Paketzustellung boomt – Wo Anlegern hohe Renditen winken

Paketzustellung boomt – Wo Anlegern hohe Renditen winken

25 Prozent Wachstum pro Jahr im Online-Pakete-Handel könnte auch für Anleger Chancen eröffnen.

Laut einer aktuellen Studie dürfte der Online-Pakete-Handel jährlich um 25 Prozent steigen. Bei welchen Paket-Zustellern Analysten einen Kursanstieg von bis zu 20 Prozent prognostizieren und wie vorsichtigere Anleger mit Aktienanleihen profitieren können.

Die Studie der Deutsche Post mit dem verheißungsvollen Titel „Der Gewürzhandel des 21. Jahrhunderts“ lässt Logistiker und Anleger wohl das Wasser im Mund zusammen laufen. Diese sagt der Zustellbranche ein weltweites Wachstum von jährlich 25 Prozent bis 2020 voraus. Prognostiziertes Umsatzvolumen: Rund 940 Milliarden Euro.

Aktien von Zustellern auf Rekordniveau

Davon, so glauben Analysten und Fondsmanager, werden alle Anbieter der Branche profitieren. Darunter auch Paket-Zusteller, die wie Deutsche Post-Tochter DHL große Wachstumschancen wittern. Dennoch lohnt es, die einzelnen Werte genau zu betrachten, zumal die Aktien der großen Player der Branche wie die Deutsche Post und der US-Rivale FedEx in den vergangenen zwölf Monaten kräftig angezogen haben. Die Aktie der Deutschen Post, die vom Logistikboom in unterschiedlichen Bereichen partizipiert, hat nach einem Kurssprung von 48,3 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten ein neues All-Time-High von 31,9 Euro erreicht. US-Rivale FedEx hat im vergangenen Jahr um 52,6 Prozent zugelegt und notiert bei 193,7 Dollar. Experten erwarten, dass die Kurse weiter steigen.

Deutsche Post: Bis zu 19 Prozent Kursanstieg prognostiziert

Obwohl die Aktien dieser und anderer Logistiker bereits gut gelaufen sind, rechnen Analysten mit weiteren Kursanstiegen für die Deutsche Post. Beispielsweise geht der für die US-Bank Citigroup tätige Analyst Roger Elliott davon aus, dass der Kurs auf 36 Euro steigen wird. Der Citigroup-Analyst begründet seine Prognose damit, dass das Unternehmen aufgrund des zunehmenden Onlinehandels weiterhin überdurchschnittlich profitieren wird und die Deutsche Post zudem noch über Restrukturierungspotenzial verfügt.

Auch charttechnisch ist der Aufwärtstrend bei der Deutschen-Post-Aktie intakt. Nachdem die Marke 31,18 Euro überschritten wurde, dann könnte die Aktie - laut Chartanalyse von www.godmode-trader.de – mittelfristig ein Kursziel bei 38 Euro ansteuern. Das entspreche einem Kursanstieg von 19 Prozent. Wird diese Unterstützung unterschritten, dann ist mit einem Kursrutsch auf bis zu 29 Euro zu rechnen.

DHL Express macht in Asien bereits Milliarden-Umsatz

Keine andere Sparte der Deutschen Post wächst so stark wie der Bereich Zustellung. Besonders die Deutsche Post Tochter DHL-Express profitiert vom Megatrend E-Commerce. So legte in der Express-Sparte das Geschäft mit Endkunden in den vergangenen Jahren von zehn auf mehr als 20 Prozent zu, wenn das Business mit Großkunden auch das größte Standbein des Unternehmens ist. Viele Branchen wie Autozulieferung, Energie, Gesundheit und Pharmazie sind nach Angaben von DHL schon heute vom Expressversand abhängig.

Insgesamt macht die Deutschen Post mit DHL Express mit 13,7 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2015. Die Sparte ist zwar der kleinste, aber mit rund zehn Prozent Rendite der profitabelste. Ein großer Teil der Erlöse wird außerhalb des Eurolands erwirtschaftet, rund fünf Milliarden Euro davon etwa in Asien. Rund 250 Frachtmaschinen transportieren bei DHL rund 750.000 Sendungen pro Tag in alle Länder der Erde.

