Neuer Gold- und Bitcoin-Fonds als Inflationsschutz

Erstmals gibt es einen Fonds, der in Bitcoins und in Gold-Unzen anlegt. Obwohl das eine physisch und das andere nur digital existiert, haben beiden Anlageklassen nützliche Gemeinsamkeiten. Das macht die Veranlagung in diese beiden Assetklassen in einem Fonds besonders interessant. Was neben dem Inflationsschutz für Investments in Gold und Bitcoins spricht.

Neuer Gold- und Bitcoin-Fonds als Inflationsschutz

Bitcoins und Gold haben eines gemeinsam: Sie sind nicht unbegrenzt vermehrbar und bieten so einen guten Inflationsschutz.

Die Goldspezialisten des Liechtensteiner Vermögensverwalters Incrementum haben einen neuen Fonds aufgelegt, der physisches Gold und Kryptowährungen investiert. Die Idee dahinter: Beide sind nicht unendlich vermehrbar und daher eine gute Möglichkeit den Wert seines Vermögens zu erhalten und von einer Wertsteigerung zu partizipieren. In den ersten drei Monaten seit der Auflegung im März 2020 ist der Fondskurs bereits um 25 Prozent gestiegen.

Bitcoins: Die mit Abstand liquideste Digitalwährung
Die Strategie des Incrementum Digital & Physical Gold Fonds (ISIN: LI0481315047)
ist darauf ausgelegt, im Schnitt 75 Prozent in Gold, vorwiegend in Gold-Unzen, zu halten und 25 Prozent in Bitcoins. „Wir verschließen uns anderen Kryptowährungen zwar nicht, aber derzeit sind Bitcoins die mit Abstand liquideste und größte digitale Währung“, erläutert Harald Steinbichler, Investmentexperte bei Incrementum gegenüber trend.at. Seit rund einem dreiviertel Jahr ist die Liquidität von Bitcoins noch einmal kräftig angezogen. Seither können nämlich an der Terminbörse in Chicago und damit weltweit erstmals Optionen und Futures auf Bitcoins gehandelt werden. Was für einen zusätzlichen Liquiditätsschub der Digital-Währung sorgt. Mit Futures sowohl auf Gold als auch auf Bitcoins wird die Feinadjustierung des Fondsvermögens vorgenommen. Gekauft werden muss mindestens ein Anteilsschein. Dieser kostet aktuell rund 1.200 Euro. Je nach Kurswert des Fonds, kann der Preis für den Anteilsschein steigen oder fallen. Die Gesamtkosten des Fonds, die sogenannte TER, beträgt 2,08 Prozent.

Bei 21 Millionen Bitcoins ist Schluss
Der Vorteil Bitcoins: Es können nicht mehr als 21 Millionen Bitcoins produziert werden. Bisher wurden rund 18 Millionen erstellt. „2030 dürfte die 21-Millionen-Marke erreicht sein“, so Steinbichler. Auch Gold ist bekanntlich nicht beliebig vermehrbar. Im Schnitt werden pro Jahr 3.000 Tonnen des Edelmetalls gefördert. Weltweit wurden bisher rund 200.000 Tonnen Gold gefördert. Bei Bitcoins ist der aktuelle Bestand derzeit rund 200 Milliarden Dollar wert. „Im Vergleich zum Vermögen das in Anleihen oder Immobilien steckt, ist das eine kleine Nische“, so Steinbichler von Incrementum.

Gold und Bitcoins: Beides schützt vor Geldentwertung
Durch die Limitierung der beiden Geldanlagen sind sie ein guter Schutz gegen steigende Inflation. „Wenn das Bitcoin-Kontingent von 21 Millionen ausgeschöpft ist, sinkt deren Inflation auf Null“, erläutert der Investmentprofi. Derzeit beträgt die Inflationsrate von Bitcoins 1,5 Prozent. „Für all jene, die einen Teil ihres Geldes außerhalb des klassischen Geldsystems investieren möchten, bietet sich mit diesem Fonds eine gute Gelegenheit“, so Steinbichler. Käme es im Extremfall zu einer extremen Geldentwertung, etwa durch einen Schuldenschnitt, wäre man mit Bitcoins, auf die niemand Zugriff hat, außer man selbst oder der, der die Zugangsdaten für das Konto hat, vor einer Geldentwertung geschützt.

