Mit der OeNB-App die persönliche Inflationsrate berechnen

Mit der OeNB-App die persönliche Inflationsrate berechnen

Mit dem persönlichen Inflationsrechner PIA der Nationalbank kann man berechnen, von welchen Preisanstiege man selbst am meisten betroffen ist und für welche Ausgaben Preissteigerungen eher irrelevant sind.

Die laufend präsentierten Inflationsraten sind für viele eine schwer einzuordnende Zahl und wie sehr man persönlich davon betroffen ist, lässt sich nur schwer erahnen. So wie aktuell: Die Inflationsrate im Juni betrug 1,7 Prozent. Klingt nach nicht viel. Aber ein Selbsttest des neuen Online-Tools zeigt: Die Teuerungsrate kostet mich, erreichnet durch meinen selbst erstellten Warenkorb, im Monat im Schnitt gut 50 Euro mehr als noch vor einem Jahr. Fest steht: Die Inflation mindert die Kaufkraft, denn die Preise steigen und damit sinkt auch der Wert des Geld für Ausgaben des täglichen Lebens.

Die Inflationsrate nagt nicht nur am Ersparten, sondern letztlich und vor allem bleibt weniger für die Ausgaben des täglichen Lebens übrig. Was man täglich kauft oder eben nicht kauft, ergibt so was wie die persönliche Inflationsrate. Ein Beispiel: Die Preise für Restaurantbesuche und Hotels sind im letzten Monat im Vergleich zum selben Monat im Vorjahr um rund drei Prozent gestiegen. Wer kaum auswärts isst und nicht in Hotels nächtigt, dem kann das, was die monatlichen Ausgaben anbelangt, egal sein. Wer dagegen viel mit einem dieselbetriebenen Auto unterwegs ist, kann sich freuen, die Kosten dafür sind um rund drei Prozent gesunken.

So funktioniert der neue, persönliche Inflationsrechner der Nationalbank:
Nun bietet die Nationalbank, OeNB, auf eurologisch.at ein nützliches Tool an. Mit dem PIA- dem Persönlichen InflationsApp diesem lässt sich die persönliche Inflation berechnen. Dazu gibt man seine monatliche Kosten übers Jahr geschätzt oder exakt an. Die eigenen Ausgaben zu schätzen, ist nicht so einfach. Aber man weiß zumindest ungefähr, wofür man wie viel Geld im Monat ausgibt.

Um die eigene Inflationsrate ausrechnen, klickt man auf "Leerer Warenkorb." Unter diesem Button gibt man an wie viel man für Nahrungsmittel, Kleider, Wohnen, Verkehr, Kommunikationsdienste, Restaurants und anderes ausgibt. Je nach Produktgruppe erscheint daneben die Höhe der Inflation und wie viel mehr man nun dafür gegenüber dem Vorjahresmonat ausgeben muss.

Persönliche Inflation: 2,5 Prozent, ergibt Mehrausgaben von 53 Euro im Monat
Der Selbstversuch ergibt wenig Erfreuliches, wenn die Zahlen auch nur ganz grob geschätzt wurden. Meine persönliche Inflation liegt demnach bei 2,54 Prozent, die offizielle bei 1,7 Prozent. Am meisten kostet mich der Inflationsanstieg beim Verkehr, also Ausaben für das Auto und den öffentlichen Verkehr. Da beträgt der Preisschub 3,42 Prozent.

29 Euro mehr pro Monat für Auto und Öffis
Bei noch moderat geschätzten Ausgaben von 850 Euro für die Produktgruppe Verkehr, dazu zählen Leasing-Rate, Tiefgarage und Tank, zahl ich im Monat 850 Euro für das Auto und das Monatsticket für die Wiener Öffis. Durch den Preisschub würde ich gegenüber dem Vorjahreszeitraum jedes Monat um 29 Euro mehr alleine dafür ausgeben.

Meine persönliche Inflation liegt deutlich über dem Schnitt.

13 Euro mehr fürs Wohnen, sieben Euro mehr für Restaurants
Der Preisschub beim Wohnen trifft wohl jeden, ob Mieter oder Eigenheimbesitzer. Um Kosten für Strom, Gas und andere Brennstoffe und auch Reparaturen kommt keiner herum. Die Mehrkosten für die Wohnung betragen, durch den Preisanstieg in dieser Kategorie im Monat 13 Euro. Für Restaurants muss, inflationsbedingt, mit monatlichen Extraausgaben von sieben Euro rechnen. So kletterten die Preise in der Warengruppe Restaurants und Hotels um 2,6 Prozent. Auch da trifft mich der Preisanstieg besonders. Nur für Handys, Internet und Fernsehen zahlt ich dank eines Preisrückgangs von im Schnitt 4,1 Prozent weniger - allerdings auch nur theoretisch, denn das sind alles Verträge, die mindestens ein Jahr laufen. Vom Preiskrieg der Anbieter profitiert man höchstens nach Vertragsende durch einen neuen Tarif. Klingt alles nach nicht so viel Geld. Aber es läppert sich. Insgesamt sind meine Kosten nur durch die Preisanstiege in den Warengruppe für die ich am meisten Geld ausgebe, um monatlich über 50 Euro gestiegen.

Der Anstieg der Inflation hat sich auf meinen persönlichen Warenkorb negativer ausgewirkt als auf den offiziellen Warenkorb. Bei mir macht sich der Preisanstieg, gerade bei Ausgaben für Verkehrsmittel, Wohnung, Restaurants, die größten Kostenblöcke im Monat, und auch jene Warengruppen mit der höchsten Preissteigerung, besonders bemerkbar.

Das neue Tool der OeNB ist gut gemacht und gibt einem, selbst bei nur grober Schätzung, zumindest ein gutes Gefühl, wie sehr einem eine Teuerung und sinkende Preise in verschiedenen Bereichen selbst treffen und wie sich die Preisentwicklung auf das Haushaltsbudget, durch konkrete Angaben in Euros, tatsächlich auswirkt. Wer sparen muss, sieht, wo der Hebel am größten ist. Interessant ist das Online-Werkzeug allemal.

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