Pensionskassen: So trifft sie der Absturz an den Börsen

Pensionskassen: So trifft sie der Absturz an den Börsen

Wer seine Pension in Form von Zahlungen in eine Pensionskasse aufgepeppt bekommt, hat heuer damit keine Meter gemacht. Fast alle Portfolios von überbetrieblichen Pensionskassen und Vorsorgekassen sind unter Wasser. Sie stehen jetzt strategisch am Scheideweg.

Die Kursverluste an den Aktienmärkten sind auch an der Performance der heimischen Pensions- und Vorsorgekassen nicht spurlos vorüber gegangen. Für all jene, die Pensionskassenberechtigt sind, müssten deshalb für 2018 mit einem Minus rechnen. Mercer-Expertin Michaela Plank erwartet eine weitere Börsenkorrektur.


Die durchschnittliche Performance der überbetrieblichen Pensionskassen lag von Jahresanfang bis Ende September bei minus 1,14 Prozent. Das Minus bei den Vorsorgekassen betrug 0,11 Prozent. Im Oktober 2018 hatten die Aktien neuerlich einen schweren Stand und mussten stark an Gewinnen einbüßen. Dies habe alle Pensionskassen nochmals massiv getroffen, teilte das Beratungsunternehmen Mercer mit.

Performance bis zu 2,77 Prozent im Minus
Die Bandbreite der Renditen bewegt sich bei den Pensionskassen zwischen 1,13 bis -2,77 Prozent, bei den Vorsorgekassen zwischen 0,30 und -0,50 Prozent. Bei den Pensionskassen wurde sowohl der Top-Wert als auch das schlechteste Ergebnis jeweils in der dynamischen Veranlagungsklasse erzielt, also jener mit dem höchsten Aktienanteil und damit auch der höchsten Marktvolatilität.

Kein Renditeerfolg, keine Kosten
Versorgekassen dürfen keine Verwaltungskosten abziehen, wenn die Veranlagungserträge eines Geschäftsjahres für die Vergütung nicht ausreichen, erinnert Plank. Längerfristig, seit Jahr 2004, betrage die durchschnittliche Performance 2,26 Prozent.

Wie den Absturz meistern
"Die Pensionskassen müssen bis Jahresende wichtige Investmentenscheidung treffen. "Entweder sie bleiben investiert und hoffen auf eine Jahresend-Rally - oder sie sichern doch die bisherige Performance ab, um mögliche Schwankungen zum Jahresende zu umgehen", so Plank.

Hohe Ansprüche an Nachhaltigkeitskriterien
Das Beratungsunternehmen hebt jedoch hervor, dass die Vorsorgekassen seit langem stark auf das Thema Nachhaltigkeit setzen. "Die Investitionen erfüllen die Nachhaltigkeitskriterien und können sich im internationalen Vergleich sehen lassen", wibt Mercer-Expertin Angelika Delen.

C02-Ausstoß soll langfristig verringert werden
So hat die VBV-Pensionskasse 2017 als erste heimische Pensionskasse das international anerkannte Montreal Carbon Pledge Abkommen unterzeichnet. Damit verpflichtet sich die VBV, den CO2-Fußabdruck ihrer Investments auf jährlicher Basis zu messen und zu publizieren .Auch andere Anbieter messen diesen Wert mittlerweile. So zählt jedoch der Ausschluss von CO2-intensiven Industrien wie Kohleförderung oder Fracking dazu. Viele Vorsorgekassen hätten sich darüber hinaus aus Staatsanleihen von Ländern zurückgezogen, die das Pariser Klimaabkommen nicht ratifiziert haben.
Auch Investitionen in Unternehmen gelten als wichtig, die beispielsweise alternative Energien oder Aufforstungsprojekte unterstützten. Darüber hinaus werde der CO2-Fußabdruck des eigenen Unternehmens genau beobachtet und, wenn möglich, verringert oder durch Investitionen neutralisiert.

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