Ölpreis zieht wieder an: Die Bullen sind zurück

Der Preise für ein Barrel Öl ist im letzten Monat um fast 60 Prozent gestiegen. Was für einen weiteren Anstieg spricht und welche Entwicklung einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

Ölpreis zieht wieder an: Die Bullen sind zurück

Die Öllagerbestände der OPEC-Staaten sinken wieder. Eine Trendwende zeichnet sich ab.

Der in der Corona-Krise auf ein Jahrzehnte-Tief gefallene Ölpreis zieht wieder kräftig an und hat zuletzt Ölpreis fast senkrecht nach oben gezogen. Binnen einer Woche hat das Barrel Brent um mehr als zehn Prozent zugelegt und notiert aktuell bei 40,3 Dollar. Im vergangenen Monat betrug der Kurszuwachs 57,6 Prozent. Brent Crude Oil gelang es damit zuletzt aus einer mehrwöchigen Seitwärtsbewegung oberhalb der Marke von 30 Dollar nach oben ausbrechen. "Damit stehen die Zeichen unserer Einschätzung nach auf einer Fortsetzung der Erholung gut", so die DZ Bank in einer Analyse.

Getrieben wird der Ölpreis von der Hoffnung und ersten Anzeichen der Wiederbelebung der Wirtschaft und hinzu kommen erwartete Förderkürzungen der OPEC und ihrer Partner.

1. Wirtschaft zieht an

Viele Staaten fahren nach Corona-Shutdowns ihre Wirtschaft langsam wieder hoch, was die Ölnachfrage treibt. Diese Entwicklung belegen etwa Daten aus China, bei denen laut Angaben der DZ Bank für April ein überraschender Anstieg beim Raffinerie-Durchsatz ausgewiesen wurde. Auch die Entwicklung der wöchentlichen US-Öllagerbestände deuten auf eine Erholung der zuletzt sehr schwachen Ölnachfrage in Nordamerika hin. Nach einem Rückgang der US-Öllagerbestände um 700.000 Barrel in der Vorwoche deutet sich nun laut den Daten der Energy Information Administration (EIA) erstmals seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie eine Trendwende an. Analysten waren zuvor von einen deutlichen Anstieg der Lagerbestände um 4,8 Millionen Barrel ausgegangen.

Das weitere Hochfahren der Wirtschaft in Europa und vor allem in Nordamerika dürfte die Nachfrage nach Kraftstoffen und Kerosin ankurbeln. Die Investment-Bank Goldman Sachs geht daher davon aus, dass der Ölpreis seine Talsohle durchschritten hat.

2. Förderkürzungen

In Verbindung mit den Förderkürzungen der OPEC und ihre Partner könnte sogar die globale Ölnachfrage das deutlich gesunkene Ölangebot übersteigen, zumal die im Mai beschlossene Förderkürzung von mehr als 10 Millionen Barrel pro Tag verlängert werden könnte. Die Kürzungen wurden vorerst bis Ende Juni beschlossen, das OPEC-Schwergewicht Saudi-Arabien setzt sich dem Vernehmen nach für ihre Verlängerung ein. Die Ölförderung könnte daher bis Jahresende gedrosselt werden und die Preise der Rohölsorten Brent und WTI weiter stützen.

Die Internationale Energieagentur IEA erwartet für die zweite Jahreshälfte einen Rückgang der Öllagerbestände um 5,5 Millionen Barrel pro Tag.

Für Ölinvestoren bleiben dennoch Risiken. "Da sich der Preis von WTI mittlerweile nahe der 40-Dollar-Marke bewegt, nehmen Schieferölproduzenten in den USA wieder ihre Produktion auf und könnten so der OPEC einen Strich durch die Rechnung machen, analysiert Raiffeisen Research. Die US-Produzenten könnten damit wieder mehr Öl auf den Markt bringen und den Preisanstieg dämpfen.

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