Banken am Abgrund: 163 Milliarden Euro riskante Anleihen

 Banken am Abgrund: 163 Milliarden Euro riskante Anleihen

Große europäische Banken fahren Milliardenverluste ein. Jetzt steigen auch noch weltweit die Risikoprämien für nachrangige Anleihen, Credit Default Swaps. Welche gewaltigen Risiken von gefährlichen Anleihen ausgehen und wie viele Banken betroffen sein könnten. Ein toxischer Cocktail, der an die Finanzkrise 2008 erinnert.

Rekordverluste und faule Kredite in mehrstelliger Milliardenhöhe nähren die Furcht vor einer Pleitewelle in der europäischen Bankenbranche. Dies trieb die Kosten für die sogenannten Credit Default Swaps (CDS) für den Finanzsektor am Montag auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren.

Absicherungsinstrumente um 13 Prozent gestiegen

Die Absicherung nachrangiger Verbindlichkeiten europäischer Banken gegen Zahlungsausfall verteuerte sich um 13 Prozent, teilte der Datenanbieter Markit mit. Das ist fast doppelt so viel wie zum Monatswechsel. Grund: Berichte, den Geldhäusern könnten Millionenverluste bei Hochzinsanleihen aus dem Energiesektor drohen.

Ölpreisverfall bringt Hochzinsanleihen im Energiebereich unter Druck

Das Problem: Durch den Ölpreisverfall kommen Anleihen von Energieunternehmen unter Druck. So hat die Deutsche Bank, laut einer Analyse von Exane BNP Paribas, große Engagements in diesem Bereich. So wird geschätzt, dass alleine die Verluste in diesem Bereich beim deutschen Bankenprimus bei rund 1,2 Milliarden Euro liegen.

Mögliches Verlustrisiko: 163 Milliarden Euro


Das Researchhauses Bernstein schätzt, dass das Volumen ausstehender Hochzinsanleihen weltweit auf 163 Milliarden Euro.

Sieben Milliarden Euro Verlust bei der Deutschen Bank

Die CDS der Deutschen Bank stiegen am Montag auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch. Doch es geht um viel mehr. Der deutsche Branchenprimus Deutsche Bank hatte Ende Jänner mit einem Minus von fast 7 Milliarden Euro den größten Jahresverlust der Firmengeschichte bekanntgegeben. Seither fiel die Aktie von einem Tief aufs nächste. Am Montag war sie mit 14,51 Euro so billig wie zuletzt vor sieben Jahren. Die Titel des Konkurrenten Credit Suisse fielen vergangene Woche sogar auf den tiefsten Stand seit mehr als 23 Jahren. Auch hier war ein Milliardenverlust Grund für die zusätzlichen Verkäufe.

Italienische Banken: 200 Milliarden Euro faule Kredite

Für die italienischen Banken sind die 200 Milliarden Euro schweren faulen Kredite der Hauptbelastungsfaktor. Die Regierung in Rom und die EU streiten seit Monaten um die Details einer sogenannten Bad Bank. Dort können Institute wie die Krisenbank Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS) diejenigen Kredite abladen, deren Rückzahlung als unwahrscheinlich gilt.

Der europäische Banken-Index fiel am Montag um bis zu 3,3 Prozent auf 141,59 Punkte und lag damit nur noch rund einen Zähler über seinem Dreieinhalb-Jahres-Tief der Vorwoche. Sein griechisches Pendant brach sogar um knapp 20 Prozent ein und markierte mit 25,22 Zählern ein Rekordtief.

Doch das ist noch nicht alles, auch die schlechte Konjunktur, vor allem aus China, macht den Banken zu schaffen.

Die entscheidende Frage sei: Können Banken angesichts der nur langsam wachsenden Wirtschaft und der Mini-Zinsen genug Geld verdienen, um Anleger anzulocken, sagte Finanzmarkt-Experte Erik Nielsen von der Bank-Austria-Mutter UniCredit. "Die ehrliche Antwort darauf ist: Wir wissen es nicht." Jeder Zweifel löse daher eine neue Verkaufswelle bei den Finanzwerten aus.

Noch sind viele Analysten optimistisch und empfehlen Aktien zum Kauf und sprechen in ihren Analysen von guten Einstiegsmöglichkeiten, doch auch jene die derzeit noch abwarten und nicht zugreifen, könnten angesichts solcher Risiken, gut beraten sein.

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