Diese Global Player helfen das Klima zu verbessern

Große Konzerne haben wegen ihrer dominanten Stellung keinen guten Ruf. Aber es gibt auch solche, die es mit ihrer geballten Kraft möglich machen, dass weltweit deutlich weniger C02 ausgestoßen wird. Trend.at stellt börsenotierte global Player für eine bessere Welt vor.

Diese Global Player helfen das Klima zu verbessern

Biologisch abbaubare Verpackung hat unter anderem das Potential die Umweltbelastung weltweit deutlich zu senken.

Der Druck auf die Unternehmen weltweit steigt, nachhaltiger zu produzieren und auch Produkte anzubieten, die aus nachhaltigen Materialien bestehen. Denn die Uhr für den Planeten und damit für die Menschen, tickt immer lauter. Das zeigt auch der jährlich gemessene "Erdüberlastungstag", der Earth Overshoot Day, der vom Global Footprint Network (GFN) errechnet wird. Diesmal war der am 22. August 2020. Dieser markierte den Zeitpunkt, ab dem die Menschheit mehr natürliche Ressourcen verbraucht als nachwachsen können. 2019 war diese Schwelle schon am 29. Juli erreicht, so früh wie noch niemals zuvor. Coronabedingt ist dieser Tag heuer um drei Wochen nach hinten gerutscht.


Das Global Footprint Network ist eine internationale Ideenschmiede, die daran arbeitet, richtungsweisende Wege in einer Welt mit begrenzten Ressourcen aufzuzeigen. Gemeinsam mit Partnern koordiniert GFN Forschungsansätze, entwickelt methodische Standards und zeigt Möglichkeiten auf, um der Wirtschaft und den Menschen zu helfen, innerhalb der ökologischen Grenzen der Erde zu handeln.

Corona-Lockdown: Kurze Atempause für den Planeten
„Drei Wochen Atempause sind in Zeiten der Pandemie zwar kein Grund zum Feiern, sondern wurden mit hohen Kosten für die Wirtschaft und jeden Einzelnen erkauft. Aber 2020 zeigt dennoch, dass eine Umkehr von unseren Konsumgewohnheiten möglich ist und zeigen, dass die Chance besteht, die Gesellschaft nachhaltiger als bisher wiederaufzubauen“, so Ben Constable-Maxwell, Leiter für Sustainable and Impact Investing der britischen Investmentgesellschaft M&G.

Strom- und Wärmerzeugung: Die großen C02-Verursacher weltweit
Der größte Verursacher von C02-Emissionen bildet die Strom- und Wärmeerzeugung mit einem Anteil von 25 Prozent am weltweiten C02-Ausstoß (siehe Grafik), gefolgt von der Landwirtschaft mit 24 Prozent und der verarbeitenden Industrie (21 Prozent). Unternehmen, die hier ansetzen, um diesen Verbrauch zu reduzieren, haben den größten Hebel, wenn es um C02-Einsparungen geht.

Insgesamt macht alleine die C02-Emission durch Strom- und Wärmeerzeugung rund 25 Prozent des gesamten C02-Austoßes weltweit aus . (Quelle: IPCC und EEA 2018). Intelligente Technologien können helfen, diesen Ausstoß merklich zu reduzieren.

Firmen, die Umweltprobleme lösen helfen, mit großem Potential
Durch einen deutlich verminderten C02-Ausstoß soll sich laut Global Footprint Network der Erdüberlastungstag zukünftig deutlich weiter Richtung Dezember verschiebt. Jeder einzelne könne durch sein Verhalten dazu beitragen. „Aber auch Unternehmen und Investoren haben eine Verantwortung. Anleger können gezielt in Firmen investieren, die an Lösungen für Umweltprobleme arbeiten“, sagt Sustainable-Experte Constable-Maxwell.


Diese Unternehmen und Branchen sind laut der Investmentgesellschaft M&G besonders hervorzuheben und langfristig aus seiner Sicht auch für Investoren interessant:

Elektrotechnik: Eine der ganz großen Gewinner des Trends zu mehr Nachhaltigkeit

Schneider Electric hilft bis zu 30 Prozent an Energiekosten zu sparenEiner davon ist der französische Elektrotechnikkonzern Schneider Electric (ISIN: FR0000121972) Die Spezialisten für optimale Energieverteilung und industrielle Automatisierung für Gebäude und Industrieanlagen hat das Potential C02-Ausstoß weltweit erheblich zu reduzieren, ist M&G Nachhaltigkeitsspezialist überzeugt. So screent Schneider die täglichen Betriebsabläufe von Gebäuden und Industrieunternehmen mit intelligenter Software, und ermöglicht so eine vorausschauende Planung und Wartung. Laut Unternehmen kann damit auch die Energie durch spezielle Analysetools effizienter eingesetzt werden, Fehler können rechtzeitig erkannt werden. Insgesamt kann durch intelligentes Energiemanagement und Automatisierung bis zu 30 Prozent an Energiekosten gespart werden. Durch die weltweite Anwendung der dafür nötigen Technologie könne in diesen Bereichen zusammengenommen die Schwelle zur Erdüberlastung um 21 Tage verschoben werden, glaubt der M&G Experte Constable-Maxwell.

