Negativzinsen - Banken zahlen 360 Millionen Euro zurück

Österreichs Banken sind bereits dabei, ihren Kunden Negativzinsen zu vergüten. Einige Banken haben noch Nachholbedarf, ihren Kreditkunden den Negativzins zu erstatten.

Negativzinsen - Banken zahlen 360 Millionen Euro zurück

Wien/Alpbach. Die heimischen Banken müssen nach entsprechenden OGH-Urteilen fälschlicherweise zu hoch verrechnete Kreditzinsen zurückzahlen. Es geht für alle betroffenen Institute laut APA-Informationen um insgesamt 360 Mio. Euro. Dem Vernehmen nach dürften an die 150 Mio. Euro noch zurückzustellen sein. Bis Jahresende sollen alle Kreditnehmer die Gelder zurückerhalten haben, wird versprochen.

Banken, FMA- und Notenbank-Vertreter beruhigten am Rande des Forum Alpbach auf Nachfrage - die Institute werden diese Summe heben, auch wenn sie schmerze.

Laut Bankenvertretern gab es nie die Intention oder Zweifel daran, dass die Banken das Geld nicht zurückerstatten werden. "Davor wollte sich keine Bank drücken", sagte ein Insider zur APA in Richtung Konsumentenschützer, die das zum Teil im Sinne von Verjährungsfristen befürchtet hatten. "Es wurde nie auf Verjährung gespielt", betonte ein anderer Banker.

Seit dem zweiten Quartal 2015 gibt es Negativzinsen im Bankensektor. Aus Sicht des OGH haben die Banken seit damals bei variabel verzinsten Krediten die negativen Zinsen nicht ordnungsgemäß an diese Kreditnehmer weitergegeben.


Das Rechenbeispiel

Für einen privaten 100.000 Euro Wohnbaukredit bekommt man überschlagsmäßig gerechnet - seit Beginn der Negativzinsen, die die Banken aus OGH-Sicht nicht ordnungsgemäß weiterverrechnet hatten -, etwas mehr als 700 Euro zurück.


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die Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) bereitet sich ebenso darauf vor Kreditzinsen zurückzuerstatten. Betroffen seien etwa 170.000 Kunden. Dafür seien im ersten Halbjahr 2017 18,2 Mio. Euro zurückgestellt worden, sagte Generaldirektor Heinrich Schaller kürzlich.

Und auch bei der Oberbank ist das Thema auf der Agenda. Oberbank-Chef Franz Gasselsberger hat ebenso angekündigt, dafür vorgesorgt zu haben. Bei der Linzer Bank sind davon 23.000 Kredite mit einem Kreditvolumen von 1,3 Milliarden Euro betroffen. Die möglichen Rückvergütungen beziffert der Oberbank-Chef auf 6,3 Millionen Euro.

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