion haben dem Schweizer Roche-Konzern das Ergebnis im abgelaufenen Jahr vermiest. Unter dem Strich stand mit 9,06 Milliarden Franken (8,2 Milliarden Euro) um 5 Prozent weniger Gewinn als im Jahr davor, wie der weltgrößte Hersteller von Krebsarzneien heute, Donnerstag, mitteilte.

Roche will den Anteilseignern trotzdem eine höhere Dividende zahlen: 8,10 Franken je Genussschein und Inhaberaktie, 0,10 Franken mehr als vergangenes Jahr. Doch die Anleger waren nicht zufrieden. Die Aktie sackte am Morgen um rund 3 Prozent ab.

Nachfrage nach moderner Krebstherapie

Operativ lief es für den Konzern aus Basel besser. Die steigende Nachfrage nach modernen Krebstherapien kurbelte den Absatz an. Der Umsatz wuchs leicht um ein Prozent auf 48,15 Milliarden Franken. Währungsbereinigt betrug das Verkaufsplus fünf Prozent und lag damit im von Roche angepeilten Zielbereich. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie erfüllte Roche die Vorgaben: Er stieg unter Ausschluss von Wechselkurseffekten um sieben Prozent auf 13,49 Franken.

Der Ausblick für den ganzen Konzern fiel verhalten aus, weil die drei wichtigsten Umsatzbringer kaum mehr zusätzliches Potenzial haben. 2016 will Roche den Umsatz unter Ausschluss von Wechselkursschwankungen um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbetrag steigern. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll stärker als die Verkaufserlöse anziehen.

Genesung durch neue Medikamente

Für einen neuen Schub sollen Medikamente gegen Krebs, multiple Sklerose, Immun- und Bluterkrankungen sorgen, die das Unternehmen auf den Markt bringen will. "Mit unserem starken Produktportfolio und unserer vielversprechenden Pipeline sind wir sehr gut für die Zukunft aufgestellt", sagte Konzernchef Severin Schwan.

Besonderes Augenmerk gilt der Krebs-Immuntherapie. Hier hinken die Schweizer US-Konzernen wie Bristol-Myers Squibb und Merck & Co hinterher. Immuntherapeutische Arzneien zielen darauf ab, das körpereigene Abwehrsystem so zu aktivieren, dass es Krebszellen erkennen und zerstören kann. Schwan sagte, dass Roche in dem Bereich neun Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung habe. "Alle Augen sind 2016 auf die Aufholjagd in der Immuno-Onkologie und erste Neuzulassungen gerichtet", kommentierte Michael Nawrath, Analyst der Zürcher Kantonalbank.

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Franz C. Bauer, trend-Redakteur

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