Schokomarkt: Ritter Sport will in Österreich noch mehr mitnaschen

Schokomarkt: Ritter Sport will in Österreich noch mehr mitnaschen

Quadratisch. praktisch, gut: Im letzten Jahr legten die Preise für die Ritter Sport-Tafeln um 10 bis 12 Prozent zu, heuer wird eine Preiserhöhung von sechs Prozent erwartet.

Ritter Sport will am österreichischen Schokoladenmarkt noch mehr mitnaschen: Der Marktanteil legte 2015 um 0,7 Prozent auf 8,4 Prozent zu, langfristig will das Unternehmen aber zehn Prozent Marktanteil. Im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz um 13,3 Prozent auf 15,27 Millionen Euro.

Die Österreich-Tochter des Schokoproduzenten Ritter Sport erwirtschaftete im Vorjahr einen Umsatz von 15,27 Mio. Euro, das entspricht einem Plus von 13,3 Prozent. Der Marktanteil nahm gegenüber 2014 um 0,7 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent zu. Langfristig möchten wir einen Marktanteil von zehn Prozent erreichen", so Wolfgang Stöhr, Geschäftsführer von Ritter Sport Österreich.

Im österreichischen Tafelschokoladenmarkt liegt Ritter Sport nach wie vor auf Platz drei hinter dem Platzhirsch Milka (42,7 Prozent Marktanteil) und dem Schweizer Hersteller Lindt (9 Prozent). 2014 betrug der Marktanteil der Mondelez-Tocher Milka noch 45 Prozent. Der Eigenmarkenanteil der Handelsketten liege stabil bei etwa 17,5 Prozent.

Österreicher essen 2,5 Kilogramm Schokolade pro Jahr

Der Umsatz am heimischen Schokoladenmarkt stieg 2015 um 3,6 Prozent auf 182,3 Mio. Euro. Gleichzeitig nahm die verkaufte Menge um 3 Prozent ab, 20,4 Millionen Kilo Tafelschokolade gingen über den Ladentisch. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Schokolade liegt in Österreich bei etwa 8 Kilo, 2,5 Kilo Tafelschokolade verdrückt jeder Österreicher pro Jahr.

Zu schaffen machen den Schokoladeherstellern nach wie vor die Entwicklungen am Rohstoffmarkt: die Preise für Haselnüsse werden sich laut Stöhr in den nächsten Jahren zwischen 12 und 15 Euro pro Kilo einpendeln, 2013 kostete ein Kilo noch um die 6 Euro.

Auf den zunehmenden Druck am Rohstoffmarkt reagiert Ritter Sport mit einer Neuerung im Produktportfolio, Schokoladen mit hohem Nussanteil werden preislich etwas höher positioniert. "Die Kunden haben bei Schokolade aber ein höheres Qualitätsbewusstsein entwickelt, die Kaufentscheidung läuft nicht mehr nur über den Preis", so Stöhr. Im letzten Jahr legten die Preise für die süßen Tafeln um 10 bis 12 Prozent zu, heuer wird eine Preiserhöhung von sechs Prozent erwartet.

Bis 2025 nur noch nachhaltiger Kakao

Um von den steigenden Weltmarktpreisen für Kakao unabhängiger zu werden, wurde 2011 mit der Bewirtschaftung einer eigenen Kakao-Plantage begonnen, etwa 200 der rund 1.300 Ritter Sport-Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Ab 2017 soll die erste Ernte erfolgen, mittelfristig möchte der Schokoladeproduzent knapp ein Drittel des Bedarfs mit dem Ertrag dieser Plantage decken. Zudem sollen 2016 bereits bis zu 30 Prozent des verwendeten Kakaos aus nachhaltigem Anbau stammen, bis 2025 will der Betrieb seine Produktion zur Gänze auf nachhaltigen Kakao umstellen. Noch in der Pipeline stünden Pläne für eine eigene Haselnussplantage in Lateinamerika.

Im Rahmen des Qualitätskonzepts "Pure Schokolade" möchte der Schokoladeproduzent im Laufe des Jahres den Zusatz von natürlichen Aromen einstellen. Das Nuss-Sortiment ist bereits frei von Aromen, bis Herbst 2016 möchte der Hersteller auch bei den übrigen Sorten völlig darauf verzichten.

Zusammengenommen erwirtschaftete Ritter Sport 2015 einen Umsatz von 470 Mio. Euro und damit ein Plus von 10 Prozent. Ertragsmäßig war das vergangene Jahr mit einer schwarzen Null jedoch wenig zufriedenstellend.

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