Kursplus von 85 Prozent
Die Aktie von Schneider Electric spiegelt das Wachstum und auch das Zukunftspotential im Bereich Energiemanagement und industrielle Automatisierung wieder. In den vergangenen fünf Jahren stieg der Kurs um 85 Prozent, in den letzten drei Monaten um gut 25 Prozent. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei 2,47 Prozent. Der Nettogewinn kletterte im Vorjahr um über drei Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Die Einnahmen lagen bei 27 Milliarden Euro.


Schneider ist dort wo Siemens und ABB erst hinwollen

JPMorgan hat die Aktie des Industriespezialisten vor kurzem auf „Übergewichten“ gestuft, wenn das Kursziel von 106 Euro aber auch bereits erreicht ist. Die Privatbank Berenberg hat dagegen ein Kursziel von 120 Euro ausgegeben. Die Corona-Pandemie habe weltweit den Anstoß für nachhaltig höhere Investitionen in Energieeffizienz und Automatisierungslösungen gegeben, begründet Berenberg-Analyst Philip Buller seine Einstufung. Konkurrenten wie Siemens (ISIN: DE0007236101) und ABB würden dagegen mit ihrem Konzernumbau im Industriebereich dorthin strebten, wo Schneider jetzt schon sei. 28 Analysten geben laut Onvista.de derzeit für die Aktie eine Kaufempfehlung ab. Aber auch die Aktie von Siemens hat zuletzt kräftig angeschoben. In den vergangenen drei Monaten lag das Kursplus bei knapp 24 Prozent. Für die Aktie mit Kursstand 118 Euro wird von der Berenberg-Bank ein Kursziel von 140 Euro ausgegeben. Im wichtigen Bereich Software sei Siemens eindeutig in der Führungsposition, was Skaleneffekte und die Breite des Angebots angehe. Der Kurs spiegele diesen Vorteil nicht wider, so die Begründung. Die Aktie von ABB (ISIN: CH0012221716), der Schweizer Konkurrent von Schneider und Siemens, läuft ebenfalls gut. In drei Monate sprang die Aktie um mehr als 27 Prozent in die Höhe. Wie ABB und Siemens dürften nach Einschätzung von Experten durch die Corona-Krise die Nachfrage nach Energieeffizienten Lösungen steigen.

Gewinner II: Hersteller ökologisch abbaubare Verpackung - Sie sagen Plastik den Kampf an

Nachhaltige Verpackung: Kreislaufwirtschaft at its best
Der britische Papier- und Verpackungsanbieter DS Smith (ISIN: GB0008220112) zählt zu den großen Anbietern von nachhaltiger Verpackung und demonstriert so, wie Kreislaufwirtschaftsmodell den ökologischen Fußabdruck industrieller Prozesse reduziert werden kann. Das Unternehmen, mit einem jährlichen Umsatz von sechs Milliarden Pfund, entwickelt unter anderem biologisch abbaubare Alternativen für Einwegverpackungen. Das Unternehmen hat in 37 Ländern Standorte und verwendet für die Herstellung seiner Kartonverpackungen fast vollständig recycelte und nachhaltig beschaffte Materialien. Das Unternehmen sammelte, sortierte und wiederaufbereitete im Vorjahr sechs Millionen Tonnen wiederverwertbares Material. Die Menge überstieg die Menge der in diesem Jahr auf den Markt gebrachten Verpackungen. Das Unternehmen unterhält eine Partnerschaft mit der Ellen MacArthur Foundation, eine weltweit Stiftung zur Förderung der Kreislaufwirtschaft. Beide arbeiten an Prinzipien für nachhaltiges Design, das im Kampf für mehr Abfallvermeidung eine entscheidende Rolle spielt.

Britische Aktien nach Absturz mit flauer Erholung
Die Aktie selbst hat seit Juni letzten Jahres jedoch eine weniger nachhaltige Entwicklung genommen. Der Kurs ist seither um mehr als 50 Prozent abgestürzt. Auf Finanztrends.info wird die Aktie denn auch auf Verkaufen gesetzt. Britische Aktien sind derzeit generell, aufgrund der Furcht vor einem ungeordneten Brexit, risikobehaftet. Der britische Aktienindex FTSE (ISIN: GB0001383545) hat sich von seinem Kurseinbruch im Februar und seinem Tief im März bisher nur geringfügig erholt. Zum Vergleich: Beim Dax (ISIN: DE0008469008) sind die Corona-Spuren im Chart nahezu ausgemerzt.

Trotz verschiedener Hürden werden solchen ökologisch orientierten langfristig große Chancen eingeräumt, auch am Aktienmarkt. „Unternehmen wie diese machen deutlich, dass die übermäßige Ausbeutung der Erde nicht unvermeidlich ist, sondern dass wir innerhalb unserer ökologischen Grenzen wirtschaften können, ohne dass die Menschen schlechter gestellt werden“, unterstreicht Constable-Maxwell vom britischen Investmenthaus M&G.

Andreas Lampl, Chefredakteur trend

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