Milliardenklage gegen Deutsche Bank: Aktie stürzt ab

Milliardenklage gegen Deutsche Bank: Aktie stürzt ab

Nachdem die US-Justiz eine Milliardenklage gegen die Deutsche Bank in den Raum gestellt hatte, stürzen die Aktien der deutschen Großbank ab. Ein weiterer herber Schlag für die Aktionäre, die heuer bereits fast die Hälfte ihres Investments verloren haben.

Ein weiterer schwerer Rückschlag für die Aktionäre der Deutschen Bank (ISIN: DE0005140008): Nachdem in der Nacht von Donnerstag auf Freitag bekannt wurde, dass die US-Justiz die größte Bank Deutschlands auf 14 Milliarden Dollar verklagen will, stürzten die Aktien am Freitag morgen ab. Um 9:30 Uhr notierte das Papier mit einem Minus von 6,79 Prozent bei einem Kurs von 12,21 Euro. Bis zur besagten Uhrzeit waren 6,21 Millionen Aktien gehandelt wurden, womit die Deutsche Bank am Freitagvormittag zugleich die meistgehandelte Aktie des Dax als auch der größte Verlierer des Tages ist.

Insgesamt haben die Aktien der Deutschen Bank seit Jahresbeginn bereits 45,79 Prozent an Wert verloren (Stand: 16.9., 9:32 Uhr). Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf 18,13 Milliarden Euro - zum Vergleich: Die US-Großbank JPMorgan Chase & Co. (US46625H1005) übertrumpft den deutschen Konkurrenten mit einer Marktkapitalisierung von 240,7 Milliarden Dollar locker. Die im österreichischen ATX gelistete Erste Group (AT0000652011) ist an der Börse 11,21 Milliarden Euro wert, nachdem die Aktie heuer 11,02 Prozent an Wert verloren hat, wiegt am Finanzmarkt aber somit deutlich mehr als die deutsche Commerzbank (DE000CBK1001): Hier haben die Aktionäre heuer schon 36,06 Prozent ihres Investments eingebüßt, die deutsche Großbank ist an der Börse nur noch 7,72 Milliarden Euro wert.

Die prozentuelle Kursentwicklung der Deutschen Bank (rot) seit Jahresbeginn. Zum Vergleich: Der Dax (grün), Erste Group (blau) und Commerzbank (lila).

Auf 14 Milliarden Dollar Strafe geklagt

Die US-Justiz will die Deutsche Bank wegen fauler Hypothekenpapiere auf 14 Milliarden Dollar (12,5 Milliarden Euro) verklagen. Mit dem Geld sollten Ansprüche an die Bank aus der Zeit der Finanzkrise 2008 beglichen werden, als viele Investoren mit diesen Papieren hohe Verluste machten. Es wäre die höchste Strafsumme, die in den USA jemals gegen eine ausländische Bank verhängt wurde. Das US-Justizministerium habe in den Verhandlungen die Summe von 14 Milliarden Dollar aufgerufen, bestätigte auch Deutschlands größtes Geldhaus in der Nacht auf Freitag.

Die Bank hofft, dass die Rechnung am Ende deutlich niedriger ausfällt. "Die Verhandlungen stehen erst am Anfang", erklärte das Institut. "Die Deutsche Bank erwartet ein Verhandlungsergebnis, das im Bereich ihrer Wettbewerber liegt, die sich mit dem US-Justizministerium bereits auf deutlich niedrigere Beträge geeinigt haben."

Tricksereien mit faulen Hypotheken

Die Behörden werfen der Deutschen Bank Tricksereien auf dem amerikanischen Immobilienmarkt vor. Wie viele andere Institute auch hatte das Institut faule Hypotheken in komplexe Wertpapiere gebündelt und diese weltweit weiterverkauft. In der Finanzkrise erwiesen sich die Bonds dann als wertlos. Die Bank hat sich in der Affäre bereits auf eine hohe Strafe eingestellt. 14 Milliarden Dollar überträfen aber die schlimmsten Erwartungen, auch auf Investorenseite. Die gesamten Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten beliefen sich im Konzern zuletzt auf 5,5 Milliarden Euro.

Andere Banken haben im Rahmen von Vergleichen mit der US-Justiz bereits hohe Strafen in solchen Fällen akzeptiert. Die bisher höchste wurde 2014 der Bank of America 2014 mit 16,65 Milliarden Dollar aufgebrummt. Goldman Sachs stimmte im April einem Vergleich über etwa fünf Milliarden Dollar zu.

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