Novartis will US-Firma Medicines für 9,7 Milliarden Dollar schlucken

Novartis will US-Firma Medicines für 9,7 Milliarden Dollar schlucken

Der Schweizer Chemieriese Novartis will das auf Cholesterin-Medikamente spezialisierte US-Biotech bis März 2020 einverleiben.

Basel. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis (ISIN CH0012005267) will die US-Biotechnologiefirma The Medicines Company (US5846881051) für 9,7 Milliarden Dollar (8,77 Milliarden Euro) übernehmen. Novartis hat 85 US-Dollar je Medicines-Aktie angeboten. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2020 abgeschlossen sein. Finanziert werden soll die Übernahme durch vorhandenes Kapital sowie durch kurz- und langfristige Darlehen.

Das erfolgreichste Medikament von The Medicines aus New Jersey ist das cholesterinsenkende "Inclisiran" für Herzpatienten, das das wachsende Geschäft von Novartis mit seinem Herzinsuffizienz-Medikament "Entresto" ergänzen könnte.

Falls der Deal im erste Quartal 2020 abgeschlossen ist, soll "Inclisiran" laut Novartis ab 2021 Gewinne einbringen - es habe das Potenzial, eines der größten Medikamente der Produktpalette zu werden.

Strategie: Mit Übernahmen wachsen

Der Deal passt zur Unternehmensstrategie von Novartis-Chef Vas Narasimhan, durch Akquisitionen das Arzneimittelportfolio mit neuen Produkten und Technologien zu stärken. Die Konzernspitze erwartet, die Kernmargen in der Sparte innovative Arzneimittel in naher Zeit auf "Mitte dreißig" und mittelfristig auf "Mitte- bis Hochdreißiger" auszubauen.

Novartis hatte in der Vergangenheit eine starke Kardiovaskulär-Sparte, verlor aber an Boden, als 2012 "Diovan" den Patentschutz verlor und das Unternehmen kein innovatives Folgeprodukt auf den Markt brachte, um die 6-Milliarden-Dollar-Lücke an Verkäufen pro Jahr zu bedienen.

Der Deal dürfte dazu beitragen, das von Patentabläufen bedrohte Wachstum von Novartis zu stützen und zu ähnlichen Medikamenten wie "Amgen" von Amgen und "Praluent" von Regeron Pharmaceuticals konkurrenzfähig zu bleiben.

The Medicines war nicht der erste große Einkauf des Schweizer Pharmakonzerns: In diesem Jahr zahlte das Unternehmen bereits bis zu 5,3 Milliarden Dollar für Takedas "Xiidra", ein Medikament gegen trockene Augen. Im vergangenen Jahr kaufte der Pharmakonzern auch Endocyte mit Sitz in den USA für 2,1 Milliarden US-Dollar. Und mit dem AveXis-Deal im letzten Jahr fügte Novartis die Gentherapie "Zolgensma" zu seinem Portfolio hinzu. Das Medikament die aktuell mit 2,1 Millionen US-Dollar die teuerste einmalige Behandlung für spinale Muskelatrophie.

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