Bitcoins: Sicher Geldverwahrung
Solange es ein Internet gibt, existieren auch Bitcoins. „Die digitale Währung kann nicht durch Abdrehen von Computern ausgelöscht werden.“ Eine zentrale Lagerung der Digitalwährung gibt es auch nicht. Als Währung, die im täglichen Leben verwendet wird, haben Bitcoins dennoch keine Zukunft. „Dafür können zu geringe Transaktionen pro Minute durchgeführt werden“, sagt Steinbichler. So sind es derzeit weltweit nur rund 18.000 Transaktionen pro Minute möglich. Zum Vergleich: Beim Kreditkartendienst Visa seien es mindestens so viele Transaktionen pro Sekunde. „Das Bitcoin-System kann sich auch nicht weiterentwickeln“, stellt der Incrementum-Experte klar.

Bitcoins: Enorme Kursschwankungen
Gold und Kryptowährungen wie Bitcoins entwickeln sich jedoch nicht immer parallel. Während Gold vergleichsweise geringe Kursschwankungen aufweist, ist die Volatilität bei Bitcoins enorm. So konnte man in den vergangenen Jahren 200 bis 300 Prozent Kursgewinne erzielen, aber auch bis zu 80 Prozent wieder verlieren. So auch während der Corona-Krise.

Bitcoins in der Corona-Krise: Einmal Absturz und zurück
In der Krise sind Bitcoins jedoch wie Aktien um bis zu 50 Prozent abgestürzt, aber haben sich seither ebenso wieder stark erholt. So So sind Bitcoins von 9.150 Dollar bis auf rund 4.500 Dollar um fast die Hälfte eingebrochen, um derzeit bereits wieder bei 8.460 Dollar zu stehen.

Nach Notverkäufen in der Krise wieder Stabilisierung
Dass Bitcoins in der Krise ebenso heftig von Abverkäufen erwischt wurden, wie Aktien beunruihgt Steinbichler nicht. „Die Leute haben in dieser massiven Liquiditätskrise Geld gebraucht und deshalb auch Bitcoins und bis zu einem gewissen Grad auch Gold verkauft.“ Nach diesen Notverkaufen haben sich sowohl der Preis für das physische als auch das digitale Gold, als das Bitcoins auch bezeichnet werden, wieder erholt. „2008 war das Verhalten der Anleger ähnlich“, so der Goldspezialist.

Fondsmix: Riskante Bitcoins und solides Gold profitieren voneinander
„Die Mischung aus Gold und Bitcoins im Fonds gibt der risikoreicher Kryptowährung für die Gesamtkursentwicklung mehr Stabilität“, erläutert der Incrementum-Experte. Dadurch sind höhere Kursgewinne als bei reinen Investments in physisches Gold möglich, aber ohne die Kurschwankungen im Fonds halten sich in Grenzen. Geht es bei Bitcoins kräftig nach oben, sind die Kursgewinne dafür limitiert. „Unser Ziel sind 25 Prozent der Fondsanteile in einer Kryptowährung zu halten, maximal kurzzeitig 40 Prozent. Steigt der Wert der investierten Digitalwährung,verkaufen wir bis wir wieder auf 25 Prozent sind, Teile davon laufend ab“, sagt Steinbichler. Silber können in Form von Futures beigemischt werden. „Die physische Lagerung von Silber wäre zu teuer.“

Geldmenge steigt und mit ihr die Chancen auf Kursgewinne bei Gold und Bitcoins
Sowohl Gold als auch Bitcoins haben nach Einschätzung von Incrementum langfristig hohes Wertsteigerungspotential. Das liegt unter anderem an der stetig, derzeit auch exponentiellem Anstieg, der Geldmenge und dem damit verbundenen Wertsteigerungspotential der beiden Geldspeichermöglichkeiten. Seit im Jahr 1971 durch das Abkommen von Bretton Woods die Geldmenge nicht mehr durch Gold gedeckt wird, ist die Geldmenge jedes Jahr um rund zehn Prozent gestiegen. Der Goldpreis ist seither von 35 Dollar je Feinunze auf aktuell 1.700 Dollar gestiegen. „Der Goldpreis steigt mit der Geldmenge. Ähnlich verhält es sich auch bei Bitcoins“, resümiert Steinbichler. Langfristig erwartet er auch, dass sich der Kurs von Bitcoins weniger starke Ausschläge aufweist. "Das sind derzeit noch Geburtswehen der noch relativ jungen Anlagekategorie."

Das AG Capital Team rund um Daniel Jennewein (links) und Karl Lankmayr (2. v. rechts)

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