Hände weg von Aktien? 6 Anlage-Mythen #IC19

Hände weg von Aktien? 6 Anlage-Mythen #IC19

Die Geldanlage in Wertpapiere ist für viele immer noch ein Blick in die berühmt-berüchtigte Glaskugel.

Seit Jahren sind die Sparzinsen im Keller. Aktien sind eine Alternative zu den einst propagierten Sparbüchern. Um die Anlage in Wertpapieren ranken sich allerdings immer noch etliche Mythen, die viele Privatanleger abhalten, darin zu investieren.

Im deutschsprachigen Raum - und besonders in Österreich - gibt es beim Großteil der Bevölkerung noch immer Vorbehalte, Geld in Unternehmensanteile zu investieren. Da sei einerseits spezielles Wissen gefragt, andererseits glauben noch immer viele Privatanleger, dass Aktien, Fonds, Anleihen und Zertifikate hochriskante Veranlagungsformen seien.

Die Abneigung in Wertpapieren zu investieren, die an der Börse gehandelt werden, wird von zahlreichen Mythen auch immer wieder gestärkt. Doch Mythen sind eben Mythen. Wir nehmen sechs gängige davon unter die Lupe.

1. Die Börse ist nur für Zocker

Die Risiken durch Kursverluste sind freilich gegeben. Und es gibt durchaus auch Anleger, die kurz und schnell das große Geld machen wollen.

Doch zocken ist nicht alles: Wer sein Geld nicht nur auf eine Aktie eines bestimmten Unternehmens oder auf Werte einer bestimmten Branche setzt, kann das Risiko streuen. In Aktien zu investieren kann auch heißen, auf bestimmte Standardwerte zu setzen, die auch über Jahre hinweg ein überschaubares Risiko darstellen.

2. Der Kauf von Wertpapieren ist zu kompliziert

Die Zeiten, zu denen Anleger stets in die Bank rennen mussten, um ihr Geld anlegen zu können sind längst Geschichte. Online-Brokerage vereinfacht die Anlage. So kann der Anleger die Wertentwicklung über sein eigenes Aktiendepot rund um die Uhr beobachten und selbst von zuhause vom eigenen PC aus kaufen und verkaufen.

3. In Wertpapiere investieren heißt ständig die Börse im Blick zu haben

Es schadet sicher nicht, über Kursentwicklungen informiert zu sein. Privatpersonen können ihr Vermögensmanagement aber auch mit Finanzexperten besprechen und dann entscheinden, in welche Wertpapiere investiert wird. Das müssen nicht nur Aktien sein. So können Anleger ihr Geld auch in Anleihen, Gewinnanleihen und –Zertifikaten, Fonds oder sogenannte ETF (Exchange Traded Funds) investieren.

Klarerweise muss der Finanzexperte über die Risiken derartige Anleihen informieren. Wichtig dabei: Der Anlagehorizont und auch, wie viel Unternehmen pro Jahr an Dividende ausschütten.

Vieles klingt auf den ersten Blick kompliziert. Gerade bei Zertifikaten werden aber Irrtümer geradezu kultiviert, sie seien für Spezialisten, die das studiert haben. Was so aber nicht stimmt. Denn bei Zertifikaten ist klar ersichtlich, worin der Anleger sein Geld investiert und was die Chancen und Risiken sind. Bei bestimmten Zertifikaten kann der Anleger auch verdienen, selbst wenn die Kurse der Basiswerte leicht sinken.

4. Wertpapieranlage ist nur bei Millionenbeträgen attraktiv

Auch das ist nicht richtig. Mit Millionen ist zwar leichter zu jonglieren, aber schon mit kleineren Beträgen können Privatanleger an der Börse ihr Geld anlegen. Banken und Finanzdienstleister bieten auch für den klassischen Sparer entsprechende Vermögensberatungen und Vermögensmanagement an.

Im Zeitalter der Digitalisierung wird dabei auch die Risikobereitschaft sowie die Veranlagung in besondere Anlagen definiert. Die Veranlagung wird somit entsprechend der selbst gewählten Risikobereitschaft festgelegt und abgewogen. Und auch hier gilt: Der Anleger kann über sein Depot jederzeit abrufen, welche Werte aufgrund der Strategie veranlagt wurden.

5. Eine Krise vernichtet das mühsam ersparte Kapital

Zweifelsohne muss ein Anleger einen Blick auf sein Aktiendepot haben, um sich auch gegen wirtschaftliche Krisen zu wappnen. Hat der Anleger mit einem Finanzdienstleister oder seiner Bank eine Veranlagungsstrategie festgelegt, werden die Finanzexperten frühzeitig auf entsprechende wirtschaftliche Verwerfungen reagieren und in Aktien mit defensivem Charakter investieren oder gar die Aktien wieder in Geld umwandeln.

6. Es ist zu spät für die Börse

Sind die Börsenkurse kontinuierlich angestiegen, heißt es oft, es sei ohnehin zu spät, gerade zu diesem Zeitpunkt in Aktien zu investieren. Der Kursabsturz sei vorprogrammiert, fallende Kurse vernichten das mühsam erarbeitete Kapital. Auch hier gilt: Experten haben langjährige Erfahrung und können entsprechende Anlagetipps geben. Etwa zu Aktien von Unternehmen, die reichlich und seit Jahren ordentliche Dividenden auszahlen und deren Kursentwicklung zudem stabil sind.


Fazit: Ein Mindestmaß an Informationen über die Unternehmen einzuholen, in dessen Aktien oder Unternehmensanleihen investiert werden soll, ist durchaus geboten. Doch sollte man sich nicht aufgrund der 6 Mythen von der Veranlagung in Wertpapieren abschrecken lassen. Neben Risiken gibt es auch Chancen. Für den völlig unbedarften Anleger ist es ratsam, sich mit einem Dienstleister zu besprechen.

Ein auf lange Sicht gut gemanagtes Wertpapierdepot kann solide Erträge abwerfen - in Zeiten von Niedrigzinsen, aber auch wenn künftig nach einer Erhöhung der Zinsen durch die Notenbanken wieder die Zinsen erhöht werden und die Inflation wieder ansteigt.

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