Neue Betrugsvorwürfe gegen Wirecard - Aktienkurs stürzt ab

Die "Financial Times" berichtet, der deutsche Internet-Zahlungsdienstleisters Wirecard habe bei seinen Auslandstöchtern die Zahlen aufgebläht. Wirecard widerspricht. Die Aktie geht auf Talfahrt.

Neue Betrugsvorwürfe gegen Wirecard - Aktienkurs stürzt ab

Aschheim. Die Anleger von Wirecard sind einmal mehr irritiert über einen Bericht der "Financial Times". Im jüngsten Bericht wurde von der britischen Finanzzeitung erneut der Vorwurf der Bilanzfälschung erhoben. Daraufhin haben die Anleger die Wirecard [DE0007472060] auf den Markt geworfen. Der Aktienkurs ist am Dienstag um bis zu 23 Prozent eingebrochen. Die Papiere notierten am Dienstag auf Sechs-Monats-Tief von 107,80 Euro. Im Verlauf des Nachmittags ging das Minus auf 13;& Prozent zurück.

Neben den Aktien seien auch Anleihen aus den Depots geflogen. Die Rendite der bis 2024 laufenden Papiere stieg im Gegenzug deutlich an.

Das Unternehmen soll demnach Umsatz und Gewinne bei den Auslandstöchtern in Dubai und Irland aufgebläht und womöglich die eigenen Wirtschaftsprüfer hinters Licht geführt haben.

"Falsche und irreführende Behauptungen"

Wirecard wies die Vorwürfe zurück. Der Artikel sei "eine Zusammenstellung einer Reihe von falschen und irreführenden Behauptungen", die vom Autor der Geschichte in anderen Artikeln zuvor aufgestellt und die bereits vollständig widerlegt worden seien. Die "FT" bezog sich in der neuen Geschichte jedoch auf interne Dokumente und Schriftwechsel von Top-Managern der Wirecard-Finanzabteilung, die sie von einem Whistleblower zugespielt bekommen habe.

Die "FT" hat das Unternehmen aus Aschheim bei München bereits mehrfach krimineller Machenschaften bezichtigt und Kursstürze ausgelöst. Wirecard und die deutsche Finanzaufsicht BaFin hegen den Verdacht, dass sich sogenannte Leerverkäufer das zunutze gemacht haben. Diese setzen auf fallende Kurse. Die BaFin hatte Leerverkäufe mit Wirecard-Aktien deswegen im Frühjahr sogar für zwei Monate verboten.

Die Zeitung sieht sich durch eine selbst in Auftrag gegebene Untersuchung von Juristen in ihrer Berichterstattung bestätigt. Die Ermittlungen der Anwaltskanzlei RPC hätten keine Hinweise darauf erbracht, dass es Absprachen zwischen Reportern und Spekulanten gegeben habe.

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