Pokémon zieht die Aktienkurse runter

Pokémon zieht die Aktienkurse runter

Der Hype um das Handyspiel "Pokémon Go" von Nintendo bekommt einen kräftigen Dämpfer - zumindest für Kapitalanleger und Zocker. Gleich drei Aktien gehen am Montag auf Talfahrt, nachdem Nintendo die Ergebnisaussichten gedämpft hat. Nintendo alleine schreibt ein Minus von 18 Prozent an - nachdem das Papier vorige Woche schon ins Minus rasselte.

Tokio/Frankfurt am Main. Rund um den Erdball ziehen, ja laufen derzeit Menschen mit dem Smartphone in der Hand durch die Gegend, um kopfgeneigt den Blick auf die Geräte gerichtet, ein Spiel zu spielen, dass die Brücke zwischen der irdischen und virtuellen Welt verbindet: Pokémon Go. Glaubt man ersten Hochrechnungen, dann sind bereits zig Millionen Menschen auf der Jagd sind nach den Fantasiewesen. Überall werden sie gejagt. In Fußgängerzonen und Kaufhäusern, fremden Stiegenhäusern, Museen, auf Friedhöfen, in Konzerthallen, in Gedenkstätten, angeblich sogar in militärischen Sperrgebieten und bosnischen Minenfeldern.

Das Spiel "Pokémon Go" ist der Hype des Sommers. Alleine in Japan wurde es in der ersten Juli-Woche zehn Millionen Mal heruntergeladen. Pokémon Go hat aber nicht nur die Spieler in ihren Bann gezogen, die das Game auf ihre Smartphones laden. Auch die Begehrlichkeiten der Anleger an den Börsen wurden mit dem digitalen Jagdfieber geweckt. Finanzanalysten hatten den Ergebniseffekt des Spiel für das laufende Geschäftsjahr bereits mit rund 400 Millionen Dollar beziffert.

Die Folge: Am 28. Juni notierte die Nintendo-Aktien (JP3756600007) noch bei 120 Euro, drei Wochen später hatte das Papier zum Börsenschluss bei 270,28 Euro notiert und zwischenzeitlich sogar über 130 Prozent zulegen können. Allerdings: Während die Spieler bis heute am Handy weiter zocken, hat die Aktie schon in der Vorwoche wieder die Talfahrt angetreten. Inzwischen notiert das Nintendo-Papier bei 187,93 Euro.

Der Hype um "Pokémon Go", das mittlerweile in über 30 Ländern als App downloadbar ist, hatte zuletzt selbst den Managern Schweiß auf die Stirn getrieben. "Pokémon Go" würde laut Nintendo doch nur einen begrenzten Einfluss auf die Geschäftszahlen haben, bekannten am Freitag die Nintendo-Manager.

Die Anleger reagierten auf die Botschaft der Nintendo-Oberen prompt und zogen die Notbremse. Nachdem es in der Vorwoche schon viele Verkaufsaufträge und Gewinnmitnahmen gab und der Nintendo-Aktienkurs sank, war am heutigen Montag dann quasi Ausverkauf angesagt. Erstmals seit 26 Jahre verlor die Aktie an einem Handelstag 18 Prozent an Wert. Fast fünf Mal so viele Papiere wechselten den Besitzer wie üblich.

Der Sog von Pokémon

Doch nicht nur die Nintendo-Aktie ist abgestürzt. Auch die Aktie der Fleischlaberl-Restaurantkette McDonald's Japan ist abgeschmiert - um minus zwölf Prozent. Vorige Woche hatte die US-Imbisskette in Japan noch eine Kooperation mit Nintendo angekündigt, die mit großen Vorschusslorbeeren gefeiert wurde. In den 3000 japanischen McDonald's Restaurants sollte man auf Jagd nach Pokemons gehen können. Besonderer Effekt: Die Kunden sollten länger im Lokal bleiben und für mehr Umsatz sorgen. Doch wenige Tage nach der Ankündigung ist die Fantasie bei Anlegern wie weggeblasen. Nur zwei Tage danach stürzte auch der Börsenkurs von McDonald's ab.

In den Sog von "Pokémon Go" den Absturz der Nintendo-Aktie hineingezogen wurde auch Imagica Robot. Das Unternehmen bietet Pokémon Cartoons an. Um minus 23 Prozent gingen dessen Aktien aus dem Handel.


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Gespannt darf man daher auch auf die Notierung der Apple-Aktie blicken. Der US-Computer- und Smartphonehersteller schneidet bei jedem kostenpflichtigen Download mit. Auch hier haben Analysten bereits eins und eins versucht zusammen zu zählen: "Pokémon Go" soll verkauft über den AppStore Apple in den kommenden ein bis zwei Jahren einen zusätzlichen Umsatz von drei Milliarden Dollar einbringen. In rund 30 Ländern können Spieler bereits in Stadt und Land auf die Jagd nach den Fantasiewesen ziehen, die bereits vor 30 Jahren erfunden wurden.

Trotz sinkender Börsenkurse dürfte der Hype bei den Nutzern in der realen Welt noch lange nicht vorbei sein. In Japan soll das erste sogenannte "Augmented-Reality-Game" am ersten Tag 1,3 Millionen Mal von den Servern herunter geladen worden sein. Welt weit sollen für "Pokémon Go" mehr als 30 Millionen Downloads für das Google-Betriebssystem Android sowie Apple-Betriebssystem iOS erfolgt sein. Sowohl Apple und Google wollen die Zahlen nicht kommentieren. Der Marktforscher Senor hat 7,2 Millionen Downloads für die erste Woche kalkuliert - für das bisher erfolgreichste Spiel Angry Bird waren es im AppStore 2,2 Millionen Stück.

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