Reiseversicherung: Starker Anstieg bei Notfällen

Reiseversicherung: Starker Anstieg bei Notfällen

Wenn Hilfe aus der Luft kommt, wird es teuer - wenn man keine Reiseversicherung oder Kreditkarte, die diese Leistung abedeckt hat.

Die Österreicher sind heuer im Sommer deutlich mehr auf Urlaub gefahren als im Jahr davor. Das zeigt sich auch an den sprunghaft angestiegen Notfällen, in denen die Reiseversicherer Hilfe leisten mussten.

Von Juni bis August 2017 betreute die Europäische Reiseversicherung weltweit 343 medizinische Notfälle. In 63 Fällen war ein begleiteter Rücktransport per Flugzeug erforderlich, in 22 Fällen der besonders aufwendige und kostenintensive Einsatz eines Ambulanzjets. Mag. Wolfgang Lackner, Vorstandsvorsitzender der Europäischen Reiseversicherung: „Da mehr Österreicher verreist sind, verzeichnen wir deutlich mehr Schadensfälle als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die geografische Verteilung der Schäden spiegelt die bevorzugten Urlaubsdestinationen der Österreicher in dieser Sommersaison wider.“

Notfälle in Griechenland, Spanien und Italien stark gestiegen

Analog zum Beliebtheitsranking der Destinationen sind auch in der Notfallstatistik der Europäischen Reiseversicherung die Mittelmeer-Anrainerstaaten Griechenland (43 Fälle), Spanien (31 Fälle) und Italien (20 Fälle) führend und weisen im Vergleich zum Vorjahr teils enorme Steigerungen auf. Einzig die Türkei verzeichnet einen starken Rückgang an Notfällen. Deutliche Zuwächse gab es ebenfalls in den Ferndestinationen USA und Indonesien. Dort haben sich auch die kostenintensivsten Schadensfälle ereignet. Der teuerste Fall dieses Sommers ist ein stationärer Aufenthalt samt Rückholung im Ambulanzjet aus den USA mit 144.000 Euro.

20 Prozent mehr Ambulanzflüge

Die medizinischen Notfälle mit Rückholung im Ambulanzjet sind um mehr als 20 Prozent gestiegen. Die Patienten wurden dabei aus zehn verschiedenen Ländern nach Österreich zurückgeholt. Darunter waren neben den klassischen Urlaubsdestinationen auch Länder wie der Iran, Serbien und die USA.

Insgesamt verzeichnete die Europäische Reiseversicherung in den Sommermonaten mehr als 13.300 Schadensfälle. Das bedeutet ein Plus von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was auf die vermehrte Reisetätigkeit zurückzuführen ist. Von allen Fällen sind Reisestorno und Reiseabbruch zwar die häufigsten, jene mit Krankheit und Unfall, insbesondere mit Ambulanzjet, jedoch laut Versicherern die kostenintensivsten.

Dramatische Beispiele

Das zeigt der Schadensfall einer Urlauberin auf Kreta, die mit starken Schmerzen im Brust- und Schulterbereich ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Untersuchung zeigte eine bilaterale Lungenembolie, woraufhin die Patienten eine Woche im Spital bleiben musste und danach mit dem Ambulanzjet zurück nach Österreich gebracht wurde. Kostenpunkt: rund 25.900 Euro. Bei Fernreisen können die Kosten bei einem Notfall rasch explodieren. Alleine die Rückholung im Ambulanzjet kostet bis zu 25.000 Euro innerhalb Europas, bis zu 100.000 Euro aus Asien und den USA und bis zu 150.000 Euro aus Australien.

Wolfgang Lackner: „Die medizinische Versorgung ist in den Fernreisedestinationen auf unterschiedlichem Niveau. In manchen Ländern erreicht sie – speziell in Privatkliniken – westlichen Standard, in anderen muss mit Unterversorgung gerechnet werden. Dies bedingt im Notfall unter Umständen die Evakuierung eines Patienten in ein benachbartes Land mit entsprechender Behandlungsqualität oder einen Transport zurück nach Österreich. Die größte Herausforderung in exotischen Destinationen ist die rasche Organisation ärztlicher Hilfe. Die Europäische Reiseversicherung kann dafür auf ihr weltweites 24-Stunden-Netzwerk zurückgreifen und somit rasch und effizient helfen.“

Das durchschnittliche Alter liegt bei 43 Jahren

Wer meint, dass ältere Menschen eher krankheitsanfällig sind und eine Reiseversicherung benötigen, irrt: Das durchschnittliche Alter der Betroffenen lag sowohl bei Frauen als auch bei Männern bei rund 43 Jahren. Dennoch reagieren ältere und/oder körperlich beeinträchtigte Personen oftmals empfindlicher auf beispielsweise Klimaveränderungen oder sie sind generell nicht mehr so belastbar. Bei dieser Gruppe können sich einfache Erkrankungen oder leichte Verletzungen rasch zu komplexen medizinischen Fällen entwickeln.

Daher empfiehlt sich laut Europäischer Reiseversicherung insbesondere bei Fernreisen eine sorgfältige Planung. Diese sollte eine gezielte medizinische Vorbereitung – gegebenenfalls unter Einbeziehung eines Tropenmediziners – mit Bedacht auf persönliche Bedürfnisse und die physische Verfassung ebenso beinhalten wie Informationen zum Urlaubsziel. Hier sind speziell die Website des Außenministeriums www.bmeia.gv.at und der kostenlose Service der Reiseregistrierung unter www.reiseregistrierung.at zu empfehlen. Eine umfassende Reiseversicherung sollte auf jeden Fall auch im Reisegepäck sein.

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