Pensionskosten explodieren - noch

Pensionskosten explodieren - noch

Die Pensionskosten des Staates - also die staatliche Zuschüsse haben sich in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt. Kritiker warnen vor dem Kollaps des Systems. Das Verhältnis zwischen den Beitragszahlungen von Erwerbstätigen und den Leistungen des Staates wird sich aber in den nächsten Jahren erheblich ändern.

Pensionisten in Österreich geht es derzeit im Schnitt vergleichsweise gut. Die durchschnittliche Bruttorente beträgt in 1.231 Euro, inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind es 1.436 Euro. Im europäischen Schnitt zählt Österreich damit zu den Spitzenreitern, also zu den Ländern, die pro Kopf die höchsten Pensionszahlungen leisten. In Deutschland ist die Rente laut Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung um 58 Prozent geringer. Auch die Renten für Witwen ist man in Österreich ebenfalls großzügiger. Sie erhalten in Österreich rund ein Drittel mehr Pension als in Deutschland.

Dass die Zahlungen in Österreich wesentlich großzügiger sind, macht sich in der Belastung für die Beitrags- und die Steuerzahler bemerkbar. Die Österreicher zahlen durchschnittlich 22,8 Prozent ihres Gehalts mehr für die Pension ein. In Deutschland sind es dagegen bloß 18,7 Prozent. Aber auch die Zuschüsse des Staates - und somit wiederum der Steuerzahler - sind deutlich höher.

Staat schießt seit Jahren rund 40 Prozent zu den Pensionen dazu

Kritiker warnen, dass das österreichische System bald unfinanzierbar wird. Und wenn man die Entwicklung und die nüchternen Zahlen betrachtet, dann droht dieses Szenario auch bald einzutreten:

Die Ausgaben des Staates für das Pensionssystem - also die Pensionszuschüsse - sind in den vergangenen 35 Jahren stark gestiegen. Von 4,1 Milliarden Euro im Jahr 1980 auf 21,6 Milliarden Euro im Jahr 2015. Die staatliche Zuschuss zu den Pensionszahlungen sind aber meist auf ähnlichem Niveau, nämlich bei rund 40 Prozent der gesamten Leistungen, geblieben. Der hohe Kostenunterschied erklärt sich auch im Anstieg der Inflation. So ist der Verbraucherpreisindex seit 1980 (Basis 100) auf aktuell 192 gestiegen.

Anteil der Höhe der Beitragszahlungen von Erwerbstätigen konstant hoch

Die Pensionsleistungen der Erwerbstätigen sind seit den achtziger Jahren ebenfalls konstant gestiegen. Betrugen sie damals 5,8 Milliarden Euro, sind es im Jahr 2015 (das Jahr, für das finale Zahlen vorliegen) 29,3 Milliarden Euro.Der Anteil der Zuschüsse von Berufstätigen schwankt damit ebenfalls nur zwischen rund 57 und 58 Prozent. 2015 lagen die Pensionsleistungen bei rund 50,9 Milliarden Euro.

Alle Zahlen gelten für die gesetzlichen Pensionsversicherungen (ASVG, GSVG, FSVG, BSVG) plus Beamte.

Die Kosten des Staates und der Beitragszahlungen der Erwerbstätigen steigt, in absoluten Zahlen gemessen, kontinuierlich. Der Anteil der Zahlungen an den Pensionen variiert dagegen nur geringfügig.

Zahlungen des Staates werden im Verhältnis zu den Beitragszahlungen deutlich sinken

Allerdings: Problematisch ist der Anstieg der Pensionsleistungen nicht, schließlich ist auch die Inflation seither kontinuierlich gestiegen. Und die staatlichen Kosten dürften auch in Zukunft nicht erheblich mehr steigen, da sich die Pensionsleistungen des Staates in den nächsten Jahrzehnten - gemessen an der monatlichen Pensionsleistung - stark verringern, da die Bemessungsgrundlage für die Pension ausgeweitet wird.

So werden laufend mehr Berufsjahre als Kalkulationsbasis herangezogen, womit die durchschnittliche Höhe der Pensionen um rund 30 bis 40 Prozent niedriger liegen wird, als derzeit. Der Staat wird sich die Pensionen daher wohl auch in Zukunft leisten können. Die Frage wird eher sein, ob mit den künftigen Pensionen auch das Leben finanzierbar sein wird.

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