Moraltheologe Rosenberger: "Ein Gütesiegel soll entstehen"

Moraltheologe Rosenberger: "Ein Gütesiegel soll entstehen"

Michael Rosenberger - Professor an der Katholischen Privat- Uni Linz

Der Priester und Moraltheologe Michael Rosenberger spricht über die Regeln ethischer Veranlagung.

trend: Warum wurden im Auftrag der Bischofskonferenz eigene neue Richtlinien zu ethischem Investment festgelegt?
Michael Rosenberger: Innerhalb der kirchlichen Stellen gibt es unterschiedlichen Umgang mit dem Thema. Dadurch, dass diese Regeln gemeinsam erarbeitet worden sind, ist der Druck auf alle Diözesen da, nach diesen Richtlinien zu veranlagen. Außerdem hat man mit einheitlichen Investmentwünschen auch bei den Banken ein größeres Gewicht.

Erfüllen die in Österreich angebotenen Fonds für ethisches Investment ihre Vorstellungen nicht?
Rosenberger: Es gibt ganz viele, die schon sehr, sehr nahe an diese Wünsche herankommen. Bei den meisten Ethikfonds braucht es wahrscheinlich nur ein paar kleine Änderungen, um sie an diese Kriterien zu adaptieren.

Erfüllen auch die Klöster diese Vorgaben? Zum Beispiel bei der Produktion und dem Handel mit alkoholischen Getränken?
Rosenberger: Nach den Kriterien dürfen Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 20 Prozent nicht mehr als fünf Prozent am Umsatz ausmachen. Das ist in Ordnung und wird auch von keinem der Klöster überschritten.

Welche Bedeutung sollen diese neuen Kriterien der Kirche für ethisches Investment einmal für private Kleinanleger haben?
Rosenberger: Unsere Vorstellung ist, dass daraus in einigen Jahren ein eigenes Gütesiegel entstehen sollte. Die Österreichische Bischofskonferenz hat durch die Erarbeitung der Richtlinien für ethische Geldanlage die besten Kriterien zur Beurteilung dafür geschaffen.

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