Playstation-Zocker heben Sonys Gewinn auf das nächste Level

Playstation-Zocker heben Sonys Gewinn auf das nächste Level

Zwar läuft das Geschäft mit Bildsensoren für Kameras und Smartphones mau - dafür konnte Sony aber von den Fans der Playstation 4 profitieren. Nach einer beinharten Sanierung kommt der japanische Elektronikriese wieder in Schwung

Eine starke Nachfrage nach Spielen für seine PlayStation 4 und Kostenkürzungen haben Sony (ISIN US8356993076) einen unerwartet kräftigen Gewinnanstieg beschert. Das Geschäft mit Bildsensoren, die in den Kameras vieler Smartphones verbaut sind und dem Konzern zuletzt die Kassen gut gefüllt hatten, lief im abgelaufenen Quartal indes mau. Es schrumpft.

Gründe dafür sind der kaum noch steigende Absatz von Apples iPhone und eine enttäuschende Wirtschaftsentwicklung in China. Unter dem Strich blieb Sony aber ein Gewinnzuwachs von elf Prozent auf umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro.

Der Konzern ist inzwischen in vielen Bereichen - etwa bei Smartphones und TV-Geräten - hinter Rivalen wie Apple und Samsung sowie asiatischen Billig-Anbietern zurückgefallen. An der Frankfurter Börse legten Sony-Aktien am Freitag nach den Zahlen rund sechs Prozent zu.

Videogamer drücken ab

Dafür geht es in anderen Bereichen nach der harten Sanierung wieder aufwärts. Die Spielekonsole Playstation, der Bond-Film "Spectre" und ein Fokus auf teurere Smartphones haben Sony im dritten Quartal 2015/16 einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Der japanische Elektronikriese verdiente 120,1 Mrd. Yen (926,55 Mio. Euro), ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor.

Der Umsatz bewegte sich in dem Ende Dezember abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal dagegen kaum. Er legte um 0,5 Prozent auf 2,58 Billionen Yen zu, wie Sony am Freitag mitteilte. Das lag vor allem an einem Umsatzrückgang im Handy-Geschäft und einer schwächeren Nachfrage anderer Smartphone-Hersteller nach Sonys Kamera-Modulen für ihre Geräte.

Der Quartalsumsatz der Bauteile-Sparte, zu der die Kamera-Sensoren zählen, sank im Jahresvergleich um 12,6 Prozent auf 250 Mrd. Yen und es gab statt der gewohnten schwarzen Zahlen einen operativen Verlust von 11,7 Mrd. Yen.

Das Spielegeschäft mit der Playstation half, diesen Rückschlag wieder auszugleichen. Sony verkaufte zu Weihnachten 8,4 Millionen Geräte der neuen Playstation 4, fast ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz der Sparte stieg um 10,5 Prozent auf 587 Mrd. Yen, und der operative Gewinn um 46 Prozent auf 40 Mrd. Yen.

Bei eigenen Smartphones hatte Sony nach hohen Verlusten seine Strategie geändert. Die Japaner setzen nun vor allem auf teurere Modelle, auch wenn man dabei weniger Geräte verkauft. Diese Rechnung ging im vergangenen Quartal auf. Der Umsatz fiel zwar um 14,7 Prozent auf 384,5 Mrd. Yen. Doch der operative Gewinn der Sparte sprang von 10,4 auf 24,1 Mrd. Yen hoch.

Im Kino hatte Sony dank "Spectre" und "Hotel Transsilvanien 2" keine Probleme. Der Umsatz sprang um 27 Prozent auf 262,1 Mrd. Yen hoch, und das operative Ergebnis wurde mit 20,4 Mrd. Yen mehr als verdreifacht.

Sony geht weiterhin davon aus, in dem noch bis Ende März laufen Geschäftsjahr die ersten schwarzen Zahlen nach drei Verlustjahren zu erzielen. Auch der schwache Yen trägt zu den besseren Zahlen bei. Allerdings schließt der Konzern offensichtlich einen hohen Verlust im laufenden Quartal nicht aus: Die Jahresprognose blieb bei 140 Mrd. Yen, während schon jetzt nach den ersten drei Quartalen ein Gewinn von 236,1 Mrd. Yen in den Büchern steht.

Dritter Markt: So locker sind die Vorschriften für Börsenkandidaten

Geld

Dritter Markt: So locker sind die Vorschriften für Börsenkandidaten

Eigentumswohnungen 2018: Steigende Preise, trotz weniger Verkäufe

Geld

Eigentumswohnungen 2018: Steigende Preise, trotz weniger Verkäufe

Geld

Geldanlage: 5 Tipps wie Sie das Risiko reduzieren