Saudis und Russen geben Ölpreis einen Kick

Saudis und Russen geben Ölpreis einen Kick

Die OPEC will den Ölpreis über 50 Dollar halten.

Die beiden Ölgiganten Saudi-Arabien und Russland haben vereinbart, über die jüngsten Vorgaben des Öl-Kartells OPEC hinaus die Öl-Produktion zusätzlich zu drosseln. Damit soll der Preis hochgehalten werden, nachdem in den USA die Ölförderung vor allem über die Schiefergasproduktion verstärkt wurde.

Peking. Der Ölpreis zieht wieder an. Die Ölgiganten Saudi-Arabien und Russland wollen die Ölförderung massiv drosseln. Vertreter der beiden Länder haben vereinbart, die seit Beginn des Jahres gültige Kürzung der Fördermenge zur Stabilisierung der Ölpreise deutlich ausweiten. Die ursprünglich auf sechs Monate bis Juni begrenzte Produktionskürzung soll bis Ende des ersten Quartals 2018 ausgedehnt werden. Die Fördermengenkürzung haben die Energieminister beider Länder, Khalid al-Falih und Alexander Nowak, am Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Peking mitgeteilt.

Am 25. Mai treffen sich die Vertreter des OPEC-Ölkartells mit weiteren Förderländern. Auf dieser Konferenz in Wien wollen Saudi-Arabien und Russland weitere Vorschläge zur Debatte stellen.

Die von Saudi-Arabien dominierte Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) und andere Ölproduzenten unter Führung Russland hatten Ende vergangenen Jahres vereinbart, im ersten Halbjahr 2017 die Förderung um fast 1,8 Millionen Barrel am Tag zu reduzieren. Die Vereinbarung trat mit Beginn 2017 in Kraft. Ziel ist es, die Ölpreise wieder nach oben zu bringen. Doch diese stiegen in den ersten Monaten dieses Jahres nicht weit über die Marke von 50 Dollar je Barrel.

Die Ölpreise sind zum Wochenstart mit der Aussicht auf eine weiter geringere Förderung durch die OPEC-Staaten gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kletterte am Montag um 1,33 Dollar oder 2,63 Prozent auf 52 US-Dollar.

Damit erholt sich der Brent-Preis weiter von seinen heftigen Rückgängen in der ersten Mai-Woche, als er bis auf 46,64 Dollar gefallen war. Am Donnerstag notierte der Brent-Future zuletzt bei 50,84 Dollar.

Der Preis für OPEC-Öl ist am Freitag noch leicht auf 48,27 Dollar pro Barrel gesunken. Am Donnerstag hatte das Barrel nach Angaben des OPEC-Sekretariats in Wien noch 48,37 Dollar gekostet. Der OPEC-Preis setzt sich aus einem Korb von zwölf Sorten zusammen.

Ähnlich sieht die Bewegung beim Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im Juni aus. Dieser legte um 71 Cent oder 1,48 Prozent auf 48,55 Dollar zu.

Der Goldpreis zeigte sich mit knapp behaupteter Tendenz. Im Londoner Goldhandel wurde heute gegen 11.00 Uhr die Feinunze (31,10 Gramm) bei 1.229,13 Dollar (nach 1.231,25 Dollar im Nachmittags-Fixing am Donnerstag) gehandelt.

Der Kampf um billiges Öl

Anders ist die Situation in den USA. Während die OPEC-Länder die Produktion drosseln, um den Preise bei 50 Dollar zu halten, wird in den USA die Öl-Förderung massiv erhöht. Die landesweite Ölproduktion hat jüngsten Daten der US-Regierung zufolge den höchsten Stand seit dem Jahr 2015 erreicht.

Die immer höhere Fördermenge in den USA hatten die Ölpreise zuletzt tendenziell wieder stark belastet und zu einer Senkung des Ölpreises geführt. In den USA wurde die Ölförderung wieder massiv verstärkt. Unter anderem wurde auch die Produktion aus Schiefergas wieder erhöht. Noch vor gut einem Jahr hieß es allerdings, dass die Öl-Gewinnung aus Schiefergas erst ab einem Preis von 60 Dollar pro Barrel mittelfristig rentabel sei.

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