Osram-Übernahme: ams muss zittern bis ins Finish

Die Frist für das milliardenschwere Übernahmeangebot des deutschen Leuchtenkonzerns Osram läuft heute ab. ams hat derweil Zugriff auf ein Viertel der Osram-Aktien - weit unter dem erforderlichen Limit.

Osram-Übernahme: ams muss zittern bis ins Finish

Graz/München. Bie heute um Mitternacht muss der österreichische Chiphersteller auf mindestens 62,5 Porzent der Aktien am Münchner Leuchtenkonzern Osram kommen. Im Finish muss ams noch zittern, hält das Unternehmen erst 15 Prozent der Osram-Aktien. Weiter zehn Prozent sollen so gut wie sicher sein, weil sie ams bereits angedient wurden. Zudem will die Allianz-Tochter Gloabl Investors (AGI) sein Aktienpaket verkaufen. AGI wollte entsprechende Berichte aber nicht kommentieren. Weitere neun Prozent der Osram-Aktien kämen so noch hinzu. Macht unterm Strich aber erst 34 Prozent der Osram-Aktien.

Insgesamt hat ams 4,5 Milliarden Euro für die Übernahme von Osram geboten. In der vergangenen Woche hatte ams sein erste Angebot noch nachgebessert. Nach ursprünglich 38,50 Euro pro Aktie bietet ams seither 41 Euro.

Doch ams ist nicht alleiniger Bieter. Bain Capital und die Investmentgesellschaft Advent hatten nach dem ersten ams-Angebot ein höhere Angebot avisiert. Ein konkretes Offert gibt es aber bis heute noch nicht.

Bain hatte gemeinsam mit einem anderen Partner schon iein konkretes Angebot gelegt. Mit Finanzinvestor Carlyle hat Bain sein erstes Angebot mit 35 Euro je Osram-Aktie gelegt, was somit weit hinter dem österreichischen Chiphersteller rangiert. Osram-Aktionär AGI hatte das Angebot sofort als zu niedrig abgelehnt, Bain und Carlyle wurden bis dato nicht einmal 1 Prozent der Osram-Aktien angeboten, die Annahmeschwelle liegt bei 70 Prozent.

Doch nicht nur im Bieterverfahren bläst den Österreischern ein rauher Wind entgehen. Abseits des Börsengeschehens gibt es ein zweite Front. Dazu zählen die deutsche Gewerkschaft IG Metall und der Osram-Betriebsrat selbst, die eine Übernahme durch ams ablehnen. Beide befürchten eine Zerschlagung des über 110 Jahre alten Traditionsunternehmens.

Ob die Übernahme geglückt ist, wird erst noch etwas dauern. Erst nach Ende der Annahmefrist der Banken, die die Aktiendepots der Anleger verwalten, dürft eine Entscheidung feststehen. Aufgrund des deutschen Nationalfeiertages am Donnerstag [3.10.} wird voraussichtlich erst am Freitag feststehen.

Die ams-Aktie [ISIN AT0000A18XM4] notierte am Dienstag mit 41,97 Euro rund fünf Prozent im Plus, Osram [ISIN DE000LED4000] war um 1,66 Prozent schwächer und notierte bei 39,97 Euro.

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