Microsoft: Cloud-Strategie rettet die Bilanz

Microsoft: Cloud-Strategie rettet die Bilanz
Microsoft: Cloud-Strategie rettet die Bilanz

Microsoft Chef Satya Nadella

Der unter Microsoft Chef Satya Nadella eingeschlagene Kurs des Konzerns - Cloud statt Computer - rettet die Bilanz des Unternehmens: Während der PC-Markt schrumpft zeigen sich im Cloud-Geschäft Erfolge. Die Aktie hebt ab.

Für Microsoft zahlt sich der Strategiewandel immer stärker aus. Dank florierender Einnahmen im zukunftsträchtigen Cloud-Geschäft und eines aggressiven Sparkurses übertraf der weltgrößte Softwarekonzern im abgelaufenen Quartal die Markterwartungen. Allerdings gingen Gewinn und Umsatz deutlich zurück, weil die PC-Nachfrage schwächelt und der starke Dollar das Auslandsgeschäft dämpft.

Der Umsatz im vergangenen Quartal sank im Jahresvergleich um zehn Prozent auf rund 23,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn fiel in dem Ende Dezember abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal um knapp 15 Prozent auf rund fünf Milliarden Dollar. An der Wall Street stieß der Zwischenbericht am Donnerstag auf Beifall: Die Microsoft-Aktie legte im nachbörslichen Handel drei Prozent zu.

Konzernchef Satya Nadella will weniger Abhängigkeit von den angestammten Software-Produkten. Er setzt auf mobile Anwendungen und vor allem die sogenannte Datenwolke als neuen Hoffnungsträger. Im Cloud-Geschäft können Kunden über das Internet Software und Speicherkapazität nutzen, die ihnen von externen Rechnern zur Verfügung gestellt werden. Die Geschäftsmöglichkeiten mit Firmenkunden beschrieb Nadella in euphorischen Tönen. "Die Chancen der Unternehmens-Cloud sind gewaltig - größer als jeder Markt, an dem wir jemals teilhatten", sagte er in einer Telefonkonferenz.

Cloud statt Computer

Im abgelaufenen Vierteljahr steigerte Microsoft den Umsatz im Cloud-Bereich um fünf Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar. Damit macht dieser nun etwa ein Viertel der Gesamterlöse aus. "Sie haben die Wolke festgenagelt", sagte Analyst Matt Howard von der Investmentfirma Norwest Ventures. Im lukrativen Cloud-Geschäft tummeln sich auch andere Technologiegrößen wie IBM, Amazon und SAP.

Bei der größten Microsoft-Sparte, in die das Geschäft mit dem Windows-Betriebssystem, Geräten und Spielen einfließt, ging der Umsatz um 4,6 Prozent auf 12,66 Milliarden Dollar zurück. Im Geschäftsbereich "Produktivität", der vor allem von den Office-Programmen getragen wird, sanken die Erlöse um 1,9 Prozent auf 6,69 Milliarden Dollar. Die Umsätze mit dem Surface-Tablet wuchsen nach dem Start neuer Modelle um 29 Prozent, zumindest wenn man die Währungskurs-Schwankungen herausrechnet. Die Umsätze mit Smartphones halbierten sich.

Weil das Unternehmen mehr als die Hälfte seines Umsatzes außerhalb der USA erwirtschaftet, wird es von der Dollar-Stärke besonders getroffen, die Produkte von amerikanischen Firmen im Ausland teurer macht. Ferner bekommt Microsoft den schwachen PC-Absatz zu spüren, der nach Angaben des Marktbeobachters IDC im Schlussquartal 2015 weltweit um 10,6 Prozent zurückging. Allerdings rechnen die Experten für das laufende Jahr mit einer Verbesserung des Geschäfts. Viele Unternehmen hätten auf das im vergangenen Sommer in den Handel gekommene Microsoft-Betriebssystem Windows 10 gewartet und dürften nun zugreifen.

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