Ölpreis springt nach oben - Ölaktien am Boden

Der Ölpreis notiert nach dem jüngsten Kurssprung auf einem 6-Monatshoch. Die Aktienkurse liegen nach Verlusten in Milliardenhöhe im zweiten Quartal am Boden. Wann sich das Blatt wenden könnte.

Ölpreis springt nach oben - Ölaktien am Boden

Die Zeichen stehen auf Erholung, der Ölpreis erholt sich.

Es scheint wie ein kleines Corona-Wunder. Die Welt leidet unter der Corona-Pandemie und der Ölpreis macht mit einem Anstieg auf fast 46 Dollar das Barrel Brent am Montag den 31. August 2020 einen kräftigen Satz nach oben gemacht und notiert damit auf einem 6-Monatshoch. Die Strategie der Opec+-Staaten das Ölangebot zu verknappen, scheint zu wirken. Selbst Ölproduzenten, die nicht der Opec angehören haben sich zuletzt zurückgehalten. So ist die Anzahl der Ölbohrungen in den USA laut Baker Hughes in der letzten Woche wieder gefallen. Hinzu kommt noch ein schwächerer Dollar, der das Öl damit billiger macht.

Große Teile der US-Ölproduktion wegen Hurrikan stillgelegt
Hurrikan Laura hat das seine dazu getan, den Ölpreis durcheinander zu wirbeln.82 Prozent der US-Ölproduktion im Golf und fast 14 Prozent der gesamten US-Ölproduktion wurden deshalb geschlossen. Einige Raffinerien an der Küste, wo fast die Hälfte der gesamten Ölverarbeitungsindustrie liegt, haben ihre Produktion vor dem wahrscheinlichen Landgang von Laura ebenfalls eingestellt. Auch wenn die Raffinerien nach dem zerstörerischen Hurrikan Katrina im Jahr 2005 verstärkt wurden, zeichneten sich Überflutungen ab.

Neben dem knapperen Angebot beflügelt aber auch eine Spur Konjunkturoptimismus den Ölpreis.

Gigantische Probleme bei Schiefergasproduzenten
Die Situation bei den US-Ölproduzenten bleibt angespannt: Eine hohe Verschuldung und auslaufende Programme den höheren Preis abzusichern, laufen nun aus. „Der Schieferölsektor steht vor gigantischen Problemen“, so Carsten Fritsch von der Commerzbank. Auch internationalen Ölkonzerne zeigen kein Interesse in der Branche zuzugreifen, zumal diese insgesamt längerfristig mit einer verhalteneren Nachfrage rechnen dürften.

Erdgas doppelt so teuer
Die Preise für Erdgas in der EU ziehen ebenfalls deutlich an. Alleine am Freitag stieg die Notierung um 15 Prozent. Seit August haben sich die Preise sogar verdoppelt.

Ölaktien: Hohe Dividenden, günstige Bewertungen, durchwachsener Ausblick
Ölaktien wie Royal Dutsch Shell oder Total haben zuletzt leicht angezogen. Viele Ölaktien mussten in den ersten Monaten des Jahres hohe Kursverluste hinnehmen. Doch lohnt sich ein Einstieg bereits wieder? Die Dividendenrendite ist nach wie vor schließlich vielfach äußerst lukrativ. Royal Dutch Shell (ISIN:
GB00B03MLX29)
etwa zahlt derzeit jährlich 4,46 Prozent Zinsen.
Billig sind viele Aktien alle mal. Das KGV von Shell beträgt moderate 7,3, der Buchwert je Aktie beträgt gut 24 Dollar. Doch viele Ölaktien haben ein schreckliches zweites Quartal hinter sich. Viele schreiben wie Shell heuer Verluste im Milliardenhöhe, Shell muss etwa auch milliardenschwere Abschreibungen hinnehmen und Dividenden sind, wie das heurige Jahr gezeigt hat, keineswegs sicher. Viele Analysten geben derzeit dennoch eine Kaufempfehlung ab, die Aktie von Shell zu verkaufen, rät derzeit kaum ein Analyst.

BP: Europas zweitgrößter Ölkrise schreibt im zweiten Quartal Milliarden-Verlust
Doch man kann nicht alle Ölaktien über einen Kamm scheren. Besonders hart hat die Pandemie etwa BP ( ISIN: GB0007980591) getroffen. Die Anzeigentafeln an den Börsenmonitoren für BP seit Jahren und Monaten sind knallrot. Europas zweitgrößter Ölkonzern erzielte im zweiten Quartal 2020 einen Verlust auf bereinigter Basis von 6,7 Mrd. US-Dollar, nachdem im Vorjahr ein bereinigter Gewinn von 2,8 Mrd. US-Dollar in den Büchern stand. Die Dividende wurde halbiert.

Chevron: Aktie fällt seit drei Monaten
Der US-Energiekonzern Chevoron, neben ExxonMobil der größte US-Ölmulti, schüttet zwar unverändert seine Dividende aus, am Aktienkur hat das aber wenig geändert. In den vergangenen drei Monaten gab die Aktie um fast sechs Prozent nach. Wie BP muss im zweiten Quartal auch Chevron Milliardenverluste hinnehmen.

Die Aktie von ExxonMobil (ISIN: US30231G1022) hat es sogar so heftig erwischt, dass sie nun aus dem US-Index Dow Jones fliegt. ExxonMobil meldete im zweiten Quartal überhaupt keinen operativen Cashflow. Um die Dividende und Investitionsausgaben in Höhe von fünf Milliarden Dollar zu stemmen, musste ExxonMobil im Laufe des Quartals weitere zehn Milliarden Dollar an Schulden aufnehmen. Bislang hat das Unternehmen in diesem Jahr Schulden in Höhe von 22 Milliarden Dollar aufgenommen. Der Cashbestand beläuft sich auf knapp 13 Milliarden Dollar. Für die Zukunft ist das Management, wie bei mehreren Ölkonzernen, aber zuversichtlich.

Das Kurspotential von Ölaktien hängt am Impfstoff
Insgesamt sind Ölaktien derzeit ein riskantes Investment und weitere Kursverluste möglich, sofern sich die Pandemie stärker verbreitet. Sobald jedoch ein Impfstoff gefunden wurde, der massenweise eingesetzt werden kann und die Prognosen für die Wirtschaft weltweit optimistischer werden, zählt der zyklische Ölsektor zu den Branchen mit hohem Kurspotential.

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