Ölpreise: Zickzackkurs um 30 US-Dollar

Ölpreise: Zickzackkurs um 30 US-Dollar

Am Dienstag ist der Öl-Preis für die Nordseesorte Brent teilweise um über 3,5 Prozent gesunken. Mit einem Rückgang von 1,12 Euro notiert ein Fass der Nordseesorte Brent am Vormittag bei 29,38 Dollar. Am Nachmittag ging es in die andere Richtung: Brent kostet wieder über 30 Dollar. Der Export von Russland hat die Ölpreise wieder in den grünen Bereich zurückgeführt.

Singapur. Die Ölpreise haben in der Nacht zum Dienstag weiter nachgegeben und sind wieder unter 30 US-Dollar gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur März-Lieferung kostete in der Früh 29,38 US-Dollar und damit um 1,12 Dollar weniger (-3,67 Prozent) als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI fiel um 1,04 Dollar auf 29,30 Dollar (-3,43 Prozent).

Doch nach der Mittagspause drehte der Kurs: Brent kostet gegen 14 Uhr 30,82 Dollar, um 1,05 Prozent mehr als noch am Montagabend. WTI Crude verteuert sich gleichzeitig um 1,09 Prozent auf 30,67 Dollar.

Der Grund für den Preisdreher: Russland lieferte im Vorjahr deutlich mehr Rohöl nach China.

In China stach Russland im Dezember den weltgrößten Öl-Lieferanten bereits den vierten Monat in Folge als führenden Öl-Versorger aus. Vor allem kleinere chinesische Raffinerien fragten verstärkt russisches Öl nach, sagten Experten.

Offiziellen chinesischen Handelsdaten zufolge importierte China vergangenen Monat mit 1,13 Millionen Barrel (jeweils 159 Liter) pro Tag fast 30 Prozent mehr Rohöl aus Russland als noch vor einem Jahr. Die Lieferungen aus Saudi-Arabien sanken dagegen um rund ein Prozent auf 1,05 Millionen Barrel pro Tag.

Präsident Wladimir Putin will Russland unabhängiger von seinen traditionellen Absatzmärkten in Europa machen und baut deshalb das Geschäft mit asiatischen Abnehmern aus.

Die Aussicht auf ein weiter starkes Angebot aus dem wichtigen Ölförderland Saudi-Arabien hatte bereits am Vortag für neuen Verkaufsdruck gesorgt, nachdem die Preise sich zwischenzeitlich etwas erholt hatten und über 32 Dollar notierten. Der Chef des saudischen Ölmultis Aramco, Khalid Al-Falih, sagte, dass die Investitionen des Konzerns trotz des Ölpreisverfalls nicht gekürzt worden seien.

Steigende Rohölbestände

Hinzu kommt die Aussicht auf weiter steigende Rohöllagerbestände in den USA. Experten rechnen mit einem Zuwachs um mehr als 4 Millionen Barrel im Vorwochenvergleich. Damit wäre der Anstieg stärker als zuletzt. Die offiziellen Zahlen werden am Mittwoch veröffentlicht.

Trotz der kurzfristigen Stabilisierung des Ölpreises am Montag mit Notierungen von über 32 Dollar gehen die Experten von einem weiteren Preisverfall aus.

Mit Spannung wird daher auch die Reaktion der OPEC-Staaten beobachtet. Saudi-Arabien stemmt sich derzeit gegen eine Obergrenze der Fördermenge. Viele andere Staaten der Gemeinschaft der Erdöl exportierenden Länder drängen auf eine Sondersitzung, in dem die Fördermenge neu fixiert werden soll. Die OPEC hat am Freitag ihren aus zwölf Preise bestehenden OPEC-Basket um 2,61 Dollar auf 25,50 Dollar erhöht. Am Dienstag hatte die OPEC den Tagespreis auf 25,58 Dollar nochmals leicht angehoben.

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