Schulden-Ranking: So viel schulden Osteuropäer Austro-Banken

Schulden-Ranking: So viel schulden Osteuropäer Austro-Banken

Kein anderes Land in Osteuorpa hat mehr Schulden bei österreichischen Banken als die Slowakei.

Osteuropäische Haushalte sind stärker bei Austro-Banken verschuldet als Österreicher. Such das Verhältnis von Höhe der Schulden und dem Wert des Eigenheimes klafft stärker auseinander. Welche Ost-Länder Schuldenkaiser sind und wo ein neues Eigenheim bis zu 17 Mal weniger kostet als in Österreich.

Österreichische Banken sind für weite Teilen Osteuropas wichtige Financiers. Das bedeutet sowohl Chance als auch Risiko. Wie die Finanzkrise gezeigt hat, können aushaftende Kreditrisiken im Osten den heimischen Banken zusetzen. Können Kredite in großem Ausmaß nicht bedient werden, droht im schlimmsten Fall der Kollaps von Geldinstituten.

Erste große Untersuchung über Verschuldung der Haushalte in Osteuropa

Nur bisher konnte dieses Risiko anhand grober Indikatoren wie dem Anteil der bereits in Zahlungsverzug geratenen Haushalte, den sogenannten notleidenden Krediten, analysiert werden.
Doch seit Beginn des Jahres 2017 werden europaweiten Daten erhoben, die erstmals eine tiefgehende Untersuchung auf Haushaltsebene ermöglichen. Dies lässt Rückschlüsse für das Kreditrisiko von Banken zu. Die OeNB hat sich im Zuge dieser Studie auf Osteuropa konzentriert und die Höhe der verschuldeten Haushalte in sechs Ländern untersuchte .

Slowenische Häuselbauer stehen bei Austro-Banken am öftesten in der Kreide

Ausgewählt wurden die Länder Slowenien, Estland, Ungarn, Lettland, Polen und die Slowakei, da für diese auch vergleichbare Daten vorliegen. Aus der Studie geht hervor, das rund 20 Prozent der Kreditvergabe der österreichischen Banken im Ausland stattfindet.
Der Anteil der Haushalte mit ausstehenden Krediten ist in den betreffenden sechs Ländern jenem in Österreich recht ähnlich: In Österreich haben rund 34 Prozent der Haushalte ausstehende Kredite. In den untersuchten Ländern bewegt sich dieser Anteil zwischen 34 Prozent (Lettland) und 39 Prozent (Slowenien).

Die Verschuldungsgrad osteuropäischer und österreichischer Haushalte in Prozent
1. Slowenen: 38 Prozent
2. Polen: 37 Prozent
3. Estland: 36,8 Prozent
4. Ungarn: 36,8 Prozent
5. Slowakei: 36,6 Prozent
6. Österreich: 34,4 Prozent
7. Lettland: 33,5 Prozent

Die Ost-Schuldenkaiser

So viel schulden Osteuropäer, sowohl Privathaushalte als auch Unternehmen, Österreichs Banken:
1. Slowakei: rund 340 Millionen Dollar
2. Polen: rund 210 Millionen Dollar
3. Ungarn: rund 150 Millionen Dollar
4. Litauen: 50 Millionen Dollar
5. Slowenien: 40 Millionen Dollar
6. Estland: 25 Millionen Dollar

Die höchste Verschuldung in diesen Ländern geht von privaten Haushalten aus, so das Ergebnis der Studie. Dort wo österreichische Banken weniger aktiv sind (Estland und Slowenien), ist nahezu das gesamte Außenstände auf den privaten Sektor konzentriert.
Österreichische Banken sind dagegen in der Slowakei der weitaus größte Kreditgeber. Rund zehn Prozent aller Kredite des Landes werden von Austro-Banken vergeben. Dennoch haben die heimischen Banken bei diesen sechs Ländern in den vergangenen Jahren ihr Kreditvolumen zurückgefahren, wenn meist auch nur leicht. Mit einer Ausnahme: In Litauen wurde das Exposure von 400 Millionen Dollar auf rund 50 Millionen reduziert.

Eigenheim in Österreich kostet 17 Mal mehr als in Lettland

Wird die Höhe der ausstehenden Schulden betrachtet, lassen sich allerdings deutliche Unterschiede feststellen. Die Höhe der mittleren Hypothekarkreditschuld (Median) liegt in den untersuchten Ländern zwischen 11.000 Euro (Ungarn) und 30.000 Euro (Slowenien), in Österreich dagegen bei 60.000 Euro. Was auf den ersten Blick niedrig erscheint, stellt sich allerdings als relativ hoch heraus, sobald die Werte der damit besicherten Immobilien betrachtet werden.
Im Schnitt ist ein neugebautes Eigenheim in Österreich rund 250.000 Euro wert und ist damit im Vergleich zu den untersuchten CESEE-Ländern etwa 3-mal (Slowenien) bis 17-mal (Lettland) so hoch.

Extrem unterschiedliche Preisentwicklung

Während in Ungarn, der Slowakei, Slowenien und Polen bis Anfang 2013 die Preise für Immobilien gefallen sind, legten die Preise in Estland, Österreich und Litauen seit 2011 um bis zu rund 40 Prozent zu (siehe Grafik unten).

Osteuropäer deutlich höher verschuldet als Österreicher

Dementsprechend ist die Verschuldung mit der ein Eigenheim belastet ist, in Österreich im Schnitt nur etwa 2-mal (Slowenien) bis 5-mal (Ungarn) so hoch. "Das Verhältnis der Immobilienverschuldung zu Immobilienwerten ist demnach in den untersuchten CESEE-Ländern deutlich höher. Daraus bereits auf ein höheres Risiko zu schließen, wäre allerdings voreilig", resümieren die Autoren der Nationalbank- Studie. Ein weiteres Ergebnis der Studie: "Die Entwicklung der Hauspreise kann ein Risiko für die finanzielle Stabilität eines Landes bedeuten.". Besonders boomende Märkte sei das Risiko erhöht. Die Kreditnehmer in solchen Ländern könnten in absoluten Zahlen höhere Kredite aufnehmen, obwohl ihr Einkommen nicht gestiegen ist. Lässt die Wirtschaftliche Dynamik nach und müssen Häuser notgedrungen verkauft werden, ist der Preisverfall umso höher.

Verhältnis von Schulden und Einkommen unauffällig

Bei der Betrachtung anderer wichtiger Risikoindikatoren auf Haushaltsebene, wie dem Verhältnis von Verschuldungs- zu Einkommenshöhe oder der monatlichen Rückzahlung in Prozent des Einkommens, zeigt sich, dass diese Relationen durchaus unauffällig sind. Zudem sind in einigen Ländern auch deutlich kürzere Kreditlaufzeiten üblich als etwa in Österreich, was ebenfalls in Bezug zum Einkommen – auch bereits zum Zeitpunkt der Kreditvergabe – auf tendenziell niedrigere Kreditvolumina hindeutet.

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