Ölpreise sinken nach Spekulationen über Fördermengen

Ölpreise sinken nach Spekulationen über Fördermengen

Der Ölpreis ist zu Wochenbeginn wieder auf Talfahrt gegangen. Die Nordseesorte Brent notiert um zwei Prozent schwächer als am Freitag. Ein Treffen von OPEC-Mitgliedern brachte offenbar keine Einigung. Und hat die Spekulation um Fördermengen angeheizt. Ölexperten stellen sich auf niedrige Ölpreise bereits ein.

Der Ölpreis hat am Montagvormittag sich kurzfristig der 35-Dollar-Grenze angenähert, ist aber dann wieder auf Talfahrt gegangen. Der Brent-Ölpreis notierte gegen 11 Uhr in London bei 33,54 Dollar je Barrel (159 Liter). Am Freitag notierte der Brent-Future noch bei 34,06 Dollar.

Wegen der anhaltenden Ölmarktkrise laufen die diplomatischen Bemühungen zwischen den großen Förderländern auf Hochtouren. Die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA meldete am Sonntag, der heimische Ölminister Ali Al-Naimi habe sich am Wochenende mit seinem venezolanischen Kollegen Eulogio del Pino getroffen.

Doch die Positionen können kaum unterschiedlicher sein: Venezuela drängt auf eine Drosselung der Ölförderung und somit Kontrolle der Ölschwemme. Die Südamerikaner wollen unbedingt Maßnahmen setzen, um den Ölpreis zu stabilisieren. Saudi-Arabien hingegen will unverändert Öl auf den Weltmarkt schwemmen. Kontingentierungen haben die Saudis bis zuletzt eine klare Absage erteilt.

Venezuela hatte zuletzt verstärkt auf die Solidarität der OPEC-Mitglieder gesetzt., konnte sich aber noch nicht durchsetzen. Ob die Gespräche am Wochenende erfolgreich waren, sei dahingestellt. "Es war eine erfolgreiche Zusammenkunft in positiver Atmosphäre", wurde der saudische Ölminister Naimi zitiert.

Der Kampf gegen die US-Konzerne

An den Ölmärkten flammten am Montag Spekulationen auf Förderkürzungen auf. Im Gegensatz zu den Aussagen der OPEC-Mitglieder und den jüngsten Verhandlungen, in denen Fördermengen diskutiert wurden, erwarten Analysten aber keine größeren Drosselungen bei der Ölproduktion. Sie gehen davon aus, dass der Ölmarkt weiterhin geflutet wird.

Die OPEC-Staaten wollen damit vor allem die USA aus dem Markt drängen. Mittels der aufwändigen, teuren und der stark umweltbelastende Produktionsmethode "Fracking" hatten die Amerikaner in den vergangenen Jahren den Ölmarkt stark beeinflusst. Um profitabel produzieren zu können, brauchen die US-Hersteller einen Ölpreis zwischen 50 und 70 Dollar pro Barrel. Viel Ölkonzerne in den USA haben ihre Fracking-Kapazitäten zuletzt massiv zurückgefahren.

Der Preis für OPEC-Öl ist am Freitag auf 29,30 Dollar pro Barrel gefallen. Am Donnerstag notierte die OPEX in Wien noch 29,93 Dollar. Der OPEC-Preis setzt sich aus einem Korb von zwölf Sorten der OPEC-Mitgliedsländern zusammen.

Der Goldpreis zeigte sich mit Aufschlägen. Im Londoner Goldhandel wurde heute gegen 11.00 Uhr die Feinunze (31,10 Gramm) bei 1.174,13 Dollar (nach 1.150,35 Dollar im Nachmittags-Fixing am Freitag) gehandelt.

Neues Preisgefüge

Mittelfristig gehen Beobachter aus den USA davon aus, dass sich der Ölpreis per Barrel zwischen 40 und 60 Dollar einpendeln wird - und zwar für die kommenden zehn Jahre. Für das Jahr 2016 rechnen die Ölexperten einen maximalen Preis von bis zu 48 Dollar.

Selbst in der Ölindustrie gehen Experten sogar davon aus, dass der Ölpreis die 100-Dollar-Grenze auf lange Sicht nicht mehr erreichen wird. Als Gründe dafür werden etwa auch die höhere Effizienz und geringere Treibstoffverbrauch, etwa beim Spritverbrauch von Autos oder Flugzeugen, genannt.

Geld

Währungsrechner- Der Euro und die Weltwährungen

Georg Frischmann, Leiter Private Banking Hypo Tirol Bank

Börsewissen #IC19

Geldanlage: „Mit ETFs Kosten senken“

Chartanalyse: Candlesticks und Trendkanäle ermöglichen es, Kursentwicklungen zu erkennen und zu prognostizieren.

Börsewissen #IC19

Chartanalyse: Was Zacken zeigen #IC19

Wirtschaft

Helikopter-Geld: Kriegt bald jeder Cash von der EZB?