Mietwohnungen: In zehn Jahren fast ein Viertel teurer

Mietwohnungen: In zehn Jahren fast ein Viertel teurer

Preistreiber Mietwohnung

2017 haben Mieten und die Betriebskosten wieder einmal kräftig angezogen. Im Vergleich mit dem Jahr 2008 zeigt sich, dass die Mieten bei Privatwohnungen, Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen binnen zehn Jahren im Schnitt bereits um fast 25 Prozent gestiegen sind.

Über eine niedrige Inflationsrate können Wohnungsmieter nur milde Lächeln. Denn sie kämpfen mit einem Preistreiber der Extraklasse: Der Wohnungsmiete. So sind private Hauptmieten in Österreich in den vergangenen zehn Jahren viel stärker gestiegen als die allgemeine Teuerung, nämlich um 36,4 Prozent . Der Verbraucherpreisindex legte in der selben Zeit um 16,6 Prozent zu. Mieten von privat zu privat sind damit in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich stark gestiegen. Etwas besser sieht es bei Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen aus.

9,9 Euro pro Quadratmeter im Durchschnitt

Für in den letzten beiden Jahren neu vermietete, private Hauptmietwohnungen zahlen die Haushalte im österreichweiten Durchschnitt 9,90 Euro pro Quadratmeter im Monat inkl. Betriebskosten. Im Gesamtdurchschnitt (inkl. Eigentum) wenden die Privathaushalte in Österreich 16 Prozent ihres Haushaltseinkommens für das Wohnen auf; 26 Prozent der Wohnkosten entfallen auf Ausgaben für Energie.

Noch vor zwei Jahren lag die durchschnittliche Höhe der Mieten inklusive Betriebskosten bei 7,40 Euro monatlich pro Quadratmeter. Zwischen 2012 und 2016 stiegen die Mieten um durchschnittlich 14,3 Prozent; noch höher fiel der Anstieg der Nettomiete mit 16,8 Prozent aus.

In vier Jahren: Fast zwölf Prozent Mietpreisanstieg bei Genossenschaften- und Gemeindewohnungen

Die Mieten stiegen zwischen 2012 und 2016 in den einzelnen Segmenten unterschiedlich stark. Insgesamt legten sie um 14,2 Prozent zu. Im privaten Mietsektor stiegen die Wohnungsmieten inklusive Betriebskosten um 15,7 Prozent. Deutlich geringer waren die Steigerungen bei Genossenschafts- und Gemeindewohnungen mit 11,6 Prozent im selben Vergleichszeitraum.

Wohndauer bedeutend für Miethöhe

Die Höhe der bezahlten Wohnungsmieten hängt nicht nur vom Mietsegment ab, sie weist auch deutliche Unterschiede nach der Wohndauer auf. Bei Neuverträgen (bis unter zwei Jahren bisheriger Mietdauer) wird im Durchschnitt 8,90 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Haushalte, die langfristige Mietverträge mit mehr als 30-jähriger Vertragsdauer haben, wenden im Durchschnitt hingegen nur fünf Euro pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten auf.

Die Unterschiede zwischen Neu- und Altverträgen bestehen über den gesamten Mietwohnungsmarkt. Es zeigen sich jedoch wiederum bei privaten Mietwohnungen deutlich größere Unterschiede als bei Genossenschafts- und Gemeindewohnungen.

Wohnkosten bei Mietwohnungen doppelt so hoch wie bei Eigentum

Durchschnittlich geben österreichische Privathaushalte pro Monat 457 Euro - und damit etwa 16 Prozent ihres Haushaltseinkommens - für das Wohnen aus. Der Wohnkostenanteil für Haushalte in Mietwohnungen ist laut Statistik Austria mehr als doppelt so hoch (25 Prozent) wie für Haushalte in Haus- oder Wohnungseigentum (elf Prozent). Armutsgefährdete Haushalte müssen weit mehr als ein Drittel (38 Prozent) ihres Einkommens für Wohnen aufwenden, Haushalte mit hohem Einkommen nur rund acht Prozent.

Energiekosten machen 26 Prozent aus

Die Kosten für Energie im Haushalt (Strom, Warmwasser und Heizung) betragen für österreichische Privathaushalte im Durchschnitt monatlich 121 Euro (Median). Das sind rund 26 Prozent der gesamten Wohnkosten bzw. etwa vier Prozent des Haushaltseinkommens. Armutsgefährdete Haushalte geben 100 Euro monatlich für Energie aus (Median); mit rund acht Prozent ist bei diesen der Anteil am Haushaltseinkommen etwa doppelt so hoch. Die Energiekosten von Haushalten mit hohem Einkommen betragen im Median 145 Euro. Der Anteil am Haushaltseinkommen ist jedoch mit etwa zwei Prozent nur halb so groß wie beim Gesamtdurchschnitt.

Die Daten erhob die Statistik Austria im Rahmen ihrer EU-Silc-Erhebungen. Dafür werden jedes Jahr rund 6.000 Haushalte befragt, drei Viertel davon wiederholt, aber maximal viermal in Folge.

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