OeNB-Gouverneur Nowotny: 2019 keine Zinserhöhungen

Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny im trend-Interview zur verpassten Zinswende, EZB-Präsident Mario Draghi und die Möglichkeit von Negativzinsen in Österreich.

OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny

OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny

Der scheidende Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny rechnet angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa nicht damit, dass es heuer Zinserhöhungen geben wird. "Diese Erwartung hatten wir im Herbst 2018, seither hat sich die Konjunktur deutlich eingetrübt", sagt Nowotny in einem Interview mit dem trend (Ausgabe 8/2019).

Ein richtiger Zeitpunkt, um die Normalisierung einzuleiten wäre bereits 2018 gewesen. "Ich glaube, man hätte schon im vorigen Jahr damit beginnen müssen. Wobei meine Priorität im Bereich der Negativzinsen liegt. Die EZB ist ja die einzige große Notenbank, die auch Negativzinsen einhebt. Dort hätte man in einem ersten Schritt von minus 0,4 auf minus 0,2 Prozent gehen können. Hier wäre ein rascheres Vorgehen notwendig gewesen. In diesem Sinne habe ich mich im EZB-Rat und auch öffentlich geäußert", sagt Nowotny.

Keine Negativzinsen in Österreich

Angesichts der Abkühlung der Wirtschaft werde nun darüber debattiert, ob die Normalisierung überhaupt weitergeführt werden soll. "Ich persönlich kann momentan keinen Bedarf an zusätzlicher Liquidität erkennen", sagt der OeNB-Gouverneur. Negativzinsen für Endkunden in Österreich sieht der OeNB-Chef "eindeutig nicht. Das ist zum Teil gesetzlich gar nicht möglich."

Über die Amtszeit von EZB-Präsident Mario Draghi zieht Nowotny insgesamt eine positive Bilanz. Er sei zwar mit Draghi "gerade in den letzten Jahren nicht immer einer Meinung" gewesen, aber Draghi habe "in der kritischen Phase für die Eurozone sehr kluge Entscheidungen zur Rettung des Euro getroffen" und "insgesamt Großes geleistet". Als Draghis Nachfolger würde sich Nowotny den Deutsche-Bundesbank-Präsidenten Jens Weidmann wünschen.


Das vollständige Interview mit OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny finden Sie in der trend-Ausgabe 8/2019 vom 22. Februar 2019.

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