Nahhaltig investieren: Grüne Anleger gewinnen an Einfluss

Uli Krämer, Leiter Kepler Portfoliomanagement

Uli Krämer, Leiter Kepler Portfoliomanagement

Uli Krämer, Leiter des Kepler-Portfoliomanagements, über die wachsende Bedeutung und den Erfolg von ethischen Investments. Die Kepler-Fonds KAG zählt zu den führenden Pionieren für nachhaltige Geldanlage. Sie verwaltet bereits eine Milliarde Euro nach nachhaltigen Kriterien.

trend: Alles soll nachhaltiger werden. Auch die Geldanlage. Doch bringt das überhaupt etwas?
Uli Krämer: Ja, vorausgesetzt, die Qualität des ethischen Veranlagungskonzepts stimmt. Bei Kepler setzen wir einerseits den anerkannten "Best in Class"-Ansatz um. Innerhalb einer Branche werden die klassenbesten Unternehmen ausgewählt und dabei vor allem soziale Aspekte und relevante Umweltthemen berücksichtigt. Andererseits kommen Ausschlusskriterien wie Rüstung, Alkohol, Kinderarbeit, Gentechnik oder Atomenergie zum Einsatz. Wir arbeiten hier eng mit oekom research AG zusammen, einer der renommiertesten Ratingagenturen für Nachhaltigkeit.

trend: Welche Kundenvolumina sind mittlerweile in nachhaltigen Produkten veranlagt?
Krämer: Laut Marktbericht des Fachverbandes Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), der den deutschsprachigen Raum analysiert, umfasst der Markt in Deutschland, Österreich und der Schweiz mittlerweile mehr als 200 Milliarden Euro. Allein in der Kepler-Fonds Kapitalanlagegesellschaft verwalten wir schon über eine Milliarde Euro rein ethisch-nachhaltig.

trend: Üben ethische Investments bereits Druck auf Unternehmen aus, ihre sozialen und ökologischen Standards zu verbessern?
Krämer: Der Druck seitens der Investoren nimmt durch das starke Wachstum an grünen Anlegergeldern natürlich stetig zu. Fondsgesellschaften gewinnen mehr an Einfluss und kontaktieren die Unternehmen direkt, um ökologische und soziale Aspekte zu durchleuchten.

trend: Ist nachhaltige Geldanlage auch bei Privatkunden en vogue oder eher eine Sache für wertorientierte Institutionen?
Krämer: Noch vor zehn Jahren interessierten sich meist nur institutionelle und kirchennahe Investoren für ethisch korrekte Spezialfonds. Aktuell zeigt sich auch bei Privatanlegern ein starker Trend hin zu Anlagen mit grünem Etikett. Und apropos grünes Etikett: Transparenz und ein stringenter Managementansatz sind bei Ethikfonds stark zu beachten und werden von den Anlegern auch eingefordert. Deshalb kooperieren etablierte Anbieter wie Kepler mit unabhängigen Agenturen im Bereich Nachhaltigkeit. Anleger sollten bei der Produktauswahl auf anerkannte Qualitätssiegel wie zum Beispiel das Österreichische Umweltzeichen achten.


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