Frühere Meinl-Bank wird nach Konzessionsentzug abgewickelt

Frühere Meinl-Bank wird nach Konzessionsentzug abgewickelt

Nachdem der Wiener Anglo Austrian AAB Bank, der früheren Meinl Bank, die Konzession entzogen wurde, wird das Institut abgewickelt. Die Einlagen der rund 2.000 Kunden belaufen sich auf etwa 200 Millionen Euro.

Nachdem der Wiener Anglo Austrian AAB Bank (vormals Meinl Bank) am 15.11. von der EZB-Bankenaufsicht die Konzession entzogen wurde, wird die Gesellschaft nun von der Anwaltskanzlei Engelhart & Partner abgewickelt.

Die Einlagen der rund 2.000 Kunden belaufen sich etwa 200 Millionen Euro, wovon 80 Millionen durch die Einlagensicherung geschützt sind. Die Einlagensicherung gilt für Guthaben von bis zu 100.000 Euro.

Zu den Kunden gehören unter anderem Pensionisten der früheren Meinl-Supermarktkette. Einlagen werden an die Kunden ausbezahlt. Aktien- und Anleihendepots sind von der Einlagensicherung nicht abgedeckt, sie sollen direkt an ihre Besitzer zurückgegeben werden. Auch Kreditverträge mit der Anglo Austrian AAB Bank werden aufgelöst.

Die Bank informiert Kunden via Website: "Im Rahmen der geordneten Umsetzung der Aufgabe des Bankgeschäftes geben wir bekannt, dass wir keine Bankgeschäfte mehr durchführen. Wir ersuchen Sie daher, uns eine neue Bankverbindung bekannt zu geben, um Ihre Kontoguthaben und Wertpapiere wegtransferieren/übertragen zu können."

Vorhersehbares Ende

Völlig überraschend kam der Schritt der EZB nicht. Die Anglo Austrian AAB Bank hatte laut Angaben auf ihrer Website bereits vor mehr als einem Monat den Entschluss gefasst, sich aus dem Bankgeschäft zurückzuziehen, Schritte für den Abbau des konzessionspflichtigen Betriebes in die Wege geleitet und die FMA diesbezüglich informiert. Es lief außerdem schon seit längerem ein Verfahren gegen die AAB, das im Lizenzentzug münden konnte.

Das klassische Einlagen-/Kreditgeschäft wurde schrittweise zurückgefahren. Die frühere Meinl-Bank bzw. Tochtergesellschaften hatten sich häufig mit Anlegern gestritten und waren in der Vergangenheit wiederholt auch mit Geldwäsche-Vorwürfen konfrontiert.

Mit dem Konzessionsentzug untersteht die Gesellschaft nicht mehr der Aufsicht durch die Finanzmarktaufsicht. Der Bankvorstand, zuletzt waren Samira Softic und Stephen Coleman im Amt, wurde abberufen. Sie können etwaige Entscheidungen nur noch mit Zustimmung der Liquidatoren treffen.

Gegründet worden war das Wiener Geldinstitut 1923 von Julius Meinl II. - als Spar- und Kreditverein der Freunde und Angestellten der Julius Meinl AG. Erst vor wenigen Monaten hat sich das Geldhaus mit Sitz am Wiener Bauernmarkt umgetauft, in Anglo Austrian AAB Bank. Damit wollte es wieder an Image gewinnen.

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