Richtig vorsorgen: Lebensversicherungen

Richtig vorsorgen: Lebensversicherungen

Der Traum vom unbeschwerten Leben in der Pension droht sich angesichts einer absehbaren Pensionslücke von rund 40 Prozent nicht für alle zu erfüllen. Trotz des Zinstiefs haben Lebensversicherungen, Klassiker der Altersvorsorge, für Vorsorgepläne nach wie vor ihre Relevanz.

Zurücklehnen und nach jahrzehntelangem Arbeiten den Lebensabend genießen: Der Traum vom unbeschwerten Leben in der Pension droht sich angesichts einer absehbaren Pensionslücke von rund 40 Prozent nicht für alle zu erfüllen. Auch 45 Versicherungsjahre und regelmäßig geleistete Zahlungen in die Pensionskasse sind kein Garant dafür.

Wer sich gegen allzu große Abschläge gegenüber den Aktivbezügen absichern will, sollte daher entsprechend vorsorgen. Lebensversicherungen eignen sich dank langer Laufzeiten und flexibler Auszahlungsmodelle sehr gut dafür und die in vielen Angeboten enthaltenen Kapitalgarantien geben dabei eine gewisse Sicherheit, dass der Ertrag am Ende auch den Vorstellungen entspricht.

Neben den klassischen Erlebensversicherungen, die sich zur Aufbesserung der eigenen Pension eignen, bieten sich dafür auch fondsgebundene Lebensversicherungen an. Diese Form der Lebensversicherungen bietet höhere Ertragschancen, bei einem gleichzeitig überschaubaren Risiko. Das eingezahlte Kapital landet teilweise am Finanzmarkt, das Versicherungsunternehmen spekuliert – allerdings streng reguliert. Allfällige Verluste sind daher normalerweise erheblich glimpflicher als bei anderen Investmentfonds.

Ein Restrisiko bleibt natürlich, aber dennoch eignet sich eine fondsgebundene Lebensversicherung sehr gut als Element in einem umfassenden Vorsorgeplan. Sie kann durchaus auch als Alternative zu anderen Investmentfonds dienen, da dank stärkerer Regulierung in weniger volatile Aktien investiert wird. Allerdings sollte die vertraglich festgelegte Laufzeit auch eingehalten werden, da andernfalls erhebliche Abschläge hingenommen werden müssen.

Variante mit Haken: Prämiengeförderte Zukunftsvorsorge

Eine prämiengeförderte Zukunftsvorsorge ist keine Lebensversicherung im eigentliche Sinn, kann aber denselben Zweck erfüllen. Konsumentenschützer warnen jedoch, dass prämiengeförderte Zukunftsvorsorgeprodukte höchst komplex sind und sich VerbraucherInnen oft schwer tun, die Vertragsbedingungen, Produktgestaltung und Neuangebote zu verstehen.

Vor Ablauf von zehn Jahren können prämiengeförderte Zukunftsvorsorgeprodukte nicht gekündigt werden. Bei bestehenden Verträgen kann man lediglich Prämien freistellen lassen. Dabei ist auf eventuell anfallende laufende Verwaltungskosten zu achten.

Eine Kapitalgarantie gibt es außerdem gesetzlich nur im Fall der Inanspruchnahme einer Rente. Lässt man sich den Betrag dagegen einmalig auszahlen, hat man nur die Kapitalgarantie, wenn diese im Vertrag zugesichert ist. Zudem muss die Hälfte der Prämie zurückgezahlt werden und die Erträge müssen ebenfalls mit der Kapitalertragssteuer versteuert werden.

Weiter mögliche Haken sind in der großen Bandbreiten bei der Aktienveranlagung oder den Zusatztarifen wie für den Fall eines Unfalltods versteckt. Kostenvergleiche sind dadurch jedenfalls nur schwer möglich. Konsumentenschützer raten Kunden, in jedem Fal vor Vertragsabschluss auf schriftliche Unterlagen zu bestehen und alles genau zu prüfen. Außerdem sollten die Indexklausen in den Verträgen beachtet werden. Eine jährliche Anpassung der Prämie kann zu einer beträchtlichen Verteuerung der laufenden Prämienzahlungen führen.


Vor- und Nachteile

  • Pensionsvorsorge. Wird eine Lebensversicherung zur Pensionsvorsorge abgeschlossen, kann man am Ende der Laufzeit entscheiden, ob das Geld auf einmal ausgezahlt werden soll oder ob es in Form von monatlichen Zuschüssen zur Pension erhalten möchte. Damit kann die Pensionslücke eingedämmt werden.
  • Selbstschutz. Die langen Laufzeiten (meist über 10 Jahre) und die schwere Verfügbarkeit schützen das Kapital vor impulsivem Kaufverhalten. Das Geld ist vor dem eigenen Zugriff sicher. Allerdings: Wer frühzeitig darauf zugreifen muss, verliert nicht nur die Zinsen, sondern muss meist draufzahlen, um den Vertrag vorzeitig zu kündigen.
  • Steuervorteil. Wenn die Auszahlung als monatlicher Pensionszuschuss erfolgt, sind die geleisteten Zahlungen steuerlich absetzbar.
  • Kapital- oder Zinsgarantien. Bei vielen Produkten gibt es Kapital- oder Zinsgarantien. Die Versicherungsnehmer (oder deren Begünstigte) können also am Ende der Laufzeit mit einem Mindest-Fixbetrag kalkulieren.
  • Kosten und Gebühren. Versicherungssteuer, Gebühren und Provision schmälern den Ertrag, besonders bei sogenannten „gezillmerten“ Verträgen. Dabei werden die Kosten gleich bei Vertragsabschluss verrechnet, es dauert lang, bis der Ertrag die Kosten wieder ausgleicht.
  • Zinsschwankungen. Das seit einigen Jahren herrschende Zinstief hat auch vor Lebensversicherungen nicht halt gemacht. Der staatliche Garantiezins, ist 2017 auf 0,5 Prozent gefallen. Mit Zinserträgen, die vor der Finanzkrise noch wichtige Argumente beim Verkauf von Lebensversicherungen waren, ist kaum zu rechnen.

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