US-Anbieter FedEx baut Europa-Geschäft aus

Analysten sind auch für den amerikanischen Paket-Zustellers FedEx optimistisch. Die Schweizer Bank Credit Suisse hat ein Kursziel von 205 Dollar ausgegeben und die Einstufung auf "Outperform" belassen. Das würde aktuell einem Kurszuwachs von knapp sechs Prozent entsprechen. Das Unternehmen selbst hat große Expansionspläne. FedEx hat erst vorigen Mai um knapp fünf Milliarden Dollar den holländischen Rivalen TNT Express übernommen und will damit das Europageschäft ausbauen. Gleichzeitig wird der Pariser Flughafen Charles de Gaulle als Europadrehkreuz ausgebaut. Der Konkurrent der Deutsche-Post-Tochter DHL investiert dort 200 Millionen Euro und will damit die Kapazität um mehr als 40 Prozent steigern. Gewinne und Umsatz des Paketprofis steigen. Im vierten Quartal 2016 ist der Gewinn um 3,5 Prozent auf 715 Millionen Dollar gestiegen, der Umsatz um fast ein Fünftel auf 14,9 Milliarden Dollar.

Konjunktur zieht kräftig an, Logistiker profitieren

Die anziehende Konjunktur spielt der Logistikbranche ebenfalls in die Hände. "Das globale Wachstum nimmt an Fahrt auf und Analysten erhöhen gerade ihre Gewinnschätzungen für die wichtigsten Börsen der Welt“, erläutert Benjamin Melman, Leiter Asset Allocation bei Edmond de Rothschild Asset Management. In den USA wird 2017 ein BIP-Wachstum von 2,2 Prozent erwartet, nach 1,6 Prozent im Vorjahr. Im kommenden Jahr soll laut DZ Bank das Wachstum auf 2,5 Prozent anziehen. Die deutsche Wirtschaft hat zuletzt wieder solides Wachstum gezeigt, wenn sich dieses, laut Schätzungen der DZ Bank, gegenüber dem Vorjahr abschwächen dürfte. Insgesamt hat sich laut den deutschen Wirtschaftsforschern des ifo-Instituts das Weltwirtschaftsklima weiter verbessert. Der ifo-Indikator stieg im ersten Quartal 2017 von minus 1,2 auf plus 2,6 Punkte. Das deutet laut dem deutschen Wirtschaftsforschungsinstitut auf eine moderate Erholung der Weltwirtschaft hin

Bonuszertifikat auf Post-Aktie für Vorsichtige

Für Anleger, die Prognosen über nach wie vor hohes Kurspotential skeptisch gegenüber stehen, empfiehlt sich, etwa auf die Deutsche Post, ein Bonuszertifkat der französischen Investmentgesellschaft BNP Paribas. Dessen Capped-Bonus-Zertifikat ( ISIN: DE000PR06C04) ist eine Alternative zur Post-Aktie. Das Zertifikat ist mit einer Barriere bei 27 Euro und einem Bonuslevel sowie einem Cap bei 40 Euro ausgestattet.

Das Zertifikat endet am 21. September 2017. Sofern der Kurs der Post-Aktie bis dahin nie die 27-Euro-Marke erreicht oder unterschreitet, wird eine Rendite von 12,9 Prozent ausgeschüttet. Zuletzt notierte der Basiswert rund fünf Euro über der Barriere. Man sollte jedoch auch bedenken, dass das Zertifikat teurer ist als die Post-Aktie. Daher müssten die Besitzer dieses Zertifikats einen höheren Verlust als die Post-Aktionäre hinnehmen, wenn der Aktienkurs während der Laufzeit auf oder unter 27 Euro fällt.

Bahram Sadighian, BlackRock, und Christoph Boschan, CEO Wiener Börse, bei der Präsentation des neuen ETF-Segments der Wiener Börse.

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